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02.02.1996 - 

Abgrenzung gegenueber Gigabit Ethernet

Fore Systems' Zukunft haengt vom Erfolg des ATM-Standards ab

Das Wachstum von Fore Systems korreliert direkt mit der Entwicklung des ATM-Marktes. Sehr frueh stieg das Unternehmen in die neue Technik ein, und entwickelte sich innerhalb von vier Jahren zum ATM-Marktfuehrer mit einem Umsatz von 75,6 Millionen Dollar. Einen Teil des Geldes investierte Fore Systems in die Akquisition der Atlantec Corp., eines Unternehmens mit Know-how im LAN-Switching-Markt, um zukuenftig auch ausserhalb des ATM-Geschaefts Umsatzt zu generieren.

ATM-Forum und IETF mit verschiedenen Vorschlaegen

Um den Erfolg im angestammten Bereich zu sichern, ist es fuer das in Warrendale, Pennsylvania, ansaessige US-Unternehmen wichtig, ATM gegenueber anderen Alternativen wettbewerbsfaehig zu machen. Seit einigen Wochen zeichnet sich mit der Ethernet-Variante, die Daten mit einer Uebertragungsrate von 1 Gbit/s transportieren soll, eine Konkurrenz ab. Mit dieser Transferrate, so die Berechnung von Geoff Bennett, European Professional Services Manager bei Fore Systems, muessten Router 1,5 Millionen Frames pro Sekunde durchschleusen. "Es gibt keinen Router, der diese Uebertragungsrate auf einem Port bewaeltigt", rueckt der Fore-Manager das Verhaeltnis der schnellen Ethernet-Variante gegenueber ATM zurecht.

Dennoch ist auch im ATM-Bereich nicht alles eitel Sonnenschein. Das groesste Problem des asynchronen Transfer-Verfahrens ist die fehlende Standardisierung.

Das ATM-Forum, das sich selbst nicht als Standard-Organisation bezeichnet, arbeitet laut Bennett eng mit den offiziellen Standardgremien zusammen. Regelmaessige Kontakte gibt es etwa mit der ITU-T, um die Uebertragung von Sprache zu definieren und die Schnittstellen zwischen privaten und oeffentlichen Netzen zu harmonisieren.

Dennoch geht das ATM-Forum gegenueber der IETF auf Konfrontationskurs. Beide Organisationen verfolgen bei der Behandlung von Broadcast-Nachrichten in LAN-Emulationen unterschiedliche Implementationsformen. Das IETF identifiziert Broadcast-Nachrichten im Frame. Zur Verteilung der Nachricht muss immer der Registrierungs-Server nach Adresslisten befragt werden, zudem funktioniert das Verfahren stets nur fuer ein spezifisches LAN-Protokoll.

Das ATM-Forum vertritt einen anderen Ansatz, es moechte ein protokolluebergreifendes Verfahren realisieren. Der zu verteilende Frame wird auf einen Broadcast-Domain kopiert, der die Daten dann verschickt. Zur Zeit ist diese Funktion nur fuer Classical IP implementiert.

Die fehlenden Features sollen in die naechste Version der LAN- Emulation eingehen, die noch in diesem Jahr zur Verabschiedung durch das ATM-Forum ansteht. Weiter sind 1996 Entscheidungen zum Routing inklusive der Dienstequalitaeten sowie eine erweiterte Version des User-to-Network Interface (UNI) und des Traffic- Managements zu erwarten.

Was aber folgt auf ATM? "ATM ist die Zukunft", hofft Bennett, "denn das Verfahren ist dynamisch." Es gebe theoretisch keine maximale Uebertragungsrate. Aktuelle Hoechstwerte beim Tempo des Datentransfers seien durch die Leistungsgrenze der verfuegbaren Geraete bedingt. "Je besser die Entwicklungen bei der Hardware sind, desto besser wird ATM" lautet die Prognose eines Managers, dessen Unternehmen vom Erfolg des asynchronen Verfahrens abhaengig ist.