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07.05.1999 - 

Haben Deutsche und Italiener einen US-Partner in der Hinterhand?

France Télécom kündigt der Telekom die Freundschaft auf

07.05.1999
MÜNCHEN (CW) - Durch ihre geplante Fusion mit Telecom Italia hat die Deutsche Telekom AG das erwartete Durcheinander ausgelöst. Während France Télécom seinem bisherigen Partner Vertragsbruch vorwirft, gibt es neue Gerüchte um einen Einstieg eines US-Carriers in die deutsch-italienische TK-Allianz.

Die Reaktion aus Paris war eindeutig. Ende vergangener Woche warf France-Télécom-Chef Michel Bon in einem Interview mit der französischen Tageszeitung "Le Monde" der Deutschen Telekom unter anderem Vertragsbruch vor. Falls die Fusion mit Telecom Italia zustande komme, werde man die Kooperation mit den Deutschen aufkündigen und den zweiprozentigen Anteil am Unternehmen verkaufen. Darüber hinaus legte er den Bonnern das Ausscheiden aus dem gemeinsam mit Sprint gegründeten Joint-venture Global One nahe.

Auch sonst machte der France-Télécom-Chef aus seinem Unmut keinen Hehl. Man prüfe derzeit die Möglichkeit von Schadenersatzforderungen im Hinblick auf die Kosten des 1996 im Zuge der Partnerschaft beschlossenen Rückzugs aus dem deutschen Markt sowie aus Schäden, die gemeinsamen Tochtergesellschaften, etwa in Italien, entstanden seien.

Durchhalteparolen vom Telecom-Chef Bernabe

Offiziell hält man sich bei der Deutschen Telekom zu der Philippika aus Paris bedeckt. Man wolle keine Eskalation heraufbeschwören, heißt es. Aufgrund der notwendigen Geheimhaltung sei es allerdings nicht möglich gewesen, die Franzosen vorher vertragsgemäß schriftlich über die Fusionspläne mit Telecom Italia zu informieren.

Unterdessen hat sich die ablehnende Haltung der italienischen Regierung, die einen zu großen Einfluß des Bundes als Mehrheitsaktionär der Telekom auch auf das neue Unternehmen befürchtet, eher noch verstärkt. Ausschlaggebend dafür ist offensichtlich auch das Verhalten von Telecom-Italia-Chef Franco Bernabe, der in einem Meeting mit Managern seines Unternehmens der Administration in Rom sowie einflußrei- chen Börsenkreisen in Mailand, die augenscheinlich das feindliche Übernahmeangebot des Olivetti-Konzerns favorisieren, den Fehdehandschuh hingeworfen hat. Bernabe sprach demnach von einem "Belagerungszustand" und kündigte einen harten und langen Kampf an.

Für zusätzlichen Zündstoff sorgten Ende vergangener Woche auch Spekulationen im "Wall Street Journal", wonach Telekom und Telecom Italia mit einer britischen oder einer US-Telefongesellschaft in Verhandlungen stünden. Das Blatt nannte als Namen Bell South und SBC Communications. Der vermeintliche Dritte im Bunde soll demnach ebenfalls im Zuge der Fusion im neuen großen Carrier aufgehen. Sowohl in Bonn als auch in Rom lehnte man hierzu eine Stellungnahme ab.