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01.12.2000 - 

Der Sprung in die Selbständigkeit ist mit viel Aufwand verbunden

Freiberufler werden verstärkt von Finanzämtern kontrolliert

In Zeiten leerer Kassen neigen Finanzämter dazu, einkommensstarke Branchen und Berufsgruppen verstärkt zu kontrollieren, um höhere Steuereinnahmen zu erzielen. Diese Tendenz ist seit geraumer Zeit auch im Bereich der Informatik zu beobachten. Deshalb ist es für Informatiker besonders wichtig, sich von Anfang an auf die verschiedenen Problemfelder strategisch vorzubereiten. Von Peter Brenner*

Die selbständige Berufslaufbahn eines Informatikers beginnt in der Regel mit einer Existenzgründung. Bereits zu diesem Zeitpunkt sind viele Entscheidungen zu treffen und lauern zahlreiche Gefahren. Strategien für die Akquisition und das Marketing im IT-Bereich sind festzulegen, Geschäftsfelder für künftige Aufgabengebiete zu finden, Versicherungsfragen einschließlich der Altersversorgung zu klären, Verträge unter Berücksichtigung der Haftungsproblematiken abzuschließen und eine optimale steuerliche Gestaltung zu erreichen. Von Bedeutung ist außerdem die Entscheidung, ob man als Freiberufler oder Gewerbetreibender arbeitet.

Der Status als Freiberufler kann sehr häufig durch Kontrollen der Finanzämter - zum Beispiel bei Prüfung eines eingereichten Jahresabschlusses oder anlässlich einer Betriebsprüfung - verloren gehen. Wenn ein Finanzbeamter oder ein Betriebsprüfer behauptet, der Betroffene sei ein Gewerbetreibender, bleibt die Möglichkeit, Einspruch zu erheben und das Gegenteil zu beweisen. Viele Informatiker verlassen sich in diesem Moment auf den Rat des Steuerberaters. Das führt nur selten zum Erfolg, da Steuerberater und Rechtsanwälte oft über zu wenig Informatikwissen verfügen, um diesen Beweis erfolgreich zu erbringen.

Häufig muss eine entsprechende Qualifikation und eine vom Finanzamt als freiberuflich anerkannte Tätigkeit nachgewiesen werden. Ist die entsprechende Qualifikation nicht durch Studienabschlüsse nachzuweisen, bleibt dem Autodidakten die Chance, vergleichbare Kenntnisse zu belegen. Dabei sollte man wissen, welche Anforderungen das Finanzamt stellt und wie die eigene Tätigkeit geschickt zu präsentieren ist.

In einigen Fällen ist es sinnvoll, die Anerkennung als Freiberufler mit Hilfe eines durch einen Sachverständigen erstellten Gutachtens zu erlangen. Dabei müssen allerdings einige Voraussetzungen erfüllt sein. Zum einen ist mit dem Finanzamt zu vereinbaren, dass ein Gutachten vorgelegt und dieses dann auch bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt wird. Zum anderen ist es wichtig, im Vorfeld einen Beweisbeschluss zu definieren, aufgrund dessen das Gutachten zu erstellen ist.

In der Regel prüft das Finanzamt drei Geschäftsjahre mit der Absicht, pro Geschäftsjahr mindestens zwischen 10000 und 20000 Mark einzutreiben. Kommt dann noch Gewerbesteuer hinzu, wächst sich die Nachzahlung schnell zu einer sechsstelligen Summe aus.

Die Mitgliedschaft in einem Berufsverband kann Existenzgründern und Selbständigen aus dem Informationstechnik-Bereich helfen, Berührungsängste mit dem Finanzamt abzubauen. Als Beispiel ist der Berufsverband der Selbständigen in der Informatik (BVSI) zu nennen.

*Peter Brenner ist Informatiker und Existenzgründungsberater in Köln.

Anerkennung als IT-Freiberufler

An IT-Selbständige wendet sich das Seminar "Anerkennung als Freiberufler mit Blick auf die Gewerbesteuerpflicht und Betriebsprüfung", das der "Berufsverband Selbständige in der Informatik" (BVSI) am 20. Januar 2001 in Frankfurt am Main sowie am 10. Februar in Bremen veranstaltet. Ein Jurist gibt Hinweise zur Vermeidung der Gewerbesteuerpflicht, zum richtigen Umgang mit dem Finanzamt und zur Zusammenarbeit mit anderen Beratern. Auskünfte gibt es unter der Rufnummer 041 24/60 50 87 oder im Internet unter http://www.bvsi.de/aktuelles.