Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

30.09.1977 - 

Interkama '77:

Forum der Automatisierungstechnik

DÜSSELDORF - Mikroprozessoren und Prozeßrechner werden die Szenerie der größten internationalen Fachmesse für Meß- und Automatisierungstechnik beherrschen. Die Veranstalter des "7. Internationalen Kongresses mit Ausstellung für Meßtechnik und Automatik" (Interkama '77) erwarten vom 6. bis 12. Oktober im neuen Düsseldorfer Messegelände über 90 000 Besucher. Rund 900 Aussteller aus 23 Ländern werden auf einer Nettofläche von 45 000 Quadratmetern demonstrieren, wie weit der Automatisierungsgrad durch die rasante Entwicklung der Mikroelektronik fortgeschritten ist. Ein parallel zur Ausstellung stattfindender Kongreß, über 200 praxisorientierte. Hersteller-Kurse sowie eine Sonderschau "Angewandte Forschung" runden das diesjährige Messeprogramm ab.

Galten Meßgeräte mit integriertem Mikroprozessor vor wenigen Jahren noch als "Exoten", so werden auf der Interkama '77 - zumindest in den oberen Preisklassen - Gerätekonzeptionen ohne "Intelligenz" eine Ausnahme sein. Angekündigte mikroprozessorgesteuerte Systeme können Daten speichern, Meßwerte umrechnen, Relativmessungen durchführen sowie ganze Meßprogramme speichern und ausführen.

Komplett-Lösungen und Dialog-Programme

Viele dieser Meßgeräte verfügen bereits über den international genormten IEC-Bus, der den Zusammenschluß verschiedener Meßgeräte unterschiedlicher Hersteller zu ganzen Meßsystemen beziehungsweise Meßautomaten ermöglicht. In Düsseldorf wird eine große Anzahl fertig konzipierter tischrechnergesteuerter Meßautomaten zu sehen sein - inklusive einer meßobjektbezogenen Software. Besonders anwenderfreundlich sind dabei Dialogprogramme, die in einem Frage-und-Antwort-Spiel selbständig die Programmerstellung übernehmen.

Das Automatisierungsmittel der höchsten Stufe ist nach wie vor der Prozeßrechner. Zu seiner Hauptaufgabe, dem Steuern und Regeln von Produktionsprozessen, sind weitere Einsatzbereiche hinzugekommen, zum Beispiel das Steuern von reinen Meßapparaturen, Prüfgeräten und Analyseeinrichtungen. Der Rechner übernimmt dabei zugleich das Auswerten der Meßdaten und das Berechnen von nicht unmittelbar erfaßbaren Kenngrößen höheren Informationsgehaltes.

Die Peripherie braucht Intelligenz

Sahen Automatisierungs-Experten auf der letzten Interkama noch in der Verlagerung möglichst vieler Prozeßrechnerfunktionen von der Hard- in die Software den kommenden Trend, so bahnt sich in diesem Jahr eine Wende an - verursacht durch den Hardware-Preisverfall der jüngsten Zeit. Die neue Devise heißt: Verlagerung möglichst vieler Rechnerfunktionen in die Peripherie, wo sie von Mikroprozessoren übernommen werden.

Die in acht Themengruppen zusammengefaßten 47 herstellerunabhängigen Kongreßvorträge (Programm siehe Seite 18) sollen die interessierten Besucher umfassend über Stand und Trends in der Meß- und Automatisierungstechnik informieren. Jede Themengruppe wird von einem leichtverständlichen Übersichtsvortrag eingeleitet und durch anschließende Fachvorträge ergänzt. Die sogenannten Interkama-Kurse werden von den ausstellenden Firmen in eigener Regie veranstaltet. Sie sollen dadurch Gelegenheit erhalten, ihre Kunden ergänzend zur Ausstellung auf besondere Einsatzgebiete von Produkten hinzuweisen.

Als "Ausstellung in der Ausstellung" veranstalten wissenschaftlich-technische Institutionen auf der Interkama '77 eine Sonderschau "Angewandte Forschung". Sie soll den Dialog zwischen anwendungsorientierter Forschung und produzierender Industrie fördern. Zu den "wissenschaftlichen" Exponaten zählen zum Beispiel ein Automatisierungssystem auf Lichtleiter-Basis sowie ein in "Pearl" programmierbarer Rechner, mit dem ein Online-Programm zur Leck-Erkennung in Leitungsnetzen demonstriert wird.

Größte Fachmesse für Meßtechnik

Wurde die erste Interkama im Jahr 1957 von Fachleuten noch als zaghafter Versuch gewertet, zwischen Herstellern und Anwendern einen konstruktiven Gedankenaustausch zu initiieren (damals zeigten insgesamt 331 Aussteller auf 7860 Quadratmetern ihre Exponate), so bezeichnen die Düsseldorfer Organisatoren das seit 1968 im Drei-Jahres-Rhythmus stattfindende Automatisierungs-Forum heute stolz als größte Fachmesse ihrer Art. Sie rangiere in Popularität und Bedeutung noch vor den europäischen Schwesterveranstaltungen, der Pariser Mesucora" und der britischen "IEA", die beide jeweils zwischen den Interkama-Terminen stattfinden.

Besondere Mühe gaben sich die Düsseldorfer Veranstalter mit einem neuen Besucher-Informationssystem: An zahlreichen Orten des Messegeländes hat der Besucher die Möglichkeit, sich über Bildschirm oder Drucker Firmenanschrift, Standnummer und Lieferprogramm eines jeden Ausstellers ausgeben zu lassen. Auf die Frage nach einem bestimmten Produkt erhält der Interessent ein Verzeichnis aller dieses Produkt anbietenden Firmen - in Form eines optimierten Wegplanes.