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17.09.2004 - 

Projektanbieter überweisen Honorare oft zu spät

Freiberufler klagen über Zahlungsmoral

MÜNCHEN (ka) - Den selbständigen IT-Spezialisten hat dieses Jahr bislang zwar wieder viele Projekte beschert: Doch was nützt das Auftragshoch, wenn die Honorare ausbleiben oder zu spät gezahlt werden. Einer Umfrage zufolge müssen 58 Prozent der IT-Profis öfter länger auf ihre Entlohung warten, als ihnen vertraglich zugesichert wurde. Für viele Freiberufler kann diese Situation schnell in die Schuldenfalle führen.

Das Projektportal Gulp, bei dem sich über 51 000 selbständige IT-Fachkräfte mit ihren Qualifikationen registriert haben, befragte 372 Freiberufler zur Zahlungsmoral der Projektanbieter. Nur drei Prozent gaben an, dass ihre Honorare immer pünktlich überwiesen werden. Weitere 39 Prozent haben nur selten Probleme mit den Zahlungen der Auftraggeber. Allerdings müssen der Umfrage zufolge 36 Prozent der IT-Profis öfter auf ihre Honorare warten und für 22 Prozent sind die ausbleibenden Honorare ein ernstes Problem, die bis in die eigene Verschuldung führen kann.

Wenn es zu Zahlungsverzögerungen kommt, müssen 51 Prozent der Befragten in der Regel nur einmal nachfragen, 40 Prozent tun dies mehrmals und für neun Prozent ist eine Mahnung häufig unumgänglich. Oft bleibt dem Freiberufler jedoch nichts anderes übrig, als sich zunächst mit den Erklärungen der Auftraggeber zufrieden zu geben, warum das Geld noch nicht überwiesen wurde. Schließlich soll der Projektanbieter, von dem man sich auch weiterhin Aufträge erhofft, nicht verprellt werden. Als typische Gründe für die Zahlungsverzögerungen nennen die Projektanbieter den Freiberuflern zufolge vorrangig Verwaltungsengpässe (26 Prozent), gefolgt von Liquiditätsproblemen des Auftraggebers (24 Prozent) und der "übersehenen" Rechnung (21 Prozent). Manchmal steckt jedoch auch Absicht dahinter: 16 Prozent der Freiberufler gaben an, dass die Auftraggeber mit dem einbehaltenen Honorar noch mehr Zinsen abschöpfen wollten. Mit 13 Prozent bildet die Erklärung "Schwierigkeiten beim Endkunden" das Schlusslicht der Gründeskala.

Letzter Ausweg: Der Gang zum Anwalt

Um letztendlich doch an ihre Honorare zu kommen, mussten 28 Prozent der befragten Freiberufler bereits einen Anwalt einschalten. Weitere 23 Prozent haben zumindest schon einmal an diese Möglichkeit gedacht. Für 49 Prozent der selbständigen IT-Profis war die anwaltliche Unterstützung bislang noch kein Thema, was sich jedoch ändern könnte, mutmaßt Gulp. Denn 42 Prozent der Freiberufler rechnen damit, dass die Zahlungsmoral der Projektanbieter in Zukunft noch schlechter wird, und 54 Prozent gehen davon aus, dass sie auf dem jetzigen Niveau bleibt. Nur vier Prozent hoffen, dass sich das Zahlungsverhalten bessern wird.

August: Sommerflaute auf hohem Niveau

Der August war für die IT-Freiberufler trotz Sommerloch ein erfolgreicher Monat: Die Zahl aller bei Gulp geschalteten Projektanfragen ist zwar von 5215 im Juli 2004 um 9,5 Prozent auf 4717 gefallen, dennoch weist der August den dritthöchsten Projektmarktindex seit der Gründung des Portals auf. Zum Vergleich: Im August des Vorjahres gab es lediglich 3222 Anfragen an die Freiberufler. Besonders für die SAP-Spezialisten hat sich der abgelaufene Monat als positiv erwiesen. An diese Profis entfielen insgesamt 958 Projektanfragen, was einer Steigerung zum Juli 2004 von 5,7 Prozent entspricht. Im August 2003 gingen 629 Anfragen an die SAP-Freiberufler.

Abb: Freiberufler warten auf Honorare

Um die Zahlungsmoral der Projektanbieter ist es schlecht bestellt: 58 Prozent der selbständigen IT-Spezialisten bekommen ihre Honorare oft später als vertraglich vereinbart. Quelle: Gulp