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14.12.2004

Freenet übernimmt Strato

Der DSL-Anbieter Freenet will mit Strato sein Angebot um Web-Hosting-Dienste für Konsumenten und kleine Unternehmen ausbauen.

Die zur Berliner Teles AG gehörende Strato Gruppe ist vor allem über die Strato Medien AG bekannt. Sie bietet für Privatpersonen und Geschäftsleute Internet-Domains, Web-Hosting-Dienste sowie Online-Shops zum Mieten an und liegt mit einer Million Kunden sowie 2,1 Millionen .de-Domains im Hosting-Geschäft auf Platz zwei hinter United Internet.

Dergleichen hatte Freenet bisher nicht im Programm. Der Online-Provider vermarktet Internet-Zugänge (DSL, Modem und ISDN) und betreibt das Consumer-Portal Freenet.de. Netzzugänge via DSL liefert Strato ("Strato DSL") ebenfalls, allerdings erst seit kurzer Zeit. "Strato hat viel Know-how im Web-Hosting, wir dagegen haben das bessere DSL-Produkt und eine günstigere Kostenposition", so Freenet-Vorstandschef Eckard Spoerr im Gespräch mit der computerwoche. Der Übernahmekandidat soll jedoch als Marke erhalten bleiben und auch weiterhin eigene DSL-Angebote feilbieten. "Wir wollen Strato in die Lage versetzen, im DSL-Markt aggressiver anzugreifen, und zwar mit Produkten, die mittelfristig auch Geld einbringen." Auch den satellitengestützten Netzzugangsdienst "Sky DSL" will Freenet.de mit Strato-Hilfe vermarkten - die Konditionen sollen nach der Übernahme mit Teles verhandelt werden. Eine Vereinbarung zwischen Freenet und Teles sieht die Abnahme von Teles-Dienstleistungen im Wert von insgesamt zehn Millionen Euro binnen der nächsten drei Jahre vor.

Kombinationsangebote, also einen Mix aus Strato- und Freenet-Diensten, schließt Spoerr aus, da er die Marken nicht vermischen möchte. Gleichwohl will er durch Synergieeffekte auf Seiten der Produkte seine Wettbewerbsposition gegenüber Konkurrenten wie der Telekom oder United Internet verbessern. Dabei helfen sollen auch Zusatzangebote für Firmenkunden. Kleinen Unternehmen will der Freenet-Chef folgende Dienste anbieten:

- günstige Highend-DSL-Produkte,

- VPN-Services (virtuelle private Netze) zur sicheren Standortvernetzung,

- Web-Hosting,

- E-Mail-Postfächer sowie

- Internet-Telefonie.

Für die Vermarktung solcher Mehrwertdienste an Firmen sowie an Privatkunden spielen DSL-Zugänge eine große Rolle. "Der DSL-Kunde ist eher bereit, Zusatzprodukte zu erwerben, als der Schmalbandnutzer", so Spoerr.

Freenet.de begleicht den Strato-Kauf mit 80 Millionen Euro in bar sowie mit 3,1 Millionen eigenen Aktien. Damit hat das Geschäft ein Gesamtvolumen von 132 Millionen Euro. Für den bisherigen Strato-Eigner Teles entspricht der Verkauf der Strategie, sich auf das Kerngeschäft mit drahtlosen Breitband-Internet-Diensten zu konzentrieren.

Die Transaktion soll bis Ende des ersten Quartals 2005 abgeschlossen sein. "Die Angebote beider Firmen ergänzen sich gut", beurteilt Thorsten Wichmann, Geschäftsführer der Berlecon Research GmbH aus Berlin, den Deal. (fn)