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20.06.2003 - 

"Enterprise Agreement" geschlossen

Frankfurt legalisiert Ehe mit Microsoft

MÜNCHEN (qua) - Die Stadt Frankfurt am Main hat sich dem "Enterprise Agreement" angeschlossen, das der Deutsche Städte- und Gemeindebund mit dem Softwareriesen Microsoft ausgehandelt hat. Anders als in München (siehe CW 23/03, Seite 8) stand der Umstieg auf Linux nicht zur Debatte.

Klaus-Dieter Altschaffner ist verärgert: "Überall lese ich sinngemäß: München schlau, Frankfurt dumm", tadelt der Abteilungsleiter im Frankfurter Amt für Informations- und Kommunikationstechnik die Berichterstattung der Medien. Seiner Auffassung zufolge ist die Ausgangssituation in der bayerischen Landeshauptstadt jedoch eine völlig andere als in Frankfurt. In München müsse ein einheitliches, aber veraltetes Betriebssystem abgelöst werden. Die Frankfurter Stadtverwaltung hingegen wolle mit Hilfe des Rahmenvertrags vor allem eins: "wegkommen von den unsäglichen Einzellizenzen".

Seit 1995 partizipierte Frankfurt am "Select"-Vertrag, der seinerzeit zwischen Microsoft und dem Bund vereinbart worden war. Dieses Abkommen ermöglichte es den Abteilungen, ihre Rechner nach Bedarf mit den jeweils aktuellsten Microsoft-Produkten auszustatten. Im Ergebnis hatten die Informations- und Kommunikationsexperten der Main-Metropole drei verschiedene Betriebssystem-Versionen und vier unterschiedliche "Office"-Releases zu pflegen, so Altschaffner. Einheitliche Desktop-Software für die gesamte Stadtverwaltung sei jedoch unabdingbar - vor allem im Hinblick auf die geplante Einführung des "Active Directory". Überdies hatte die geändete Upgrade-Politik des Softwarelieferanten ("Licence 6.0") die Stadt ohnehin gezwungen, ihren alten Lizenzvertrag zu erneuern.

Der kürzlich von Oberbürgermeisterin Petra Roth und Microsoft-Deutschland-Geschäftsführer Jürgen Gallmann unterzeichnete Rahmenvertrag beschreibt nun ein Mietkaufmodell, das über die Laufzeit gleich bleibende Nutzungsgebühren und Fixpreise pro PC umfasst. Damit erleichtert er es den Frankfurter IT-Fachleuten, "Nachzügler einzufangen", wie Altschaffner es formuliert. Als Geburtshelferin des Lizenzabkommens betätigte sich die ebenfalls in Frankfurt beheimatete PC-Ware AG.

Mit dem Vertrag sei keineswegs eine "ideologische oder religiöse Entscheidung" zugunsten von Microsoft verbunden, beteuert Altschaffner: "Wir führen ja bereits seit langem eine Ehe, jetzt haben wir nur einen Ehevertrag geschlossen." Anders als in der zwischenmenschlichen Partnerschaft gelte dieses Abkommen jedoch nicht lebenslang, sondern sei auf drei Jahre befristet.

Wie der Fachmann für Lizenzverträge weiter ausführt, ist die Stadt Frankfurt zudem nicht wirklich monogam. "Dort, wo es Sinn macht", also beispielsweise bei Firewall- und Mail-Servern, setze die Stadt durchaus Linux ein. Aber um 8000 Desktop-Rechner auf ein neues Betriebssystem umzustellen, fehlten ihr "sowohl die finanziellen wie auch die personellen Mittel". Davon abgesehen sei es in einer Verwaltung notwendig, jede Änderung der IT-Ausstattung sorgfältig auf ihre Folgen hin abzuklopfen: "Wir sind ja keine Garagenfirma, sondern müssen produktiv arbeiten."