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22.07.2005

Freiberufler profitieren von Basel II

Ina Hönicke ist freie Journalistin in München.
Es werden mehr Projekte ausgeschrieben, mit denen gesetzliche Vorgaben wie Sarbanes-Oxley, Basel II und das Konzerntransparenzgesetz (Kontrag) umgesetzt werden sollen.

Das Image der Banken ist angekratzt. Eine Vorrei-terrolle übernehmen sie oft dann, wenn es um Entlassungen und Verkäufe geht. Hans-Jörg von Schönfeldt von der Pass Consulting Group in Aschaffenburg ist indes überzeugt, dass die jüngsten und weiter geplanten Freisetzungen bei einigen Banken keinen zusätzlichen Druck auf den Freiberuflermarkt ausüben werden: "Dazu ist die Bedeutung der IT für den Finanzbereich zu groß. Obwohl die Banken unter starkem Kostendruck stehen, müssen sie nach jahrelanger Flaute verstärkt in IT und entsprechende Projekte investieren." Dementsprechend finden derzeit IT-Vorhaben in den Bereichen Support, Reorganisation oder Konsolidierungs- und Migrationsprojekte statt.

Mehr zum Thema

www.computerwoche.de/go/

*74770: Freiberufler-Forum in der computerwoche;

*76328: Freiberufler als Alternative zum Outsourcing;

*74767: Trends auf dem IT-Beratermarkt.

Hohe Anforderungen an Berater

"Die Banken überprüfen ihre Kostenstrukturen und werden als Konsequenz neue, intelligente Systeme entwickeln, die Prozesse automatisieren beziehungsweise zunehmend in die IT verlagern", ist Pass-Manager von Schönfeldt überzeugt. Bei Projekten, die aufgrund der gesetzlichen Anforderungen wie Sarbanes-Oxley, EU-Datenschutzrichtlinie oder Konzerntransparenzgesetz (Kontrag) anständen, bestehe zwar ebenfalls ein Bedarf nach Beratung, allerdings in geringerem Umfang als noch vor fünf Jahren.

Für komplexe Transparenz- und Finanzprojekte seien die Anforderungen an die Berater entsprechend hoch. Im Umfeld von Basel II seien Fachwissen, Geschäftsprozess- sowie Portfolio-Management-Kenntnisse gefragt. Chancen hätten Externe auch im Vertrieb, da die Banken über neue Vertriebswege nachdenken. Die Frage lautet: Mit welchen Methoden erschließe ich neue Kunden? Berater mit entsprechendem Bankwissen könnten sich hier interessante Möglichkeiten ausrechnen.

Juristisches Wissen ist ein Vorteil

Auch Christian Steeg, Abteilungsleiter im Key-Account-Management bei dem Personaldienstleister Hays AG in Mannheim, erhält mehr Anfragen von Banken: " Da die Banken die Anforderungen nach mehr Transparenz mit Hochdruck erfüllen, stammen die Anfragen vor allem aus dem Umfeld von Kontrag, Basel II und Sarbanes Oxley." Gesucht würden sowohl Externe auf der konzeptionellen Ebene als auch Technikfachleute für die Implementierung. Für die technische Umsetzung seien Datenbank- und PL/1-Spezialisten gefragt. Zudem würden Berater mit Organisations-Know-how, Bankenkenntnissen und vor allem Soft Skills gesucht.

Da die Projekte im Kontrag-Bereich viel mit gesetzlichen Anforderungen zu tun hätten, sei einschlägiges Zusatzwissen ebenfalls von Vorteil. "Fach-Know-how, Risiko-Management und juristische Kenntnisse sind die idealen Voraussetzungen für einen interessanten und gut bezahlten Job im Bankenbereich", ist Steeg überzeugt.

Gute Erfahrungen mit Basel-II-Projekten macht auch die Online-Jobvermittlungsbörse für Freiberufler Gulp. "Während Basel II oft explizit in der Auftragsvergabe genannt wird, ist das bei Sarbanes Oxley nicht der Fall. Dennoch vermuten wir, dass die starke Nachfrage nach Kenntnissen in SAP-Software, Finanzen oder Controlling daraus resultiert", so Gulp-Sprecher Stefan Symanek. Grundsätzlich handle es sich bei Basel II um kein neues Thema. So entstand während der Planung vor ein paar Jahren die erste Nachfrage nach Freelancern, sagt. Symanek: "Jetzt befinden wir uns in der Umsetzungsphase, und so wie es unsere Kunden melden, zieht sich diese noch weiter hin." Seiner Meinung nach dürfte es zurzeit keine Bank in Deutschland geben, die nicht mit diesem Thema beschäftigt ist. Basel II wirke sich in allen Unternehmensbereichen aus, und die Zeit werde langsam knapp bis zum Inkrafttreten Ende 2006. (hk)