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09.03.2001 - 

Freiheit der Wahl auch in Bildungseinrichtungen

Französische Schulen nutzen Linux

MÜNCHEN (CW) - In Frankreich wird an öffentlichen Schulen der Gedanke des kulturellen Pluralismus und der Freiheit der Wahlmöglichkeiten ernst genommen: Aus diesem Grund konnte sich Linux als wichtiger Teilaspekt des Open-Source-Konzepts in den französischen Bildungseinrichtungen durchsetzen.

Mit der Verbreitung von Linux an Frankreichs Schulen wird nicht einfach nur ein Softwaremonopol verhindert. Den Verantwortlichen im Centre National de Documentation Pédagogique (CNDP), einer unter dem französischen Bildungsministerium angesiedelten Regierungsbehörde, geht es um nicht mehr und nicht weniger als die Förderung des "kulturellen Pluralismus" und der Freiheit der Wahlmöglichkeiten.

Das sei der Impetus der CNDP-Bemühungen und nicht der Versuch, beispielsweise Microsoft daran zu hindern, mit seiner Windows-Welt auch in Frankreich ein Monopol aufzubauen, sagte Jean-Pierre Archambault. Er ist Mitglied der Behörde, die ein Netz von nationalen, regionalen und lokalen Zentren errichtet hat, um den Aufbau von Informations- und Telekommunikationstechnik (ICT) an Schulen zu befördern.

Archambault erklärte im Gespräch mit der CW-Schwesterpublikation "Linuxworld" am Rande der dritten Linux Expo in Paris, welche die tragende Idee der Linux- und Open-Source-Bewegung in der französischen Ausbildungswelt ist: Das CNDP habe es sich zur Aufgabe gemacht, dem Bildungsestablishment zu vermitteln, dass Linux im Speziellen und die Open-Source-Idee im Allgemeinen einen Wert darstellen, der von öffentlichem Interesse sei.

Frankreich unterhält viele Open-Source-Projekte

Insofern ist es laut Archambault auch bemerkenswert, dass es mittlerweile in Frankreich eine große Zahl von Open-Source-Projekten gebe. Er erklärt, Frankreich sei in 28 als "Academie" bezeichnete "Bildungs"-Regionen eingeteilt. Auch in diesen werde das Open-Source-Konzept mit Verve verfolgt. So gebe es etwa in der Academie Grenoble 350 Primär- und Sekundärschulen, die alle ein Linux-Programm nutzten, über das sie ans Internet andocken könnten.

Dieses "Serveur de Communications Linux pour L''Internet Scolaire" (Slis) genannte Programm agiert als Gateway zwischen dem LAN der Academie und dem Internet und ver-waltet unter anderem das gesamte E-Mail-System der Schulen. Slis wird insgesamt von vier Academies benutzt.

In Deutschland kümmert sich bekanntlich unter anderem die Initiative D21 um die Förderung von Know-how und von Ausbildung rund um die Benutzung des Internet an Schulen.