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12.10.2006

Franchise-Distributor

Franchising ist mittlerweile in der IT-Branche etabliert, man denke nur an die Media-Saturn-Holding. Nun scheint dieses Geschäftsmodell auch in der IT-Distribution heimisch zu werden.

Von Dr. Ronald Wiltscheck

Vor einem halben Jahr berichtete ComputerPartner über eine bemerkenswerte Unternehmensgründung in der IT-Distributionslandschaft. Zwei Top-Manager von Devil, Gernot Sonnek und Mark Scherer, hatten sich im März 2006 den Traum von Selbstständigkeit erfüllt und ihr eigenes Unternehmen gegründet. Vorerst ohne Namen sollte die neue Firma als Komponentendistributor im deutschen Markt agieren. Zusammen mit dem Memoryworld-Geschäftsführer Karsten Niedringhaus legte man sich auf die vier Produktfelder Festplatten, CPUs, Speicher und Flash fest.

Die Branche ist dem neuen Komponentendistributor mit viel Skepsis begegnet: Brauchen wir in Deutschland tatsächlich einen weiteren Speichergrossisten? Einige Marktbeobachter glaubten gar, dass dem neuen Unternehmen kein langes Leben beschieden sein würde.

Doch sie scheinen sich zu täuschen: Der Distributor im ostwestfälischen Lübbecke agiert seit dem 1. Mai 2006 unter der Bezeichnung Action IT (www.actionit.de) und hat mit dem arabischen IT-Dis- tributor Almasa IT (www.al masa.com) ein Franchise-Abkommen abgeschlossen. Demzufolge darf Action IT alle im Bestand der Dubaier befindlichen Waren vertreiben - gegen einen kleinn Obolus an die Zentrale. Dabei ist diese Partnerschaft rechtlich so abgesichert, dass die auf diese Weise von Action IT vertriebenen Artikel nicht als Grauware in Deutschland gelten. Denn die Hersteller sind darüber informiert, woher ihre Ware schlussendlich kommt.

Lokal und global einkaufen

Und grundsätzlich steht dem Franchise-Nehmer die Möglichkeit offen, auch andere Produkte zu vertreiben. So kauft beispielsweise Action IT auch bei den hiesigen Broadlinern ein. "Das Franchise-Geschäft mit Almasa und unsere eigenen Einkäufe halten sich ungefähr die Waage", betonte Action-IT-Chef Sonnek gegenüber ComputerPartner. "Wir sind keinerlei Abnahmeverpflichtungen eingegangen."

Auf diese Weise entwickelt sich das Business des neu gegründe- ten Komponentendistributors gut. "Das am 30. April 2007 zu Ende gehende Geschäftsjahr werden wir mit einem positiven Ergebnis abschließen", zeigt sich Sonnek optimistisch. Und auch die Mit- arbeiterzahl wächst beständig: Zum 1. November 2006 wird Action IT elf Angestellte unter Vertrag haben.

Und man denkt an einen Ausbau des Portfolios. So könnten noch optische Datenträger und Laufwerke hinzukommen, ferner Grafikkarten und Mainboards. Auch der bereits auf der Website von Ac- tion IT sichtbare Online-Shop für Händler soll schon bald starten: "Eigentlich ist bereits alles fertig", so Sonnek. Denn die Anzahl der regelmäßig bei ihm bestellenden Händler beziffert der Geschäftsführer auf 100 bis 200, Tendenz täglich steigend.