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22.10.1999 - 

Carrier stellt neue Dienstleistungen vor

France Télécom sichert sich den Mobilfunkanbieter E-Plus

MÜNCHEN (ave/hi) - RWE und Veba haben den Verkauf ihrer Mehrheitsbeteiligung am Mobilfunk-Carrier E-Plus an France Télécom angekündigt. Unterdessen hat E-Plus neue Produkte im Bereich mobile Datenübertragung vorgestellt.

Für insgesamt 14,4 Milliarden Mark sollen die Anteile in Höhe von 60,25 Prozent den Besitzer wechseln. RWE erhält rund sieben Milliarden Mark, Veba darf sich über 7,4 Milliarden Mark freuen. Stimmen die zuständigen Aufsichtsgremien zu und macht auch der E-Plus-Teilhaber Bellsouth nicht von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch, besitzt der französische TK-Konzern somit über 77,493 Prozent der Anteile an dem Mobilfunkunternehmen.

Erst kürzlich hatte France Télécom bekanntgegeben, die bis dato von Vodafone Airtouch gehaltene Beteiligung von 17,243 Prozent zu übernehmen. Danach hatten die Franzosen eigener Aussage zufolge allen anderen Anteilseignern von E-Plus den Kauf ihrer Beteiligungen angeboten. Unklar ist momentan, ob auch Bellsouth sich von seiner 22,507-Prozent-Beteiligung trennen will.

Daß Veba und RWE auf das Angebot eingingen, überrascht nicht: Im Zuge der Fusion mit Viag hatte Veba bereits angekündigt, das Engagement bei E-Plus zu beenden. Auch beim RWE-Konzern ist der Ausstieg aus der Telekommunikation beschlossene Sache.

Mit dem Kauf stärkt France Télécom seine Position in Deutschland. E-Plus gilt nach der Telekom-Tochter T-Mobil und Mannesmann Arcor mit rund 3,2 Millionen Kunden als drittgrößter Mobilfunk-Carrier in Deutschland. Der Gesamtwert des Unternehmens liegt bei geschätzten 30 Milliarden Mark. E-Plus soll auch weiterhin von Düsseldorf aus operieren.

Ausdehnung des Geschäfts geplant

France Télécom hat ehrgeizige Pläne für den deutschen Markt. Eigenen Aussagen zufolge will der Carrier seine Aktivitäten hierzulande vom Mobilfunk auf das Festnetzgeschäft und Internet-Services ausdehnen. Ziel sei es, den deutschen Kunden einen konvergenten Vollservice anzubieten, wie es dazu aus Paris heißt.

Das E-Plus-Management, das auf der Münchner Systems vom Übernahmeangebot überrascht wurde, begrüßte die Initiative der Franzosen. Aus Sicht von E-Plus sprechen laut Klaus Thiemann, Mitglied der Geschäftsführung, vor allem zwei Aspekte zugunsten von France Télécom: Zum einen herrsche so wieder Klarheit über die Zukunft des Unternehmens, zum anderen gewinne E-Plus mit dem französischen Carrier einen Partner, der im Gegensatz zu einem Teil der bisherigen Gesellschafter über Erfahrungen im TK-Business verfüge. Um erfolgreicher gegen die größere Konkurrenz anzutreten, versucht der Manager, das Unternehmen vom Image des Billigen Jakobs zu befreien, und propagiert dessen Infrastruktur als "High Quality Net", das ab November mit schnellen Datendiensten aufwartet.

In der Startphase offerieren die Düsseldorfer unter der Bezeichnung "High Speed Mobile Data" Transferraten von bis zu 38,4 Kbit/s. Bis zum Sommer 2000 ist dann eine Erhöhung der Transferrate auf 56 Kbit/s geplant. Weil die hierbei verwendete Technik High Speed Circuit Switched Data (HSCSD) leitungsvermittelt ist, erfolgt die Abrechnung im Minutentakt. Pro Zeiteinheit zahlt der mobile Datenreisende 29 Pfennig. Hinzu kommt für E-Plus-Benutzer noch ein monatlicher Grundpreis von 15 Mark. Kunden anderer Mobilfunkanbieter entrichten eine Monats-Grundgebühr von 39,95 Mark.