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14.06.1991

Fragen von außen stellen

Betrifft CW Nr. 16 vom 19. April 1991, Seite 12: "Die PPS-Anbieter stellen sich auf den Mittelstandsmarkt ein"

Der Beitrag trifft sicher die aktuelle Marktsituation, soweit man sich nur auf die Informationstechnologie beschränkt. Aus der Sicht unserer Kunden und (nicht nur mittelständischer) Anwender hier noch eine Ergänzung:

PPS, CIM oder sonstige Integrationen sind sicher kein Selbstzweck. Es genügt nicht, dem Marktdruck auf die Fertigungsorganisation mit einer "Vermischung der Fertigungsstrukturen" zu begegnen selbst wenn damit über die Produktionstechnologie hinaus auch die Produkttechnologie gemeint sein sollte.

Im Zusammenhang mit der "Ablösung bereits bestehender Teillösungen" kann man die Frage auch "von außen" stellen: Welche Möglichkeiten ergeben sich für das Unternehmen, Wettbewerbsvorteile auf dem Markt durch Einsatz von Informationstechnologien zu erreichen?

Ansätze könnten hier beispielsweise sein: Unterstützung der Anlagen- und Geräte-Historie durch Integration von Wartungsberichten, Ersatzteilverkäufen etc. mit Auswertung für die Vertriebssteuerung und Entwicklung beziehungsweise das Qualitätswesen.

Nachdem diese Frage weitgehend unabhängig von bestehenden DV-Lösungen beantwortet ist, stellt man dieser Wunschvorstellung die heutige Realität im eigenen Unternehmen gegenüber. Daraus ergeben sich dann Ansatzpunkte für eine Neugestaltung der DV-Unterstützung und gegebenenfalls die Ablösung bereits bestehender Teillösungen.

CSC nennt den hier skizzierten Prozeß, der nicht vom mehr oder minder zufälligen Ist-Zustand, sondern vom strategischen Wert der Informationstechnologie ausgeht, "Business Re-Engineering". Der Unterschied zwischen diesem Ansatz und der rein DV-technologischen Orientierung besteht darin, daß eine gewisse Betriebsblindheit vermieden und die DV auf das konzentriert wird, was dem Unternehmen Wettbewerbsvorteile bringt. Daß dieser Ansatz nicht ohne eine aktive Beteiligung der Geschäftsleitung zum Erfolg führt, versteht sich von selbst. Aber schließlich ist es die ureigenste Aufgabe der Geschäftsleitung, das Unternehmen auf den Markt auszurichten.

Am Rande sei bemerkt, daß diese "von außen kommende" Denkweise sich natürlich auch auf Projekte in Handel und Dienstleistungen anwenden läßt.

Helmut Weinberger, Geschäftsstellenleiter, und Dr. Hans-Jürgen Daniels, Senior-Consultant, CSC Computer Sciences GmbH, 4030 Ratingen