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07.03.1980

Fred Altmann Leiter des Rechenzentrums internationales Katholisches Missionswerk, München(IBM 3-12, 2 IBM 34)

Durch technische Neuerungen und durch die Evolution in der Datenverarbeitung innerhalb der letzten Jahre sind die Anforderungen an die Programmierer wesentlich umfangreicher geworden. Dies hat unter anderem dazu beigetragen, daß sich das Berufsbild dieser DV-Spezialisten maßgeblich veränderte.

Vor allem sind die Grenzen zwischen Programmierer und DV-Organisator fließender denn je. Hier wäre als neue Berufsbezeichnung der "Programmisator" einzufügen. Besonders bei kleineren und mittleren DV-Anwendungen hat diese Kombination zunehmend an Bedeutung gewonnen. Denn allein aus Kostengründen ist hier eine Art Personalunion zwingend erforderlich.

Die Anforderungen an einen Programmierer erfordern eine Zweiteilung. An Ausbildungsvoraussetzungen sollte man verlangen:

1. Entweder eine kaufmännisch- oder technisch- orientierte Lehre oder Studium (abhängig vom Bereich, wo der Programmierer eingesetzt werden soll).

2. Allgemeine organisatorische Kenntnisse (je umfangreicher desto besser!).

3. Betriebswirtschaftliches Grundlagenwissen.

4. Eine Programmierausbildung, die neben Organisationsschulungen auch mehrere Programmiersprachen beinhalten sollte. Dieser Lernprozeß verlangt Kenntnisse an Systemen unterschiedlicher Größe.

Ebenso wichtig, wie die reinen Ausbildungsvoraussetzungen, sind die persönlichen Anforderungen. Hier verlange ich eine überdurchschnittliche Belastbarkeit. Ein Programmierer muß außerdem, trotz qualifizierter Ausbildung, bereit sein, monotone Detailarbeit, die in diesem Beruf noch immer unvermeidbar ist, zu Ieisten. Er sollte sowohl von der Person her, als auch von der Durchführung seiner Tätigkeit extrem zuverlässig sein. Denn das Produkt, das beim Programmieren entsteht, bedarf einer ständigen Pflege und Wartung. Es wäre also für ein Projekt sicherlich nicht vorteilhaft, wenn ein Mitarbeiter permanent seinen Job wechselt. Daher muß auf jeden Mitarbeiter soviel

Verlaß sein, daß man nicht Angst zu haben braucht, daß er inmitten eines Projektes zu einem anderen Unternehmen wechselt.

Was man schon immer von einem guten Programmierer erwartete, war kreatives und - analytisches Denkvermögen sowie die Fähigkeit, beides entsprechend umzusetzen. Das ist zwar seit eh und je nicht ganz einfach, aber am Erfordernis hat sich nichts geändert.

Martin Schwiersch

Leiter der Innenorganisation

und DV, Königsteiner Bausparkasse, Oberursel

(Siemens 7.738,

Die Anforderungen an einen Programmierer sind durch drei Eigenschaften geprägt. Vorrangig sehe ich das EDV-technische Fachwissen. Darunter verstehe ich die Beherrschung mehrerer Programmiersprachen sowie unterschiedlicher Programmiermethoden. Außerdem sollten Kenntnisse in der Datenübertragung und in der Programmentwicklung vorhanden sein. Diese Spezifikationen sollten jedoch nicht nur ein theoretische sondern vor allem praktische Erfahrungen einbeziehen. Denn oftmals ergeben sich Komplikationen, die sowohl firmenspezifisch sind, als auch vom jeweiligen Hersteller des installierten Systems abhängen.

Betrieblich gesehen, ist es in den letzten Jahren immer schwieriger geworden, Programmierer intern auszubilden. Durch akuten Personalmangel kann sich zeitlich kaum jemand in der EDV mit Ausbildungsproblemen befassen. Anderseits haben wir jedoch auch inzwischen eine gewisse Fortbildungsmüdigkeit unter unseren Mitarbeitern festgestellt.

Ein Programmierer muß eine gute Basis an betrieblichem Fachwissen, bezogen auf das Unternehmen und dessen Struktur, vorweisen können. In unserem Haus bevorzugen wir entweder Leute mit einer kaufmännischen Ausbildung (Lehre) oder betriebswirtschaftlicher Orientierung (Studium). Denn ein guter Programmierer sollte einen Überblick über sämtliche Vorgänge innerhalb seines Unternehmens haben.

All die bisher genannten Erfordernisse reichen jedoch nicht aus, um von einem perfekten Programmierer sprechen zu können. Eine der wesentlichsten Komponenten ist die menschliche. Hierbei geht es primär um gute Kontakte zu allen Fachbereichen. Der Programmierer unserer Tage ist kein Codierer mehr, sondern mehr ein Organisator, der mit seinem spezifischen Wissen inzwischen weit in die Fachabteilungen vorstößt.

