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09.06.1989 - 

In den USA weibliche Mitarbeiter in Männerdomäne ein:

Frauen erobern das mittlere Management

FRANKFURT (th) - In den oberen Chefetagen sind die Herren noch immer unter sich. Im mittleren Management jedoch erobern sich die Frauen - zumindest in den USA - zunehmend leitende Positionen. Vor allem in den Bereichen Vertrieb und DV setzen sich immer mehr weibliche Mitarbeiter als Führungskräfte durch.

In den Vereinigten Staaten wurden zwischen 1972 und 1987 rund 25 Millionen neue Arbeitsstellen geschaffen. In fast zwei Drittel der neuen Jobs sind weibliche Arbeitnehmer zu finden. Gleichzeitig stieg die Anzahl der Frauen, die sich selbständig machten, von 1975 bis 1985 um 86 Prozent, das heißt von 1,5 Millionen auf 2,8 Millionen.

Interessant an der Entwicklung in der amerikanischen Industrie ist einer Untersuchung von Korn/Ferry International zufolge, daß immer mehr Frauen im Vertrieb und in den technischen Abteilungen der Unternehmen zu finden sind. Im mittleren Management ist in diesen Bereichen bereits jede dritte Position von einer Frau besetzt. 1972 waren es dagegen lediglich 19 Prozent.

Von diesen Zahlen können bundesdeutsche Frauen hingegen nur träumen. Sie schneiden im internationalen Vergleich mehr als schlecht ab. Den 33 Prozent der weiblichen Führungskräfte in den USA und den sieben Prozent in Frankreich stehen hierzulande nicht mehr als rund zwei Prozent Frauen in gehobenen Positionen gegenüber. Auf einen Gesamtanteil von gerade 3,3 Prozent bringen es die Ingenieurinnen. Damit ist in der Bundesrepublik der weibliche Anteil im Ingenieurberuf bei weitem niedriger als in anderen Industrieländern.

Bei den Fließbandarbeiten hingegen verkehrt sich das Zahlenverhältnis ins Gegenteil: Zu 98 Prozent montieren in der Elektronikindustrie die Frauen die hochkomplexen Geräte. Frederik Walterscheid, Geschäftsführer Deutschland der Korn/Ferry International in Frankfurt bestätigt die ungünstige Situation der Frauen in der Bundesrepublik: "Eine gehobene Position ist: noch am ehesten im Bereich Finanzwesen zu erhalten. Versicherungen und Banken beschäftigen gegenüber anderen Branchen die meisten weiblichen Arbeitnehmerinnen in verantwortlichen Positionen."

Auch wenn die Frauen in den USA im mittleren Management zunehmend Chancen haben, so bleiben die Topmanager doch weiterhin lieber unter sich. Lediglich zwei Prozent von 1 362 Direktionsposten sind an weibliche Führungskräfte vergeben. In den 500 von "Fortune" aufgeführten größen internationalen Unternehmen sind nur 1,6 Prozent - das sind 152 - weibliche Vorstände zu finden.

Bei den Aufsichtsratsposten konkurrieren 217 weibliche Aufsichtsräte mit 5 889 männlichen. Gerade in diesem Bereich sind für Frauen, so das Fazit der Personalberater, auf dem Weg zur Spitze viele Hürden zu überwinden. So verdienen sie zum Beispiel im Durchschnitt immer noch wesentlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Frauen auf der Vizepräsidenten-Ebene und darüber erhalten rund 42 Prozent weniger Gehalt und Vergütungen als ihre männlichen Kollegen. Hier habe sich auch in den Vereinigten Staaten seit den 70er Jahren nichts geändert.