Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

25.07.1980 - 

Die Industrialisierung der Informationsverarbeitung

Folge 3

Von Diplomkaufmann Thomas H. Adenauer, Professor an der Fachhochschule Rheinland-Pfalz

In der Druckertechnik auf Papier werden die heute noch üblichen umständlichen und teuren elektromechanischen sehr bald von Laser- und xerographischen Verfahren ersetzt werden. Es wird nicht mehr lange dauern, bis die Hersteller herunterkonfigurierte, sinnvoll an Minicomputer anschließbare Laser- oder xerographische Drucker auf den Markt bringen.

Eine Vielzahl von Verfahren, Technologien und technischen Tricks Wird zu mehr automatischen Lösungen bei der Dateneingabe führen.

Die konsequente Ausbeutung der Mikrominiaturisierung für den konstruktiven Aufbau der verschiedenen Elemente von Computern sowie deren Herstellungsprozesse hat letztere stark industrialisiert mit zwei Hauptfolgen:

- Die Herstellungskosten für die physischen Elemente von Computern, deren -Hardware, fallen in nach wie vor atemberaubendem Umfang.

- Früher softwaremäßig abgearbeitete Maschinenfunktionen werden zunehmend in Hardware-Elemente verlagert.

Setzt man die Leistung eines Computers pro Preis- beziehungsweise Kosteneinheit im Jahre 1955 gleich 1, so ergibt sich zusammenfassend aus alledem folgende Verschiebung des Preis-/Leistungsverhältnisses:

Jahr Leistung/Preiseinheit

1955 1

1965 100

1975 10 000

1985 1 000 000

Hat also im Jahre 1965 eine bestimmte technische Verarbeitungsleistung im Monat 100 000 Mark gekostet, dann kostete sie im Jahre 1975 nur noch 1000 Mark. Im Jahre 1985 wird die gleiche Verarbeitungsleistung nur noch zehn Mark kosten.

Ich kann auch aus persönlicher Erfahrung ein Beispiel geben. Denn 1968, vor zwölf Jahren, kaufte ich bei der damaligen Firma Honeywell einen Computer (H125) mit einem

- Arbeitsspeicher von 8192 Bytes

- 4 Magnetbandeinheiten 556 Z/ Zoll, 21 000 Z/s

- 1 Kartenleser für 18 000 Karten/ h

- 1 Streifenleser mit 2000 Zeichen/s

- 1 Drucker mit 36 000 Zeilen/h für rund 1 200 000,- Mark.

Heute können Sie einen Minicomputer mit

- Arbeitsspeicher 32 768 Bytes

- 1 kommerzielle Tastatur

- 1 Bildschirm mit 1000 Zeichen

- 1 Doppeldiskettenlaufwerk 380 000 Bytes

- 1 Drucker für rund 90 Zeichen/s für rund 8300,- Mark kaufen.

Die explosive Entwicklung der Hardware-Preise ist nicht beschränkt auf Prozessoren und interne Speicher, sondern bezieht sich auch auf externe Speicher, Ein-/Ausgabegeräte und Teile der Datentransporteinrichtungen.

Ich muß von der Entwicklung auch in diesem meinem Versuch einer grundlegenden Äußerung sprechen, weil viele Vorstellungen in der Praxis noch immer in Verhältnissen Wurzeln, in denen Computer ein Vielfaches der heutigen Preise kosteten.

Andererseits muß ich mit Nachdruck einer anderen Vorstellung entgegentreten, daß nämlich die 'Hardware-Kosten den Löwenanteil der mit der Computeranwendung verbundenen Aufwendungen ausmachen. Das ist nicht so. Zählen wir die Aufwendungen zunächst einmal weiter auf.

2. Kosten für die Organisation -der Anwendung.

Sie bestehen nicht nur aus der expliziten Ausformulierung der zu versorgenden Informationsbedürfnisse, der detailorganisatorischen Ausgestaltung der Abläufe und der konkreten ausdrücklichen Niederschrift der Aufgabenstellung für die Programmierung, sondern auch aus der Vorsorge für die möglichst allumfassende und pünktliche Heranführung der zu verarbeitenden Daten und Umsetzung in maschinell verarbeitungsfähige Form.

3. Kosten für die Programmierung,

also die Systemanalyse, die Codierung, die Einzeltests und die Systemtests.

4. Betriebskosten,

bestehend namentlich aus

- Systembetreuungskosten

- Operatingkosten

- Raumkosten

- Energiekosten insbesondere auch für Klimatisierung

- Versicherungsprämien Materialkosten, unter anderem Datenträger, Papier, Gemeinkostenmaterial

- Datenversandkosten, gegebenenfalls

-Wartungskosten

5. Ausbildungkosten des

- Organisations-Personals

- Programmierungs-Personals

- Systembetreuungs-Personals

- Arbeitsvorbereitungs-Personals

- Operating-Personals

- Datenerfassungs-Personals

- Personals der Fachabteilungen

Bei den Aufwandskosten ist zwischen dem erstmaligen Implementierungsaufwand und dem laufenden Aufwand zu unterscheiden. Es ist zu beachten, daß substantielle Teile der Organisations- und Programmierungskosten laufend für die Pflege bestehender Programme erforderlich sind.

Den Aufwendungen der Computer-Anwendung sind die, zum Teil nur unter Schwierigkeiten, bewerteten Leistungen gegenüberzustellen. Direkte Leistungskomponenten der Computeranwendung sind

1. Ersatz einer alternativen, mindestens der bisher bestehenden Organisationslösung oder der kostengünstigsten Alternative, deren Kosten als Leistung eingesetzt werden können.

2. Automation des Informationstransportes zu, von und innerhalb der Verarbeitung.

3. Automation der Informationsarchivierung mit

- maschinellem Abstellen und

- maschinellem Zugriff auf ungeordnete und geordnete Informationen, auf eindimensional und auf strukturiert angeordnete Daten.

4. Automation der Bearbeitung - quantifizierter und - nicht quantifizierter Informationen.

Die direkten Leistungskomponenten 2. - 4. nenne ich Automation der Informationsversorgung.

Die Automation der Informationsversorgung hat ihrerseits, für die Computeranwendung indirekte Leistungseigenschaften, unter anderem:

1. Erhöhung der Personalunabhängigkeit

2. Verstärkung der Ablaufpräzision und -regelmäßigkeit

3. Verstärkung der Ablauf zwangsläufigkeit

4 Erhöhung der Umlauf- und Ablaufgeschwindigkeit.

In welchem Umfang die mit der Automation der Informationsversorgung qualvoll verbundenen Leistungen der Computeranwendung Oberhaupt realisiert werden, hängt davon ab, inwieweit im Einzelfall die konkreten Informationsbedürfnisse des Versorgungsproblems

- materiell, inhaltlich

- ihrem Typus nach und hinsichtlich

- ihres Antwortzeitverhaltens befriedigt werden. Fortsetzung folgt