Insofern spielt die Kontaktfreudigkeit eine nicht zu unterschätzende Rolle. Verlangt werden weiterhin Flexibilität und eine schnelle Auffassungsgabe. Der Programmierer muß mit den Fachbereichsmitarbeitern verhandeln können, muß auf sie überzeugend wirken und sie gegebenenfalls auch im Gespräch führen können.

Zum Programmierer-Job gehört weiterhin eine überdurchschnittliche Belastbarkeit. Besonders in der Datenverarbeitung verlangen es oftmals Situationen, daß Probleme kurzfristig behoben werden müssen. Da gehen dann nicht nur Stunden, sondern auch gelegentlich mal ganze Nächte bei drauf. Entsprechendes Engagement, äußerste Sorgfalt und absolute Zuverlässigkeit bilden den letzten Schliff an einem vorbildlichen Programmierer.

Hansjörg Denz

DV-Leiter, Alfred Ritter GmbH &

Co. KG, Waldenbruch

(Siemens 7.027, BS2000)

Wenn man von den Eigenschaften eines guten Programmierers spricht, ist es entscheidend, ob der Programmierer auf einer Klein-, Mittel- oder Groß-EDV-Anlage arbeitet. Ein Programmierer an einer Groß-Anlage beispielsweise kann sich voll auf die Programmierung oder auf das Betriebssystem konzentrieren.

Vielseitige Anforderungen werden an einen Programmierer vor allem in der Mittleren Datenverarbeitung gestellt. Hier hat sich auch das Bild des Programmierers in den letzten Jahren stark verändert:

- Die Anwendungen sind umfangreicher geworden.

- Von den Fachabteilungen kommen heute konkretere Vorstellungen.

- Umstellung von Batch- in Dialoganwendungen.

Es ist daher notwendig, daß ein guter Programmierer nicht nur gute Sprachkenntnisse besitzt, sondern auch organisatorische und kaufmännische Grundkenntnisse besitzt, die mit der Programmierung im ersten Moment nicht viel zu tun haben.

Durch die heutige Dialoganwendung ist die Verbindung zwischen EDV und Fachabteilung sehr eng geworden, von der auch ein Programmierer nicht verschont bleibt. Er muß deshalb einen Überblick über die Anwendung seines Fachbereiches haben und in der Lage sein, mit der Fachabteilung "kleinere Wünsche" direkt abzuklären und auch zu realisieren. Trotzdem ist es wichtig, daß diese "Kleinigkeiten" in der EDV-Abteilung mit in das Gesamtkonzept aufgenommen werden.

Diese Vorgehensweise kann aber nur dann funktionieren, wenn es sich um ein gut eingespieltes Team handelt. Ein guter Programmierer sollte deshalb auch die "gleiche Sprache" (wie der Fachbereich) sprechen, um bei der späteren Pflege der Programme keinen "Einbruch" zu erleben.

Ob er mehrere Programmiersprachen beherrscht, ist sekundär, denn die Anwendung wird in der Regel nur in einer Sprache erstellt und nur bei speziellen Anwendungen weicht man auf eine andere Programmiersprache aus. Viel wichtiger sind gute Kenntnisse über das Betriebssystem. Damit kann er bei der Programmierung optimal arbeiten und die notwendige Job-Control erstellen.

Eine übersichtliche Programmierung macht eine spätere Pflege nicht nur einfacher, sondern es sind oft Bausteine, die für andere Aufgaben eingesetzt werden können.

Das Austesten von Programmen ist ein weiterer sehr wesentlicher Punkt, den man nicht unterschätzen sollte.

Durch das Verlagern der Aufgaben (nicht nur Erfassung) in die Fachabteilungen, müssen die Programme so getestet werden, daß bei der Anwendung möglichst keine Fehler auftreten und ein reibungsloser Ablauf gewährleistet wird. Man darf deshalb das Testen von Programmen nicht nur als Pflicht betrachten, denn die Fachabteilungen haben für Programmfehler nicht immer großes Verständnis. Oft ist es dann sinnvoll, diese Tests mit den Fachabteilungen durchzuführen, denn damit fühlen sie sich mit ihren Problemen nicht alleine gelassen und der Programmierer kann sich an Ort und Stelle über die Richtigkeit seines neuen Produktes vergewissern. Erst nach Abschluß dieser Phase kann ein Programmierer diese Aufgabe als erledigt betrachten. Eine übersichtliche und aussagefähige Dokumentation vervollständigt die neu erstellte Anwendung.

Ein guter Programmierer kann sich deshalb heute nicht nur mit guten Programmkenntnissen auszeichnen, sondern sein Einsatzbereich hat sich durch die Dialoganwendungen erheblich erweitert.