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12.12.2005

Forrester: 2007 kommt der Aufschwung

Die Voraussetzungen für einen neuen IT-Boom sind gegeben, konstatiert Forrester Research. Nach Jahren der Stagnation investieren Unternehmen wieder in technische Innovationen.
Voice over IP wird sich in Europa erst im Jahr 2020 vollständig durchgesetzt haben, prognostizieren die Marktforscher. Damit einher geht die Nutzung von Breitbandtechniken.
Voice over IP wird sich in Europa erst im Jahr 2020 vollständig durchgesetzt haben, prognostizieren die Marktforscher. Damit einher geht die Nutzung von Breitbandtechniken.

Die zyklische Entwicklung der IT-Industrie zeigte in den letzten Jahrzehnten einen regelmäßigen Wechsel zwischen Boom- und Stagnationsphasen. Nachdem die Jahre nach 2001 durch schwach wachsende oder sogar sinkende IT-Investitionen gekennzeichnet waren, erwartet Forrester Research spätestens 2007 den Beginn eines neuen Aufschwungs. Mit einer Zunahme des Investitionsvolumens für innovative IT-Konzepte ist aber bereits im kommenden Jahr zu rechnen. Die technische Basis für die Weiterentwicklung der Innovationen ist bereits vorhanden; als Keimzellen für den Aufschwung hat Forrester folgende vier Bereiche ausgemacht:

Hier lesen Sie …

• warum Forrester spätestens 2007 mit einem IT-Aufschwung rechnet;

• welche Techniktrends das Wachstum treiben;

• warum Voice over IP sich in Europa nur langsam verbreitet.

Digital Business Architecture löst Web-Anwendungen ab

Die Notwendigkeit der Akquise und der globale Wettbewerb führen dazu, dass Geschäftsprozesse ständig weiterentwickelt werden müssen. Unterstützt werden solche Schritte durch eine Digital Business Architecture (DBA), die sich zum Nachfolger der klassischen Web-basierenden Anwendungen entwickelt. Die Basis einer DBA besteht aus preiswerten virtualisierten Hardware- und Netzressourcen; die nächste Schicht bilden gemeinsam genutzte Software und Services. Darüber liegen Business-Intelligence- und Interaktions-Plattformen. Diese Architektur zeichnet sich dadurch aus, dass die IT-Infrastruktur in ihrem Aufbau nicht mehr auf die Funktionen einzelner Anwendungen ausgerichtet ist, sondern komplette Geschäftsprozesse abbildet. Dadurch lässt sich die IT schneller an die Abläufe anpassen.

X-Internet ermöglicht neue Anwendungen

Das X-Internet (Extended Internet) wird die Möglichkeiten, die das World Wide Web bietet, erweitern und zum Beispiel die Nutzung von RFID-Systemen, mobilem Networking, Telematik- oder Biometrie-Anwendungen erlauben. Ermöglicht wird dies durch die Verbindung von Informationssystemen mit physikalischen Systembestandteilen. Im X-Internet stehen Protokolle und Bandbreiten zur Verfügung, um technische Systeme miteinander zu verbinden. Während das Internet heute Benutzer mit Computern oder anderen Anwendern verbindet, verknüpft das X-Internet Computer und andere Maschinen miteinander. Dadurch werden die Prozesse deutlich effizienter. Dies möchte sich beispielsweise Delta Airlines zunutze machen. Die Fluggesellschaft plant ein RFID-Tracking-System für Passagiergepäck, um die 0,7 Prozent fehlgeleiteten Koffer und Taschen in den Griff zu bekommen. Das Unternehmen erhofft sich davon Einsparungen von 100 Millionen Dollar pro Jahr.

Social Computing verbessert den Informationsfluss

Das Internet wird aber nicht nur mehr Anwendungsmöglichkeiten eröffnen, sondern auch neue soziale Strukturen fördern. Social Computing sorgt mit Suchmaschinen, Blogs und Viral-Marketing für neue Kommunikationsformen. In vielen Privathaushalten ist die notwendige Infrastruktur bereits vorhanden: Multimedia-PCs und schnelle Internet-Zugänge. Aktivitäten wie Downloads, C-to-C-Commerce (Ebay) und Blogging sind nur einige Beispiele für Social Computing im Privatbereich. Auch Unternehmen nutzen dies zunehmend, um neue Produkte zu entwickeln, mit Kunden zu kommunizieren und die Beziehungen zu Mitarbeitern sowie Geschäftspartnern zu pflegen.

