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19.01.1979 - 

Das Siemens Textsystem 580 in der Radiologen-Praxis:

Formulierungshilfe kommt vom Textbuch

BAD SODEN - Wesentlicher Bestandteil der ärztlichen Leistung eines Radiologen ist die schriftliche Aufzeichnung des Befundes, den die Röntgenaufnahmen anzeigen. Diese Tätigkeit beansprucht mindestens ein Drittle der Arbeitszeit des Arztes und knapp die Hälfte der Arbeitsleitung des nichtärztlichen Hilfspersonals; sie besteht zum großen Teil in sich wiederholenden Formulierung und Fixierungen häufig wiederkehrender Inhalte.

Unter dem Gesichtspunkt der Kostendämpfung ist die teilweise Automatisierung des Schreibdienstes die logische Konsequenz aus der skizzierten Situation. Voraussetzung für den rationellen Einsatz eines Schreibautomaten ist ein qualifiziertes Textbuch. Es sollte bei der Umstellung des Schreibdienstes auf automatisierte Befundschreibung komplett sein, weil sonst der Einsatz eines Textautomaten unwirtschaftlich wäre. Ein qualifiziertes Textbuch muß fünf Qualitäten haben.

Systematische Gliederung

Da die Speicherkapazität des einzelnen Datenträgers nicht unbeschränkt ist, teilt man die gesamte Textkonserve in vier Teile. Hierzu bietet sich eine Gliederung nach Fachgebieten und deren Fragestellungen zum Befund an; Bewährt haben sich die vier Rubriken:

Innere Medizin;

Chirurgie, Gynäkologie;

Urologie, Neurologie, HNO;

Orthopädie.

Innerhalb dieser Textblöcke gliedert man nach den Organen. Bei der einzelnen Organbeschreibung hat sich die Zweiteilung in vollständige Texte, die sehr häufig wiederkehren und einzelne Textbausteine, bewährt.

Die vollständigen Texte normaler Befunde können in mehreren sprachlich unterschiedlichen Formulierungen vorliegen. Die Reihenfolge der Textbausteine soll der Beschreibung des Untersuchungsablaufes folgen und alle pathologischen Abweichungen berücksichtigen.

Vollständigkeit

Alle in Frage kommenden Befunde kann kein Textbuch beinhalten. Um die Textkonserve nicht zu einem unhandlichen, weil zu umfangreichen Buch anschwellen zu lassen, ist die Häufigkeit aufzunehmender Befunde zu berücksichtigen. So ist es zum Beispiel nicht sinnvoll, die Beschreibung tumoröser Prozesse aufzunehmen, weil ihre Formen zu unterschiedlich sind und ihr Vorkommen relativ selten ist. Die angelegte Textkonserve kann dann als praktikabel gelten, wenn 80 Prozent der Befunde mit ihr verfaßt werden können.

Anpassungsfähigkeit

Einzelne Sätze sollten sich so zu Textbausteinen zusammenfassen lassen, daß dazwischen noch notwendige Ergänzungen Platz finden können; die Textbausteine müssen so formuliert sein, daß sie auch als Kurzbefunde verwendbar sind.

Rasche Zugriffsmöglichkeit

Graphische Gestaltung und Ordnung durch Ausdruck auf verschiedene farbige Papiere, durch unterschiedlich große Kapitelüberschriften und ein Exzerpt in einer Raumsparschrift am Rand, sind praktisch. Ein Tableau mit allen Textnummern samt Inhaltsangabe in ein bis drei abgekürzten Worten ist für kurze Bearbeitungszeiten wünschenswert.

Neutrale Ausdrucksweise

Ein fremd formulierter Text kann nur unter Verzicht auf individuelle Ausdrucksweise übernommen werden. Die nüchterne morphologische Beschreibung mit Größen- und Höhenangaben in cm macht das Verwenden der Textkonserve attraktiv; sie kann vom Benutzer auch noch individuell verändert werden.

Die automatisierte Befundschreibung mit dem Textsystem 580 von Siemens bringt dem Radiologen einen Zeitgewinn von 15 Prozent, wenn er die zu schreibenden Textnmmern aus dem Textbuch handschriftlich auf einem Schreibauftrag fixiert. Setzt er ein Diktaphon ein, so steigert sich die Zeitersparnis auf etwa 30 Prozent.

Wesentlich höher noch, bei 65 Prozent, liegt der Zeitgewinn für das Schreibpersonal. Daraus ergibt sich, daß die automatisierte Befundschreibung dann wirtschaftlich sinnvoll ist, wenn mehr als eine nichtärztliche Hilfskraft mit Sekretariatsarbeiten (Befundschreibung, Rechnungsstellung, Empfang, Archiv etc.) befaßt ist.

Die Akzeptanz der automatisierten Befundschreibung wird von der Qualität der Textvorlage und ihrem kritischen Einsatz abhängen. Sind die oben skizzierten fünf Voraussetzungen erfüllt, werden die automatisch geschriebenen Befunde von den sie empfangenden Ärzten problemlos akzeptiert.

*Dr med Reinhard Kratz ist Chefarzt der Krankenanstalten des Main-Taunus-Kreise, Kreiskrankenhaus Bad Soden