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05.01.1990 - 

IBM im Gleichschritt mit Adobe

Font-Krieg der Anbieter könnte sich als Scheingefecht erweisen

MENLO PARK (IDG) - Die Differenzen zwischen Microsoft und der IBM beim Thema OS/2 scheinen um einen weiteren Aspekt bereichert: Im Sommer hatte sich die Apple Inc. von ihren Adobe-Aktien getrennt und einigte sich mit Microsoft auf das "Royal"-Format als Outline-Font-Standard für OS/2. Jetzt meinen Brancheninsider zu wissen, daß die IBM in ihre OS/2-Version doch den bisherigen De-facto-Standard - die Adobe-Fonts - integrieren will.

Branchenkennern zufolge führte die IBM und die Adobe Inc. seit Monaten intensive Gespräche, ohne daß allerdings bisher irgendwelche vertraglichen Vereinbarungen getroffen worden seien. Für die Anwender würde eine Entscheidung von Big Blue, standardmäßig die Adobe Outline-Fonts in OS/2 zu integrieren, aber nicht bedeuten, daß er damit festgelegt ist. Vielmehr strebe die IBM mit dem Intelligent Font Interface (IFI) eine offene Strategie an, um so dem Anwender prinzipiell die Wahl der favorisierten Font-Technologie zu lassen. Auch Software-Entwickler und Händler sehen in einer IFI-Entscheidung der IBM die beste Lösung des anstehenden Problems.

Noch auf der Seybold-Konferenz im September könnte man von Seiten der IBM hören, man habe sich zwar noch nicht entschieden, werde jedoch grundsätzlich wohl die Apple-Technologie der Royal-Fonts unterstützen. Diese Aussage folgte auf die Microsoft-Entscheidung, in ihr OS/2 die Apple-Fonts zu integrieren.

IBM wegen Microsoft in der Zwickmühle

"Die IBM ist mit ihren Aussagen so weit als möglich gegangen, ohne allerdings letztlich die Katze aus dem Sack zu lassen," meinte Jonathan Seybold, Herausgeber der Seybold-Publications und Veranstalter der Konferenz. Allerdings sei klar, daß die IBM sich für einen Font der beiden Kontrahenten Adobe oder Apple als Standard würde entscheiden müssen. Deswegen säße Big Blue auch in einer Zwickmühle: Einerseits sei man Microsoft verpflichtet, die ihre Entscheidung zugunsten von Apple getroffen hat. Andererseits aber könne die IBM nicht die große Zahl ihrer Kunden verprellen, welche bereits auf den Adobe-Standard eingeschworen sind. "Wie immer die IBM sich dreht und wendet, sie wird ein Problem bekommen", meinte Seybold.

Heftige Reaktionen von Adobe-Chef Warnock

Hinter den Kulissen vermuten Branchenbeobachter heftige Aktivitäten des Adobe-Chefs John Warnock, der noch auf der Seybold-Konferenz nach der überraschenden Entscheidung von Microsoft heftige Reaktionen gezeigt hatte. Er hatte das Vorhaben des Unternehmens, neben dem Adobe-Fontstandard mit dem Royal-Outline-Format von Apple einen weiteren Standard zu etablieren, als Unsinn bezeichnet.

Weder von dem Ex-Xerox-Mann und Mitautor der Adobe-Druckerbeschreibungssprache Postscript noch von der IBM war zu dem Sachverhalt eine Verlautbarung zu erhalten. Warnock äußerte lediglich, man habe sehr hart darum gekämpft, den Adobe Type Manager (ATM) in OS/2 und Windows zu integrieren.

Keine Veränderungen in der Zusammenarbeit

In der Auseinandersetzung um den zukünftigen Fontstandard präsentieren Insider eine weitere Nachricht: Apple selber habe sich entschieden, Adobe darin zu unterstützen ihren ATM in das neue Mac-Betriebssystem-Version 7.0 zu integrieren. Mitherausgeber Tony Bove vom Bove/Rhodes Inside Report kommentierte diese Entscheidung mit den Worten, es wäre auch sehr ungeschickt, würde man ein Betriebssystem vermarkten, das keine Adobe-Fonts unterstütze.

Eine Sprecherin von Apple bekräftigte diese Aussage insofern, als sie meinte, es habe keinerlei Veränderungen im Verhältnis und der Zusammenarbeit zwischen Entwicklern von Adobe und Apple gegeben. Hier gelte die gleiche Devise wie mit allen anderen Entwicklern auch: Business as usual.