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12.06.1998 - 

Was wurde aus Siline, Hit, Sicad und Co?

Freiheit für SNIs Anwendungssoftware

Das betriebswirtschaftliche Softwarepaket Siline war ursprünglich von der Gesellschaft für Softwareentwicklung und Beratung (GSB) GmbH in Erlangen übernommen worden. Die Verflechtung der beiden Firmen hat dem Produkt laut Pagé nicht gut getan, deshalb - und um Comet Platz zu machen - wurde es schon 1994 an den ursprünglichen Besitzer zurückgegeben, wo es heute noch unter der Bezeichnung "GSB-iV" zu erhalten ist. SNI und demnächst Siemens vermarkten Siline weiter unter der alten Bezeichnung.

1995 wurde der CAD-Bereich, insbesodere das Produkt Sigraph Design (heute: "ObjectD") für mechanische Konstruktion, an Strässle abgetreten, weil SNI annahm, daß das Produkt bei einem erfolgreichen Nischenanbieter am besten aufgehoben sei. Nach dem Scheitern von Strässle wurde mit Hilfe von SNI zum ersten März 1997 die eigenständige CAD/ CAM Strässle GmbH in Stuttgart gegründet, an der SNI keine Anteile hält. Technisch wurde die Unix-Produktpalette in Richtung Volumengrafik erneuert und auf Windows NT ausgeweitet. In den ersten zehn Monaten seiner Existenz hat das Unternehmen bei einem Umsatz von 14 Millionen Mark rund 700000 Mark Gewinn vor Steuern erwirtschaftet und sucht jetzt einen passenden Käufer.

Ein hundertprozentiges SNI-Unternehmen ist die Car Dealer Information Systems AG (Cardis) geblieben. Das Unternehmen lebt vor allem davon, daß die Automobilhersteller ihren Händlern und Vertragswerkstätten Empfehlungen für ihre Handelslösungen geben. Cardis steht bei nahezu allen europäischen Autobauern auf der Liste, bei einigen auch ganz oben. SNI hat die Software für die verschiedenen Autohersteller individuell angepaßt, so daß nun verschiedene Varianten zum Teil europaweit gepflegt werden müssen. Allerdings hat SNI ein Produkt zugekauft auf dessen Grundlage das bisherige Portfolio vereinheitlicht wird. Der Umsatz des noch nicht ganz abgelaufen Geschäftsjahres soll zwischen 75 und 80 Millionen Mark betragen. Cardis dürfte am 30. August mit schwarzen Zahlen in das neue Geschäftsjahr gehen.

Zum 1. April dieses Jahres wurde die für geografische Informationssysteme zuständige Sicad Geometrics GmbH ausgegliedert. Das Unternehmen nutzt die weltweite Logistik des Siemens-Konzerns, um seine Produkte überall anbieten zu können. Vor allem Energieversorger und Kommunen setzen die Lösung ein. Demnächst soll ein Gemeinschaftsunternehmen mit einem Energieversorger gegründet werden, das Sicad Utilities heißen wird. Trotz der globalen Ausrichtung wird der Umsatz von 70 Millionen Mark bislang zu 70 Prozent in Inland generiert. Damit ist das Unternehmen eigenen Angaben zufolge in seinem Marktsegement die Nummer eins in Deutschland, europaweit die Nummer zwei und rangiert global immer noch an vierter Stelle.

Der alten Vision vom papierlosen Büro jagt die Sidoc Informatics GmbH nach, die fast gleichzeitig mit Sicad und wie diese als hundertprozentige SNI-Tochter ausgegliedert wurde. Sidocs Dokumenten-Managment-Software "Arcis" läuft auf Unix- und NT-Plattformen und entwickelt sich in Richtung Wissens-Management. Von großer Bedeutung ist auch das Archivwesen sowie die Anbindung an das R/3-System von der SAP. Da gerade in diesem Marktsegement oft Fremdanwendungen eingebunden werden müssen, arbeitet Arcis - wie auch Sicad - intensiv mit der Kompo- nenten-Architektur Komponent Object Model (COM) von Microsoft und dem dafür entwickelten Framework Comunity. Der Umsatz von rund 125 Millionen Mark setzt sich aus Lizenzgeschäft (30 Millionen Mark), Dienstleistungen (70 Millionen Mark) und Spezialhardware (25 Millionen Mark) zusammen. Bei SNI gilt dieser Bereich als junger Markt mit großen Chancen und wird daher als strategisch wichtig eingestuft.

Im Unternehmen verbleibt der Bereich Business Communications. Hier geht es um Techniken, die sich besser im Rahmen etwa von Projekten oder als Zusätze für PCs, Hicom-Anlagen oder Netze verkaufen lassen, denn als eigenständige Produkte. Das Portfolio umfaßt Produkte für Telefonie, Messaging ("Mail-X") und Verzeichnisdienste ("DirX). Beim X.500-konformen Verzeichnisdienst DirX nimmt der Bereich für sich in Anspruch, Marktführer zu sein. Als künftige Schlüsseltechnik gilt bei Siemens die Integration von Computertechnik und Telefonie (CTI), für die der Bereich eine Reihe von Produkten wie "Telas", Simply Phone", "Comphone" und "Smart Assist" anbietet. Geführt wird diese Mannschaft als Profitcenter.

Nach wie vor ein Geschäft ist der Textverabeitungs-Klassiker "Hit", um den sich vor allem der Münchner Hit-Anbieter Interface GmbH kümmert. Vermarktet wird das Produkt unter der Bezeichnung "Hit/Clou" von SNI jedoch weniger als elektronische Schreibmaschine, denn als Werkzeug zur Erzeugung komplexer Dokumente aus Textbausteinen, Variablen, Grafiken und Daten, die aus verschiedenen Systemen kommen können, zum Beispiel aus dem R/3-System der SAP.

Hierbei handelt es sich zum einen um ein Konzept zur komponentenbasierten Software-Entwicklung und zum anderen um das Entwicklungsframework "Comunity Visual Framework". Beide basieren auf Microsofts Component Object Model (COM). Das Comunity-Konzept gilt inzwischen als generelle Richtlinie bei Entwicklungen und sorgt so für Interoperabilität zwischen SNI-Produkten. Das Framework soll jedoch an einen großen US-Software-Konzern verkauft werden, weil SNI sich selbst nicht in der Lage sieht, das Produkt weltweit zu etablieren. Gelingt das dem möglichen Käufer, so erhalten die Softwarehäuser Anwender - in der Regel Softwarehäuser - damit eine Basisfunktionalität, in die sie ihre Spezialanwendungen nur noch einzuklinken brauchen.