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19.03.1999 - 

Forcierung des Ausbaus der Produktpalette in Richtung Client- Server

Forcierung des Ausbaus der Produktpalette in Richtung Client- Server Beta Systems hakt ein wenig erfolgreiches Geschäftsjahr ab

FRANKFURT/M. (CW) - Die seit Juli 1997 am Neuen Markt notierte Beta Systems Software AG, Berlin, verfehlte im Geschäftsjahr 1998 relativ deutlich ihre ursprünglichen Wachstums- und Ertragsziele. Angesichts schwieriger Marktverhältnisse in Deutschland und den USA dürfte auch die Zukunft des Anbieters von System-Management- Software für Rechenzentren nicht ganz einfach werden.

"Wir sind nicht glücklich über das, was wir im letzten Jahr geleistet haben", lautete das Fazit von Vorstandsmitglied Alfred Tauchnitz auf der Bilanzpressekonferenz von Beta Systems in Frankfurt am Main. Im zurückliegenden Geschäftsjahr 1998 bilanzierten die Berliner das schlechteste Geschäftsergebnis seit Gründung des Unternehmens 1983. Mit einem Zuwachs gegenüber den Vorjahreseinnahmen von zwölf Prozent auf 76,1 Millionen Mark blieb der Umsatz hinter den Erwartungen zurück. Geradezu alarmierend war dabei der Einbruch im traditionell stärksten vierten Quartal, in dem lediglich ein mageres Plus von 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr erwirtschaftet werden konnte. Bezogen auf eine nähere Umsatzaufschlüsselung weist das Unternehmen einen Anstieg der Service-Einnahmen um 29,9 Prozent auf 6,3 Millionen Mark aus; der Wartungsumsatz stieg 1998 um 6,9 Prozent auf 28,8 Millionen Mark. Der Rest entfiel auf das Lizenzgeschäft.

Auch beim Gewinn mußten die Berliner kräftig Federn lassen. Wie die für den Bereich Finanzen zuständige Vorstandssprecherin Christiane Hotz-Firlus erklärte, wurden 1998 die operativen Ziele nicht erreicht. Im Vergleich zum Vorjahr fiel das Vorsteuerergebnis von 8,3 auf 5,5 Millionen Mark. Berücksichtigt man zudem einmalige Aufwendungen für die Akquisition des kanadischen Softwarehauses Harbor Systems, das im Januar 1998 übernommen wurde, beläuft sich das Minus auf 18,6 Millionen Mark. Im Vorjahr wurde noch ein Jahresüberschuß von 2,7 Millionen Mark erzielt.

Ins Schlingern geriet das Unternehmen eigenen Angaben zufolge auch durch die Auslieferung fehlerhafter Software-Upgrades für die Großrechnerprogramme "Beta 92" und "Beta 93". Ein entsprechender Imageverlust im Markt war die Folge. Vielleicht liegt auch hier einer der Gründe, daß es den Berlinern im letzten Jahr nicht gelang, bei den Lizenzen wie geplant zuzulegen. Ganz im Gegenteil: Der, wie es hieß, erwartete Rückgang von Version-Upgrades, also den Verkauf neuer Versionen, konnte nur zum Teil durch ein Wachstum bei Maschinen-Upgrades (Lizenzerweiterungen) ausgeglichen werden. Das Neulizenzen-Geschäft stieg um vergleichsweise bescheidene 18 Prozent.

Davon abgesehen ist der deutsche Markt, in dem auch die großen US- Wettbewerber Computer Associates (CA) und IBM agieren, nach Einschätzung von Branchenbeobachtern stark gesättigt. Eigenen Angaben zufolge hat Beta Systems hierzulande einen Marktanteil von 60 Prozent. Eine Reihe namhafter Großkonzerne sind Kunden des Software-Anbieters, etwa Allianz und Daimler-Chrysler. Doch der Schein einer vermeintlich stabilen Marktposition trügt - auch im bei den Berlinern noch florierenden Großrechnergeschäft, das vorwiegend von Lizenzerweiterungen lebt. Die Akquisitionen der letzten Zeit - neben Harbor Systems wurden auch die Softwareschmieden Norcom (Deutschland) sowie Q Master Software Solutions (Kanada) und Diacom (USA) übernommen - hatten deshalb vor allem das Ziel, das derzeitige Produktportfolio zu erweitern. Man wolle dabei die im vergangenen Jahr eingeschlagene Strategie fortsetzen, durch das Angebot unternehmensweiter Lösungen in den Bereichen Storage-, Dokumenten-Management sowie Security- und Prozeß-Management den Mainframe mit anderen IT-Plattformen, vorwiegend der Unix- und Client-Server-Welt, zu verbinden, hieß es.

Nicht unbedingt für die Solidität des Unternehmens dürfte allerdings die Tatsache sprechen, daß man anscheinend an verantwortlicher Stelle die Quartalszahlen nicht mehr im Griff hatte. "Wir glaubten noch Mitte Dezember, im Plan zu liegen", räumte Hotz-Firlus in bezug auf das vierte Quartal eine Fehleinschätzung ein, die im Februar in eine entsprechende Gewinnwarnung mündete. Mit Prognosen ist man deshalb bei Beta Systems sehr vorsichtig geworden. Laut Plan soll das Ergebnis vor Steuern 1999 um acht Prozent, der Umsatz zwischen 20 und 25 Prozent zulegen.