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23.11.1990 - 

TDS führte Marktrecherche in Deutschland durch

Freie Rechenzentren bieten mehr Leistungen an als früher

HEILBRONN (CW) - Der Markt der RZ-Dienstleistungen hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Das Leistungsspektrum geht heute weit über die klassischen Tätigkeiten hinaus. Dies ergab eine Untersuchung der TDS Tele-Daten-Service GmbH, Heilbronn, bei den zehn größten freien Rechenzentren in Deutschland.

Im Bereich der Informationsverarbeitung ist seit einigen Jahren eine Tendenz zur Nutzung externer Dienstleistungen und zur Auslagerung von Entwicklungsarbeiten, Wartungs- sowie Serviceaufgaben und sogar von operativen Funktionen zu beobachten: Outsourcing ist "in". Trotzdem scheint dieser Trend einem Servicebereich in Deutschland nicht zugute zu kommen, der in anderen Industriestaaten - beispielsweise in den USA, in Großbritannien und vor allein auch in Frankreich - floriert, nämlich den freien Rechenzentren.

In der Aufbruchstimmung der späten 60er und frühen 70er Jahre waren hierzulande mehr als 500 Unternehmen entstanden. Anfang der 80er Jahre existierte davon noch die Hälfte, heute umfaßt diese Branche gerade noch etwa 100 Unternehmen. Betrachtet man das aktuelle Leistungsspektrum der verbliebenen Rechenzentren, so weist es durch Differenzierung und Diversifizierung allerdings so viele Veränderungen auf, daß diese Branchenbezeichnung kaum noch zutreffend ist.

Die Heilbronner TDS führt in einer Marktwert recherchierten Liste die zehn größten der freien Service-Unternehmen auf, die mindestens 50 Prozent ihres Umsatzes mit Rechnerleistung erwirtschaften und weniger als 2,5 Prozent aus Geschäften mit verbundenen Unternehmen erzielen. Dies sind - in der Reihenfolge der Größe Datev, Fiducia, Taylorix, Info AG, AC-Service, Bonndata, TDS-Gruppe, Alldata, VRG sowie RZ Schulte. Die Angaben über Umsatz, Mitarbeiterzahl und Leistungsspektrum, die auf Auskünften der beteiligten Unternehmen beruhen, verschaffen ein - wenn auch grobes Bild der heutigen Struktur der freien deutschen Service-Rechenzentren. Mit einem Gesamtumsatz 1989 von knapp 1,5 Milliarden Mark repräsentieren diese zehn Betriebe nahezu die Hälfte des Gesamtumsatzes, der im Markt für RZ-Leistungen, Netzdienste und Facilities Management im Untersuchungszeitraum erzielt wurde.

IBM dominiert bei der installierten Hardware

Das umfangreiche Leistungsspektrum der aufgeführten Unternehmen spiegelt die starke Diversifikation der letzten Jahre wider. Neben der Stapelverarbeitung als klassischem Geschäft, das noch neun RZ anbieten, und der Datenverarbeitung (sechs Unternehmen) gehört heute die Dialogverarbeitung (neun) zum Standard. Durch meist langjährige Erfahrung mit den Bedürfnissen der Anwender sind zudem viele Service-Rechenzentren in der Lage, Beratungsleistungen für Organisation und Informationsverarbeitung, aber auch individuelle Software-Entwicklung anzubieten. Daneben, so ermittelte IDS, hat sich als neues Geschäftsfeld der Vertrieb von Hardware, zum Beispiel PCs und Standardsoftware, ergeben. Gelegentlich kommt es dabei sogar zu Installationshilfen beziehungsweise Systemintegration sowie Trainingsleistungen.

Eine Serviceleistung, die bei steigender Abhängigkeit der Betriebe und Behörden vom Funktionieren ihrer Informationsverarbeitungssysteme immer wichtiger wird, ist das Back-up-Rechenzentrum, das bei Ausfällen sofort einspringen kann. Von den zehn RZs der TDS-Erhebung bieten bereits sieben eine solche Leistung an. Bei Netzwerkdiensten (sechs Unternehmen) und der Vermietung von Hardware sowie Leitungen (fünf) können die RZ-Betriebe ihr eigenes Know-how am Markt verwerten. Dagegen hat die Marktrecherche der TDS ergeben, daß bislang mir ein Unternehmen Mehrwertdienste anbietet, obwohl gerade dieser Leistung allgemein eine große Zukunft prophezeit wird.

Auch die installierte Hardware hat sich die TDS bei ihrer Analyse der zehn größten freien Rechenzentren in Deutschland angesehen. Ergebnis: Die IBM dominiert. Der Computerriese stellt bei neun Unternehmen die jeweils größte Rechenanlage; nur ein RZ-Betrieb setzt Siemens ein. Bei den zweitgrößten Maschinen kommen - wenn nicht ebenfalls IBM gewählt wurde - die PCM-Anbieter zum Zuge; zweimal ist Comparex vertreten, einmal Amdahl. Zwei Unternehmen vertrauen auf Siemens und HP.