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Roadmap für Wireless-LAN-Produkte

Foundry Networks geht in die Luft

26.09.2003
MÜNCHEN (CW) - Jetzt funkt es auch bei Foundry Networks. Als letzter der großen klassischen Networking-Hersteller erweitert nun auch das Unternehmen aus dem kalifornischen San Jose sein bislang rein drahtgebundenes Sortiment um WLAN-Produkte.

Spät, aber noch rechtzeitig, wagt sich nun auch Foundry Networks ins WLAN-Geschäft, um sich im aufstrebenden Marktsegment der Funknetze neues Umsatzpotenzial zu erschließen. Glaubt man den Aussagen des Foundry-Managements, hat die Company die WLAN-Entwicklung keineswegs verschlafen, sondern den Zeitpunkt des Markteintritts bewusst abgewartet. Gegen eine frühere Einführung einer WLAN-Produktserie für den Einsatz in Unternehmensnetzen, so die Argumentation, hätten vor allem Unsicherheiten in der Standardisierung gesprochen. Um den Kunden End-to-End-Lösungen anbieten zu können, wollte Foundry erst Klarheit haben, wohin die Normierungsreise in Sachen Sicherheit, Management, Nutzerberechtigung, Roaming und Transferraten bei WLANs ging.

WLAN wird schneller

Tatsächlich haben sich binnen Jahresfrist sowohl in der Standardisierung als auch Produktentwicklung deutliche Trends abgezeichnet. Neben den etablierten und kompatiblen 2,4-Gigahertz-Standards 802.11b (11 Mbit) und 802.11g (54 Mbit) hat nun auch das auf 5 Gigahertz basierende WLAN-Verfahren 802.11a (54 Mbit) im Markt Fuß gefasst. Mehr und mehr Hersteller gehen dazu über, so genannte Multimode-Produkte anzubieten, die alle drei Standards unterstützen. Mit 802.11i steht außerdem eine Spezifikation kurz vor der Verabschiedung, die in puncto Sicherheit für eine bessere Verschlüsselung und Benutzerauthentifizierung sorgen soll. Darüber hinaus ist laut Foundry unterdessen auch absehbar, in welche Richtung sich die Normierung bei Quality of Services (802.11e), Roaming (802.11f) und künftigen Übertragungsgeschwindigkeiten zwischen 108 und 320 Mbit/s (802.11n) bewegen wird.

Produkteinführung in Raten

Analysten bestätigen diesen "Reifegrad" in der Standardisierung und halten den Markteintritt von Foundry deshalb unter Aspekten der Planungssicherheit für gut gewählt. Allerdings gelingt dem Unternehmen der ganz große WLAN-Wurf nicht auf Anhieb. Foundry führt nämlich sein komplettes Wireless-Portfolio nicht sofort, sondern in mehreren Schritten bis Ende ersten Quartals 2004 ein und weist dabei nach Ansicht der Marktbeobachter von Current Analysis neben Stärken auch Schwächen auf.

Den Anfang macht die Company mit dem Access Point "Ironpoint 200", der das zentrale Element der Wireless-Strategie bildet. Der Zugangsknoten soll im Oktober zu einem Preis von 955 Dollar auf den Markt kommen. Er ist Dualband-fähig und beherrscht die WLAN-Verfahren 802.11a/b/g sowie 802.11a Turbo (108 Mbit). Das Produkt ist dabei als eigenständiger Zugangspunkt konzipiert, der alle erforderlichen Management-, Vermittlungs- und Sicherheitsmerkmale in einer Box integriert. Das Gerät unterstützt bis zu 128 Benutzer und ist Foundry zufolge auch hinsichtlich der Speicher- und Prozessorausstattung für die kommenden Features wie den Sicherheitsstandard 802.11i, Roaming, automatische Kanalzuordnung, Power Level Selection sowie Hochfrequenz- und Kanalkonfiguration vorbereitet.

