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EG: IuK-Industrie nur bedingt wettbewerbsfähig


12.04.1991 - 

Fragmentierung der europäischen Elektronik-Branche ist zu stark

BRÜSSEL (vwd) - Die europäische Informatik- und Elektronikindustrie ist nach Einschätzung der EG-Experten aus dem Stab von Industrie-kommissar Martin Bange. Mann in ernsthafte Schwierigkeiten geraten. Beunruhigend sei die Situation vor allem in der DV und Unterhaltungselektronik. In Europa setze man zu sehr auf aus gereifte Technik, aus neuen Produkten würde dagegen kaum kommerzieller Nutzen gezogen.

Die Probleme resultieren nach Auffassung der Experten vor allem aus der zu starken. Fragmentierung und aus falschen industriepolitischen Ansätzen. Selbst wenn die Branche in gewissen Bereichen, wie Software oder fortgeschrittenen Produktionsausrüstungen noch einen bemerkenswerten Platz einnehme, so gäbe die Situation in der DV und Unterhaltungselektronik Anlaß zur Beunruhigung.

Bei Halbleitern etwa hält Europa nur einen Marktanteil von 10,5, während Japan 49,5 und die USA 36,5 Prozent für sich beanspruchen können. In der Unterhaltungselektronik sind die Söhne Nippons sogar mit 55 Prozent am Weltmarkt vertreten, während die Europäer nur auf 20 Prozentpunkte kommen. Außer den negativen Folgen für die Handelsbilanz führe diese Situation auch dazu, daß die Unternehmen notwendige Komponenten bei ihren Konkurrenten zukaufen müssen und dadurch in ihrem Handlungsspielraum eingeengt würden. Im Elektronikbereich hatte die EG 1989 ein Handelsbilanzdefizit von 31 Milliarden Ecu hinnehmen müssen. Dem stellt ein Überschuß von 57 Milliarden Ecu für Japan gegenüber. Die USA waren mit sieben Milliarden Ecu im Minus.

Die Zahlen zeigen, so die Kommission, die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie. Die Branche leide unter einer Fragmentierung ihres Marktes, der zu lange Zeit für "nationale Champions" reserviert gewesen sei. Die Öffentliche Hand habe ebenfalls über einen großen Zeitraum hinweg einige wenige nationale Hersteller bei der Auftragsvergabe bevorzugt.