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27.09.1996

Fragen aus dem Publikum

Frage: Verstehe ich es richtig, daß Ihr Unternehmen Corbis bislang frei zugängliche Bilder aus dem Kulturgut der Menschheit zum Privateigentum von Bill Gates macht?

Douglas Rowan: Die Originale bleiben weiterhin frei, aber die Rechte für die digitalisierten Versionen sichern wir uns.

Frage: Ich bin seit 30 Jahren Netztechniker. Leute wie ich haben das Internet aufgebaut und mit Inhalt gefüllt. Nun wollen Sie das Internet kommerzialisieren. Was geben die Online-Provider uns zurück?

Thomas Middelhoff: Wir geben den Kunden, wonach sie verlangen - den Internet-Zugang. Daß dort schon Inhalte stehen, dafür können wir nichts.

Frage: Ist es nicht unverfroren, für bislang frei zugängliche Informationen Geld zu verlangen?

Thomas Middelhoff: Unsere Geschäftspolitik ist nicht durch Unverfrorenheit geprägt.

Frage: Wenn künftig zu Hause gearbeitet werden soll, wer zahlt dann die dazu nötigen Mittel, Rechner, Software, Strom, Arbeitszimmer?

Michael Sommer: Das ist noch ungeklärt.

Frage: Bedeutet Telearbeit, daß man sich nun preisgünstige Leute rund um die Welt engagieren kann?

Michael Sommer: Das muß man auf politischer Ebene regeln.

Frage: Was kann man dafür tun, daß die Computerarbeitsplätze hierzulande entstehen und nicht nur in den USA?

Michael Sommer: Bislang plädieren die Unternehmer für eine Senkung der Lohnkosten, um den Standort Deutschland attraktiver zu machen. Fragen Sie sie wie tief man gehen müßte, wenn man durch Telearbeit die Konkurrenz um Arbeitsplätze globalisiert - und welche Auswirkungen das auf unser soziales Klima hat.

Frage: Gibt es einen Technologiebeirat, der dafür sorgt, daß das Internet auf eine Weise eingeführt wird, die uns nützt und gesellschaftlich verträglich ist?

Klaus Leggewie: Ja, aber er ist hierzulande zu unternehmensorientiert. Anders als etwa in Skandinavien werden die Praktiker fast ausgeschlossen. Das hiesige Gremium wird von Parteipolitikern und Firmenvertretern dominiert. Auch die Gewerkschaften spielen nur eine Nebenrolle.

Frage: Es ist immer von einem kostenlosen Universaldienst die Rede. Was ist das?

Klaus Leggewie: Das bedeutet, daß jedermann nahezu umsonst möglichst viele Internet-Dienste in Anspruch nehmen können soll. In den USA ist das weitgehend so. Den Unternehmen, die Geld verdienen wollen, paßt das natürlich nicht. Sozial ist das Anbieten eines solchen Universaldienstes eine Voraussetzung, um eine Spaltung der Gesellschaft in Internet-Nutzer und -Nichtnutzer zu verhindern.

Douglas Rowan, President von Corbis, einer Firma, die dem Microsoft-Chef Bill Gates gehört, sich mit dem Aufkauf der Rechte an der digitalisierten Form von Kunstwerken beschäftigt und CD-ROMs dazu herausbringt.Thomas Middelhoff, Vorstandsmitglied der Bertelsmann AG, GüterslohMichael Sommer, Vorstandsmitglied der Deutschen PostgewerkschaftKlaus Leggewie, Soziologe an der New York University