Dem Ironpoint 200 wird vermutlich ebenfalls noch im Oktober die "Ironpoint Edition" für das bereits existierende Foundry-Management-System "Ironview Network Manager" folgen. Sie ermöglicht dem Hersteller zufolge die zentrale Konfiguration und das Backup der Access Points sowie das Management der User Policies und Zugänge. Zudem enthält sie Funktionen wie Traffic-Logging, - Reporting und -Monitoring. Der Preis wird mit 2395 Dollar angegeben.

Im Dezember beabsichtigt Foundry dann eine abgespeckte Version des Ironpoint 200 für seine "Fastiron Edge Switches" auszuliefern. Bei dieser Access-Point-Variante wird die Intelligenz durch ein 1195 Dollar teures Software-Upgrade auf den Switch verlagert. Damit werden die Layer-2-Switches softwareseitig auf integrierte WLAN-Fähigkeit aufgerüstet. Kunden erhalten laut Foundry dann unter anderem alle derzeit verfügbaren 802.11x-Sicherheitsmerkmale, IPsec/VPN Pass-Through zur Unterstützung existierender Virtual Private Networks, verbesserte Monitoring- und Reporting-Funktionen durch das Tool "sFlow", Quality of Service für konvergente Applikationen sowie eine redundante Stromversorgungen durch Power over Ethernet.

Im Frühjahr 2004 will Foundry WLAN-Support dann auch in seinen modularen Chassis-Switches der "Jetcore"-Serie realisieren. Die Company verspricht zu diesem Zeitpunkt ferner verbesserte Frequenzkontrolle sowie dynamische Zuweisung von nutzerdefinierter Regeln. Preise nannten die Kalifornier noch nicht.

Mit seinen Ankündigungen wirft Foundry noch kurz vor ultimo WLAN-Produkte auf den Markt, die zunächst vor allem diejenigen Bestandskunden ansprechen sollen, die Wireless-Networking-Pläne schmieden. Für diese Klientel dürfte sich der Entwicklungsaufwand in einen modularen und upgradbaren Access Point, sprich als Hardware- und Software-Komponente, lohnen. Anwender, die sofort einsteigen wollen, können mit dem Ironpoint 200 starten und müssen neben dem terrestrischen Foundry-Netz keine Funkinfrastruktur mit Komponenten anderer Hersteller aufbauen. In Kürze ist dann die softwarebasierende WLAN-Realisierung auf den bestehenden Foundry-Switches möglich.

Einen vergleichbaren Ansatz wie Foundry verfolgen auch die Konkurrenten Extreme Networks und Cisco Systems. Extreme bewerkstelligt die Kopplung seiner draht- und funkgebundenen Welten durch die Abstimmung von "Extremeware"-, "Epicenter"- und "Altitude"-Komponenten, Cisco durch die Verknüpfung seiner "Aironet"-Serie mit dem Switching-Portfolio. Nach Ansicht von Current Analysis hat Konkurrent Nortel in Sachen intelligentes Switching noch Nachholbedarf. Die größten Defizite sehen die Analysten bei Alcatel, das für seine Management-Plattforn "Omnivista" noch kein adäquates WLAN-Produkt aufweist.

Defizite im Policy-Management

Nach Ansicht der Marktbeobachter muss aber auch Foundry im Management von Wireless Topologien nachbessern. Die Funktionalität von sFlow reicht ihrer Meinung nach für die Planung und das Tuning von Funknetzen allein nicht aus. Die für das Frühjahr 2004 angekündigten verbesserten nutzerbezogenen Policy-Management-Features genügten ebenfalls noch nicht höchsten Ansprüchen. Auf diesem Gebiet sehen die Experten Startups und Konkurrenten im Vorteil. Anstoß nehmen sie außerdem daran, dass sich die Zugangskontrolle im WLAN-Ansatz von Foundry zunächst nur an den Authentifizierungs-Mechanismen in 802.11x orientiert. Damit sei das verfügbare Regelwerk bei der Kontrolle auf den Bereich der Nutzer-ID beschränkt. (pg)

Abb: Der WLAN-Markt

Geräte, die mehrere WLAN-Verfahren unterstützen, sind stark im Kommen. Quelle: Dell''Oro Group