Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

19.10.1977 - 

Fachhochschulen zielen auf echten Transfer:

Forschung muß sich an Praxis messen lassen

MÜNCHEN (ee) - "Forschung ist im Hochschulbereich zunächst ein Reizwort", stellte Professor Dr. Johann Löhn, Rektor der Fachhochschule Furtwangen, in einem Gespräch mit der Computerwoche zu den Forschungsmöglichkeiten im Informatik-Bereich der Fachhochschulen fest. Löhn glaubt, daß bei der öffentlichen Diskussion über die Forschungsleistungen bestimmter Lehr-Institutionen die Beteiligten zu unkritisch Vergleiche anstellten.

"Ich selbst würde nicht aufrechterhalten, was ich vor einigen Jahren gesagt habe, daß die Universitäten generell nicht anwenderbezogen arbeiten. "Wenngleich die Universitäten gesetzlich zur Forschung angehalten wären und dafür auch mehr Mittel (als Fachhochschulen) bekämen, hält er grundsätzlich Konkurrenzdenken auf dem Sektor der Hochschulforschung für schlecht, weil das Augenmerk "lieber auf eine vernünftige Ausbildung" gelegt werden solle.

Die einzelnen Fachhochschulgesetze kennen auch Forschungs- und Entwicklungsaufträge. "Dies nehmen wir sehr ernst, indem wir den Professoren Möglichkeiten einräumen, Forschungs- und Entwicklungsaufträge durchzuführen", erklärt Löhn. Furtwangen lege allerdings das Gewicht auf anwendungsorientierte Forschung. "Wir wollen keine Studien produzieren, die nur in die Bibliothek kommen, sondern Technologien umsetzen, also echten Transfer machen. Dies", so der FHS-Rektor, "ist Arbeit, die der Anwender nicht leisten kann." Und ständig müsse sich das Forschungsergebnis an der Praxis messen lassen.

Löhn: "Leider ist der Freiraum, den wir haben, nicht sehr groß, aber es hat keinen Sinn darüber zu klagen, sondern wir müssen erst einmal etwas auf die Beine stellen." Im Grunde seien die Fachhochschulen damit zufrieden daß sie diese Forschung ausüben könnten. Zum anderen "gilt für Verhandlungen im Kultusministerium klar zu sagen, ohne diese Möglichkeit zu forschen, würde die Institution Fachhochschule nach einigen Jahren nicht mehr wirkungsvoll arbeiten können", resümiert Löhn.