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15.07.1983 - 

Schere zwischen männlichem und weiblichem Qualifikationsniveau öffnet sich weiter:

Frauen zeigen mehr Bildungsdynamik

KÖLN (CW) - Die Qualifikation der Arbeiter und Angestellten in der Wirtschaft der Bundesrepublik Deutschland hat sich in den vergangenen beiden Jahrzehnten deutlich verbessert. Bei den männlichen Arbeitnehmern wird dieser Trend sehr viel deutlicher als bei den weiblichen. Gemessen an den Zuwachsraten allerdings, zeigen die Frauen eine höhere "Bildungsdynamik". Zu diesen Ergebnissen kommt das Institut der deutschen Wirtschaft (M in einem Vergleich der Leistungsgruppenstruktur von 1960 bis 1982. Er beruht auf den vierteljährlichen Erhebungen des Statistischen Bundesamts.

Wie die IW-Analyse feststellt, stieg in der verarbeitenden Industrie der Anteil der männlichen Arbeiter mit abgeschlossener Berufsausbildung zwischen 1960 und 1982 von 45,9 auf 55,4 Prozent, der Anteil der männlichen Angestellten mit "besonderen Erfahrungen und Kenntnissen, eingeschränkter Entscheidungs- und Vorgesetztenbefugnis in verantwortlicher Position" von 25,7 auf 43,6 Prozent. Demgegenüber ging der Anteil der Hilfsarbeiter von 14,6 auf 9,4 Prozent zurück. Das entsprechende Qualifikationsniveau der weiblichen Angestellten nahm von 2,4 auf 8,0 Prozent zu, das der Arbeiterinnen allerdings leicht von 6,2 auf 5,7 Prozent ab.

Insgesamt verbesserte sich das Qualifikationsniveau vor allem in den Wirtschaftszweigen, die in starkem Maße neue Techniken einsetzen, so in der Büro- und Datentechnik, der Elektrotechnik sowie im Maschinen- und Straßenfahrzeugbau. Damit glaubt das IW, die These widerlegen zu können, daß moderne Technik eine genau entgegengesetzte Entwicklung auslöse, nämlich zu wenigen Hochqualifizierten und zahlreichen Un- und Angelernten oder sogar zu einer allgemeinen Abqualifizierung führe.

Bei den deutlich erkennbaren Strukturveränderungen, zugunsten einer Höherqualifizierung, sei allerdings zu berücksichtigen, daß wegen der schlechten wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre vermutlich die unteren Leistungsgruppen von Entlassungen überdurchschnittlich betroffen waren. Der langfristige Trend zur Höherqualifizierung der Arbeitnehmerschaft insgesamt wird davon nicht berührt.

Besonders stark ausgeprägt sehen die Arbeitsmarktforscher diesen Trend in der Büro- und Datentechnik. Hier hatten der Statistik zufolge 1982 von den männlichen Arbeitern 61 Prozent und von den weiblichen Arbeitern 4,6 Prozent eine abgeschlossene Berufsausbildung, die höchste tarifliche Qualifikation im Angestelltenbereich (LGII) besaßen 56,6 Prozent der männlichen und gut zehn Prozent der weiblichen Arbeitnehmer. Vergleichszahlen für 1960 sind nicht vorhanden.

Im Maschinenbau hatten knapp 70 (1960: 60,5) Prozent der männlichen und 3,8 (0,4) Prozent der weiblichen Arbeiter eine abgeschlossene Berufsausbildung sowie 47,7 (28,7) Prozent der männlichen und 7,8 (1,9) Prozent der weiblichen Angestellten die höchste Qualifikation. Für die Elektrotechnik ergibt sich dem IW zufolge: 1982 hatten 63,3 (50,7) Prozent der männlichen und 2,5 (1,2) Prozent der weiblichen Arbeiter ihre Berufsausbildung abgeschlossen, die LGII-Qualifikation besaßen 53,8 (28,2) Prozent der männlichen und 8,9 (1,4) Prozent der weiblichen Angestellten.

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