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21.06.2002 - 

Abberufung Gerhard Schmids steht angeblich unmittelbar bevor

France Télécom will Mobilcom liquidieren

MÜNCHEN (CW) - Der Machtkampf zwischen France Télécom und Mobilcom-Chef Gerhard Schmid ging mit der Aufkündigung des Kooperationsabkommens durch die Franzosen in eine neue Runde. Paris beharrt weiter auf einem Rücktritt Schmids, während hinter den Kulissen Verhandlungen mit den Mobilcom-Gläubigerbanken laufen.

Mit der Aufkündigung des im April 2001 unterzeichneten UMTS-Rahmenabkommens und damit auch des Gesellschaftervertrags zogen die Franzosen einen weiteren Trumpf aus dem Ärmel. Denn durch das Ausbleiben laufender Zahlungen aus Paris würde Mobilcom binnen weniger Wochen zahlungsunfähig werden. Zudem sind Ende Juli Kredite von insgesamt 4,7 Milliarden Euro fällig.

Beobachter werteten den Schritt von France Télécom jedoch überwiegend als eine weitere Drohgebärde, um eine Entscheidung über die künftigen Mehrheitsverhältnisse bei Mobilcom zu beschleunigen. Seit Wochen verhandeln die Franzosen mit Schmid und dessen Gattin Sybille Schmid-Sindram über die Übernahme von deren rund 50-prozentigem Anteil an Mobilcom, können sich aber über den Preis nicht einigen. Schmid hatte sich in besagtem Rahmenabkommen ein Verkaufsrecht an France Télécom einräumen lassen, das nun aber mit der Kündigung seitens der Franzosen hinfällig ist.

Ob es nun zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommt, ist noch fraglich. Anfang dieser Woche verdichteten sich die Spekulationen, dass das Ehepaar Schmid bezüglich des Preises für sein Aktienpaket Konzessionsbereitschaft gegenüber Paris angedeutet habe. Gleichzeitig wurde fest mit der Abberufung Schmids als Vorstandschef durch den am 21. Juni tagenden Aufsichtsrat gerechnet, nachdem in der letzten Sitzung des Gremiums vor gut zwei Wochen eine Entlassung des Mobilcom-Chefs mit der notwendigen Zwei-Drittel-Mehrheit am Widerstand der Arbeitnehmervertreter gescheitert war. Ein Rückzug Schmids bleibe unabdingbare Voraussetzung für eine wie auch immer geartete Lösung, hieß es im Umfeld der FranceTélécom-Zentrale in Paris.

Währenddessen wurde hinter den Kulissen auch eifrig an einer finanziellen Auffanglinie für die Büdelsdorfer Telefongesellschaft gearbeitet. Alle Mobilcom-Gläubigerbanken seien bereit, 90 Prozent ihrer Forderungen in eine Wandelanleihe an France Télécom umzuwandeln, die frühestens in drei Jahren in Aktien umgetauscht werden könnte, hieß es. Mit dieser Refinanzierung der Darlehen von insgesamt 4,7 Milliarden Euro würden die Geldgeber zwar auf zehn Prozent ihrer Forderungen verzichten, andererseits aber den laufenden Betrieb und den Aufbau der UMTS-Infrastruktur bei Mobilcom sichern und damit das Risiko einer Insolvenz vermeiden. France Télécom seinerseits soll dem Vernehmen nach längst fertige Pläne für die Ära nach Gerhard Schmid in der Schublade haben. So sei vorgesehen, Mobilcom mit der eigentlichen Deutschland-Tochter der Franzosen, Hutchison Telecom, unter der Dachmarke "Orange" zu verschmelzen. Gleichzeitig sollen Insidern zufolge rund 2000 der gut 6000 Arbeitsplätze dem Rotstift zum Opfer fallen, um das neue Unternehmen gegebenenfalls bei den bevorstehenden Fusionen unter den deutschen UMTS-Lizenznehmern "sinnvoll einbringen" zu können. (gh)