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27.03.2008

freenet will debitel übernehmen und Mobilfunkgeschäft stärken

FRANKFURT (Dow Jones)--In die Konsolidierung der deutschen Mobilfunklandschaft ist erneut Bewegung gekommen. Mit ihrer Ankündigung vom Mittwochabend, Gespräche über eine Übernahme der debitel zu führen, hat sich dabei die freenet AG vom Übernahmeobjekt zum Käufer gewandelt.

FRANKFURT (Dow Jones)--In die Konsolidierung der deutschen Mobilfunklandschaft ist erneut Bewegung gekommen. Mit ihrer Ankündigung vom Mittwochabend, Gespräche über eine Übernahme der debitel zu führen, hat sich dabei die freenet AG vom Übernahmeobjekt zum Käufer gewandelt.

Gleichwohl präsentierte sich das Hamburger Telefonunternehmen am Donnerstag nur vorsichtig optimistisch. Nach den Erfahrungen mit der im vergangenen Jahr geplatzten Übernahme der freenet durch die Großaktionäre United Internet und Drillisch, die über die gemeinsame MSP Holding gut 25% halten, wolle man nun erst einmal die weiteren Verhandlungen abwarten.

"Die Gespräche sind fortgeschritten," sagte freenet-Sprecherin Elke Rüther, aber man müsse die Aussicht auf einen Erfolg der Gespräche "realistisch betrachten". Schließlich müsse man sich nicht nur mit Permira, sondern auch mit den Banken, die bei debitel involviert sind, einigen.

Auch der Übernahmekandidat debitel äußerte sich am Donnerstag in einer Stellungnahme zurückhaltend: "Der Prozessausgang ist absolut offen. Ob es zu einem Abschluss kommt, kann zu diesem Zeitpunkt niemand sagen." Auf einen Zeitplan der Transaktion wollten sich die beteiligten Unternehmen ebenfalls nicht festlegen.

Zu den Übernahmeplänen hatte freenet am Vortag mitgeteilt, freenet führe mit dem derzeitigen Eigner der debitel-Gruppe, der Beteiligungsgesellschaft Permira, Gespräche. Sollten diese Gespräche erfolgreich sein, würde freenet die debitel-Gruppe einschließlich ihrer Verbindlichkeiten übernehmen. Dafür werde freenet den debitel-Aktionären eine Beteiligung von knapp 25% an freenet einräumen. Darüber hinaus wäre ein Barkaufpreis zu entrichten, der ganz oder teilweise über ein Darlehen des Verkäufers Permira finanziert werde.

Am Markt war die Ankündigung am Donnerstagmorgen zunächst positiv aufgenommen worden: Zu Handelsbeginn notierten die Aktien von freenet mit einem Plus von rund 5%. Im weiteren Handelsverlauf gaben die Titel ihre Gewinne jedoch wieder ab. Händler verwiesen zur Begründung auf den von Medien kolportierten Kaufpreis von 1,4 Mrd bis 1,5 Mrd EUR. Dieser erschiene hoch.

Solch ein Preis sei nur mit entsprechenden Synergien zu rechtfertigen, sagten die Analysten der UBS. Andererseits würde freenet mit debitel ihr Mobilfunkgeschäft stärken. Die breitere Kundenbasis gäbe dem Unternehmen mehr Spielraum bei den Verhandlungen mit den Mobilfunknetzbetreibern. Händler hoben hervor, dass freenet mit dem Schritt einen aktiven Part in der Konsolidierung der Branche einnehme.

Durch die geplante Übernahme der Stuttgarter debitel könnte freenet zum drittgrößten Mobilfunkanbieter Deutschlands aufsteigen. Zusammen kämen die beiden Unternehmen auf rund 19 Millionen Kunden, sagte freenet-Sprecherin Elke Rüther. Damit überhole man Wettbewerber wir E-Plus und O2.

Die Einschätzung der Marktteilnehmer, die Übernahme von debitel sei an den Verkauf der DSL-Sparte von freenet gekoppelt, wies die freenet-Sprecherin zurück. Dies seien zwei voneinander "unabhängige Verfahren". Freenet hatte sich Anfang März zu einer Ausgliederung des DSL- sowie des Portal-Geschäfts in neu zu gründende Tochtergesellschaften entschlossen und damit die Voraussetzungen für den Verkauf der DSL-Sparte geschaffen. Am DSL-Zugangsgeschäft von freenet hatte sich wiederum der Großaktionär United Internet "höchst interessiert" gezeigt.

UniCredit-Analyst Thomas Friedrich bemängelte, dass bislang nur wenige Informationen zu den Plänen von freenet vorlägen. Sollte es zur Übernahme der debitel kommen, könnte dies den Aktienkurs von freenet belasten, schrieb der Analyst am Donnerstag.

Nach anfangs sehr volatilen Ausschlägen in beide Richtungen pendelt sich der Aktienkurs im Handelsverlauf am Donnerstag in Richtung Vortagesschlusskurs ein. Bis gegen 14.41 Uhr notieren freenet in einem insgesamt sehr festen TecDAX mit 0,1% im Minus bei 10,45 EUR.

Webseiten: http://www.freenet.ag/ http://www.debitel.ag/ -Von Dorothee Tschampa, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29725 103; dorothee.tschampa@dowjones.com DJG/dct/bam

Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.