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Börsenspot


26.09.1997 - 

France Télécom: Fiskus bleibt an Bord

Nachdem die Sozialisten noch im Wahlkampf jede denkbare Form der Privatisierung von France Télécom ausgeschlossen hatten, starten sie jetzt doch die bis dato umfangreichste Privatisierungsaktion in Frankreich. 20 Prozent des Kapitals der staatlichen Telefongesellschaft werden an die Börse gebracht. Der öffentlichen Hand in Frankreich fließen damit rund 40 Milliarden Franc zu; der Carrier wird in die Lage versetzt, ohne Inanspruchnahme des Kapitalmarkts mit entsprechenden Investitionen den Herausforderungen des Wettbewerbs zu begegnen. Mit der Absicht, nur 20 Prozent des Kapitals an der Börse zu plazieren, unterscheidet sich Premierminister Lionel Jospin allerdings von seinem konservativen Vorgänger. Der Staat soll auch in Zukunft die überwiegende Mehrheit der Anteile halten. Ob diese Doppelstrategie es ermöglicht, den sozialen Frieden zu bewahren und gleichzeitig internationale Anleger anzusprechen, bleibt indes abzuwarten.

Der Wert des Unternehmens France Télécom hat jedenfalls unter dem Wechselbad ja-nein-ja zur Privatisierung gelitten. Vor der Wahl im Frühjahr gingen Analysten von einer Marke von bis zu 220 Milliarden Franc aus; gegenwärtige Schätzungen belaufen sich auf maximal 180 Milliarden Franc. Schon heute ist das Angebot europäischer TK-Aktien (zum Beispiel Telecom Italia, Portugal Telecom) zu groß, was ebenfalls Einfluß auf die Preisbildung gehabt haben dürfte. Unabhängig davon wird es zu einer Überkreuzbeteiligung mit der Deutschen Telekom AG in Höhe von 7,5 Prozent kommen (siehe auch Seite 66). Ein entsprechender Anteil am ehemaligen Bonner Postunternehmen ist mit knapp 20 Milliarden Franc zu bewerten; der Wert eines France-Télécom-Pakets in gleicher Größenordnung mit etwa 15 Milliarden Franc. In Bonn erwartet man daher beim Vollzug des Mergers eine entsprechende Ausgleichszahlung der Franzosen. Ab dem 20. Oktober wird die Notiz voraussichtlich an den Börsen in Paris und New York gehandelt.

* Arnd Wolpers ist Geschäftsführer der Vermögensverwaltungsgesellschaft CMW GmbH in München. Die hier veröffentlichten Informationen beruhen auf Quellen, die wir für vertrauenswürdig und zuverlässig halten. Trotz sorgfältiger Quellenauswahl und -auswertung können wir für Vollständigkeit, Genauigkeit und inhaltliche Richtigkeit der Angaben eine Haftung nur insoweit übernehmen, als grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz Haftung begründen. Jede darüber hinausgehende Haftung wird ausgeschlossen. Für Angaben Dritter übernehmen wir kein Obligo. Aktienanlagen sind durch stärkere Kursschwankungen gekennzeichnet.