Innovation Networks als globale Ressource verfügbar

Innovation wird nach Meinung von Forrester wieder zum Schlüsselfaktor für wirtschaftliches Wachstum. Als neues Konzept für Forschung und Entwicklung im Softwarebereich werden Innovationsnetzwerke den Unternehmen helfen, ihren Bedarf an Know-how und Kapital weltweit zu decken. In Innovation Networks verbinden sich - je nach Aufgaben - Firmen, spezialisierte Unternehmen und auch Einzelpersonen, um Forschung und Entwicklung zu betreiben. Als Werkzeuge dienen kollaborative Systeme und Integrationsstrategien wie zum Beispiel Web-Services-Software und Multimedia-Konferenz-Technik.

Während diese Entwicklungen langfristig neue Märkte für IT-Systeme entstehen lassen, gibt es aktuelle Techniken, die im Jahr 2006 mit Sicherheit für Bewegung im Markt sorgen werden. Hier ist die Verbreitung von Voice over Internet Protocol (VoIP) sowohl im Geschäftsbereich als auch unter privaten Nutzern zu nennen. Forrester erwartet aber, dass sich das Telefonieren über das Internet in Europa nicht so schnell durchsetzen wird. Das hat im Wesentlichen zwei Gründe: VoIP ist technisch noch nicht vollständig ausgereift. So benutzen die meisten Anbieter SIP (Session Initiation Protocol), eine Technik, die hinsichtlich Verbindungssteuerung und vor allem der Sicherheit noch Wünsche offen lässt. Ungelöst ist auch die Frage, wie Notrufe garantiert werden können. Zudem ist die Qualität von analogen Telefonnetzen noch nicht erreicht. Der zweite Grund ist die Zurückhaltung der potenziellen Kunden. Nur ein Prozent der Privathaushalte nutzen VoIP; 70 Prozent wissen noch gar nicht, dass sie über das Internet auch telefonieren können. Beide Probleme dürften schon bald gelöst werden, so dass ab 2006 mit einem Anstieg der Teilnehmerzahlen zu rechnen ist. Schon im nächsten Jahr könnten fünf Prozent der Privathaushalte und zehn Prozent der Firmen VoIP nutzen. Generell werden sich Unternehmen hinsichtlich der Einführung der Internettelefonie aber weiter konservativ verhalten.

Keine großen Sprünge bei Wimax-Anschlüssen

Als Alternative zu heute verfügbaren schnellen Datenverbindungen kommt in jüngster Zeit immer wieder Wimax (World Interoperabilty for Microwave Access - IEEE 802.16) in die Diskussion. Hinter diesem Breitband-Übertragungsstandard, der den Mikrowellenbereich benutzt, stehen Firmen wie Intel, Alcatel, Nokia, Nortel und Samsung. Die Technik bietet die Möglichkeit, drahtlos auf eine große Bandbreite zugreifen zu können. Daher ist sie nicht nur für Mobilanwendungen attraktiv, sondern auch für stationäre Systeme. Die flächendeckende Einführung von Wimax-Systemen wird aber noch auf sich warten lassen. Es ist damit zu rechnen, dass erst 2010 traditionelle Kommunikationstechniken wie DSL oder UMTS von Wimax verdrängt werden.

RFID und SOA vor allem in der Logistik ein Thema

Last, but not least wird das nächste Jahr wegen der breiten Einführung von RFID-Systemen in der Logistik die IT-Landschaft verändern: Nach Ansicht von Forrester werden Logistikunternehmen zu den Pionieren bei der Anwendung von SOA-Konzepten zählen. Diese Lösungen versprechen beispielsweise, dass Logistikunternehmen ihren Kunden einen tieferen Einblick in Lieferketten geben und dabei ihre bereits vorhandenen Systeme weiternutzen können.

Im Gegensatz zur bisher eher zurückhaltenden Einstellung gegenüber neuen Technologien haben Unternehmen wie DHL und UPS erkannt, dass mit Hilfe eines SOA-Frameworks Kunden ein zusätzlicher Mehrwert geboten werden kann. Er spielt im härter werdenden Konkurrenzkampf eine entscheidende Rolle. (wh)