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11.02.2000 - 

Riesendeal für Free-Computer-Anbieter People PC

Ford schenkt allen Mitarbeitern einen PC

MÜNCHEN (gfh) - Der Automobilkonzern Ford hat angekündigt, weltweit sämtlichen Mitarbeitern für eine symbolische Monatsgebühr von zehn Mark einen privaten PC mit Drucker und Internet-Anschluss zur Verfügung zu stellen. Über die Kosten der Aktion schweigt sich das Unternehmen aus.

Die ersten Internet-Rechner sollen Mitte dieses Jahres in den USA ausgeliefert werden. Ein Jahr später sollen alle 350000 Mitarbeiter, darunter 40000 in Deutschland, am Netz hängen. Ford sieht die jetzt gestartete Aktion als Teil seiner weltweiten E-Business-Strategie. Darin geht es nicht nur um die Schaffung eines Online-Marktplatzes (Autoxchange) oder den Web-Vertrieb, sondern auch um die bessere Anbindung der Mitarbeiter. Offiziell sieht das Unternehmen in seiner PC-Aktion vor allem eine Schulungsmaßnahme, denn "Menschen und Unternehmen, die im 21. Jahrhundert erfolgreich sein wollen, müssen eine Führungsrolle im Umgang mit dem Internet spielen".

Wie diese Vision konkret umgesetzt wird, ist bislang nur in Ansätzen bekannt. So soll eigens ein Portal geschaffen werden, über dessen Inhalte jedoch noch nicht entschieden ist. Auf alle Fälle sollen die Mitarbeiter, die sich für einen Internet-PC entschieden haben, die Möglichkeit bekommen, sich von zu Hause aus in das Intranet des Autokonzerns einzuwählen, um dort etwa die elektronische Hauszeitung abzurufen oder Fortbildungsangebote wahrzunehmen. Befürchtungen, die Mitarbeiter würden über den Internet-PC zu unbezahlter Arbeit in der Freizeit gedrängt, tritt das Unternehmen mit dem Argument entgegen, dass das Angebot an keine Bedingungen geknüpft sei.

Die Mitarbeiter könnten den Rechner auch für rein private Zwecke verwenden. Bei den Rechnern und Druckern von Hewlett-Packard handelt es sich nicht gerade um Highend-Geräte (siehe Kasten "Fords Internet-PC"). Ihr Wert beläuft sich auf etwa 1000 Dollar. Mitarbeiter, die bereits einen Rechner haben, können daher auch den Internet-Anschluss alleine bekommen oder gegen Aufpreis ein leistungsfähigeres System wählen.

Falls Ford die Rechner im Geschäft kaufen müsste, würden sich die Kosten auf rund 300 Millionen Dollar belaufen. Die Tatsache, dass der Automobilkonzern keine finanziellen Details bekannt gibt, lässt jedoch darauf schließen, dass er besondere Abkommen mit seinen Partnern geschlossen hat. Eine Selbstverständlichkeit wäre es, wenn Hardwarelieferant HP und Provider Uunet bei einem Geschäft dieser Größenordnung Mengenrabatte einräumten.

Interessanter ist die Rolle der People PC Co., San Franzisko, die den Vertrieb und den Support organisiert. Das Unternehmen agiert im Dunstkreis so genannter Free-PC-Anbieter. Dabei handelt es sich um ein umstrittenes Geschäftsmodell, bei dem die Kunden zwar nur wenige Dollar für ihren Internet-PC bezahlen, sich dafür aber auf langjährige Verträge mit Internet-Providern einlassen, die elektronische Zusendung von Werbung akzeptieren oder persönliche Daten zum Verkauf freigeben müssen. Auch People PC finanziert seine Internet-Rechner über Werbeverträge.

Über die Konditionen der Zusammenarbeit mit dem Anbieter gibt Ford zur Zeit noch keine Einzelheiten bekannt, weil diese noch nicht endgültig beschlossen seien. Auch ist noch unklar, wie das bisher vergleichsweise winzige Unternehmen diesen Riesenauftrag bewältigen soll. Hinzu kommt, dass People PC gleich einen zweiten Auftrag dieser Art von Delta Airlines bekommen hat. Dort sollen 75000 Mitarbeiter mit einem Internet-PC ausgestattet werden, dessen Eckdaten dem Ford-Angebot gleichen. Anders als beim Automobilhersteller sollen die Angestellten der Fluglinie für den Internet-Anschluss allerdings zwölf Dollar bezahlen und sich zudem für mindestens drei Jahre auf den von Delta ausgewählten Internet-Provider festlegen. Zudem werde eine Werbeseite mit People PC vereinbart.

Solche Geschäftsmethoden soll es bei Ford nicht geben. So legt das Management Wert auf die Feststellung, dass die Vergabe der Rechner mit keinerlei Pflichten gegenüber dem Arbeitgeber oder einem der involvierten Unternehmen verbunden ist. Das bedeutet allerdings nicht, dass der Automobilkonzern nicht ebenfalls über Werbung in seinem Mitarbeiternetz nachdenken würde. Unklar ist bislang lediglich, in welcher Form sie integriert werden soll.

Fords Internet-PCDer Standardrechner von Hewlett-Packard arbeitet mit einem auf 500 Megahertz getakteten Celeron-Prozessor, hat 64 MB Hauptspeicher und eine 4,3-GB-Festplatte. Hinzu kommen ein 15-Zoll-Monitor, Lautsprecher, ein Modem und ein Farb-Tintenstrahldrucker, der ebenfalls von HP stammt. Als Internet-Provider agiert Uunet.