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22.08.1997 - 

Motorola integriert multimediale Eigenschaften

Frame Relay läßt X.25 angestaubt erscheinen

Reden die Frame-Relay-Protagonisten von X.25, klingt meist eher rückblickende Anerkennung durch. Ja, das Protokoll sei sicher und robust, aber den heutigen Anforderungen nicht mehr gewachsen. Ja, es könne Dialogverkehr sehr gut bewältigen, aber für den zunehmend auftretenden Burst-Traffic sei es ungeeignet. Ein angestaubtes Image trägt X.25 mittlerweile mit sich, denn im schnellebigen IT-Geschäft setzen moderne Anwender heute auf Frame Relay und ATM.

Diesem Trend hat sich auch die Telekom angeschlossen, nicht zuletzt, weil der Druck der alternativen Carrier im Datenübertragungsmarkt wächst. In diesem Bereich können sich die Herausforderer des Noch-Monopolisten schon seit geraumer Zeit austoben. Die meisten bieten ihrer Kundschaft Frame-Relay-Dienste an, was dazu geführt hat, daß die Marktdurchdringung dieses WAN-Verfahrens hierzulande europäische Spitzenwerte erreicht.

Als einen der Marktführer im Zugangsbereich bezeichnet sich Motorola. Zugegebenermaßen sei man noch ein Nischenanbieter, schränkt ein führender deutscher Manager ein, doch die Prognosen der Marktforscher stimmen hoffnungsvoll. Datapro sagt etwa ein durchschnittliches Wachstum von 50 Prozent per annum in Europa voraus.

"Frame Relay ist der Migra- tionspfad zu ATM", positioniert Thomas Kirsch, als Produkt-Manager bei der Motorola GmbH in Darmstadt für die Frame-Relay-Systeme zuständig, das Verfahren. Das ATM-Forum sehe etwa Interconnection-Möglichkeiten zwischen beiden Übertragungstechniken vor, um Niederlassungen ohne breitbandige Anforderungen an das ATM-Backbone im WAN heranzuführen.

Um multimediale ATM-Dienste nutzen zu können, muß Frame Relay zunächst aufgepeppt werden. Motorola kündigte dazu eine Initiative zur integrierten Übertragung von Video-, Sprache-, Daten- und Faxverkehr über Frame-Relay-Netzwerke an. Bei der Entwicklung einer Videokonferenz-Lösung kooperierte der Hersteller mit der Vtel Corp., einem Anbieter von Videolösungen. Die aus der Partnerschaft entstandene Software ist bereits fertiggestellt und läßt sich kostenlos auf die Produkte der Serie "MP Router" und "Vanguard" aufspielen. Sie unterstützt Übertragungsraten von bis zu 2 Mbit/s und orientiert sich an den Standards H.320 für Desktop-Video und H.323 für Videokonferenzen im LAN.

Eine weitere Videolösung präsentiert Motorola mit "Remote VU". Das Produkt eignet sich für Multipoint-Anwendungen wie etwa Fernüberwachung, unterstützt Bandbreiten von 2,4 Kbit/s und besteht aus einer Einsteckkarte für die Lösungen Vanguard und MP Router. Zum Lieferumfang zählt eine Windows-NT- oder Windows-95-kompatible Host-Software.

Auf der Hardwareseite kommt Motorola mit zwei Varianten der Vanguard-Serie auf den Markt. "Vanguard 320" ist eine Switch-Router-Kombination, die die simultane Übertragung von LAN- und seriellen Daten sowie Sprache, Fax und Video erlaubt. Die Router-Einheit übernimmt die Kopplung von LANs, der integrierte Switch erledigt die Verarbeitung der Multimedia-Daten. Als weitere Lösung stellt Motorola ein Angebot zusammen, das aus einem "Vanguard 100" und einer Voice-Relay-Option besteht. Letztere stellt einen FXS- und FXO-Anschluß für Telefone und Telefonanlagen bereit. Das Bündel kostet weniger als 2000 Mark und überträgt komprimierte Sprache über Frame-Relay-Netze.