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19.05.1978

Fremdsort bringt Zeiteinsparung von 40 Prozent

Mit Josef Vullhorst, Systemprogrammierer bei den Möbelwerken Welle, Paderborn, sprach CW-Chefredakteur Dieter Eckbauer

-Die Ausgangssituation ist bekannt: Die EDV-Abteilung steht heute vor der Aufgabe, mit gleichbleibendem Budget mehr Anwendungen zum Laufen zu bringen, um die Fachabteilungen schneller bedienen zu können. Das geht oft nur über den Weg der Betriebssystem-Optimierung. Bei Welle sind unter anderem zwei Tools von Computer Associates - nämlich der CA-Sort und der Listgenerator CA-Earl - im Einsatz. Seit wann?

Ich habe den CA-Sort seit etwa eineinhalb Jahren und CA-Earl seit Januar 1978 im Einsatz.

-Aus welchen Gründen haben Sie sich für Fremdsoftware entschieden?

Die Gründe waren beim Sort die gravierendsten. Ich hatte früher einen IBM-Sort, der sehr langsam und sehr kartenaufwendig in den Work-Files war. Der IBM-Sort setzte voraus, daß ich eine Work-File bereitstellte, die fast doppelt so groß war wie der Input, und dann war er auch dementsprechend langsam.

-Können Sie das mit Zahlen belegen?

Wir haben einen Datenbestand, der sich monatlich etwa um 120 000 Records mit Byte-Länge bewegt. Ich brauchte mit dem IBM-Sort 4000 Spuren, um den auf einer 3340-Platte sortieren zu können und das dauerte etwa 45 bis 50 Minuten, bis er sortiert war. Dann trat Computer Associates an uns heran...

-Gleich nachgefragt: IBM war ja höchstwahrscheinlich diese Situation bekannt. Was hat man vom Hersteller aus unternommen, um Ihnen aus dieser Sort-Klemme herauszuhelfen?

Der Hersteller hat einen Sort angekündigt, der sparsamer und auch schneller im Durchsatz sein sollte. Dieser Sort war aber dann lizenzpflichtig, während ja der alte Sort von IBM noch nicht lizenzpflichtig war. Da habe ich gesagt: Also gut, wenn er lizenzpflichtig ist, dann müssen wir uns auf dem Software-Markt umsehen, denn da gibt es ja auch andere Sorts die gleichfalls lizenzpflichtig sind, vielleicht leisten die das Gleiche für weniger Geld. Und da sind wir auf den CA-Sort gestoßen, der gegenüber dem SM 2 von der IBM um 60 Mark billiger war und meines Erachtens das Optimale leistet.

-Haben Sie den verbesserten IBM-Sort zumindest probeweise installiert um Vergleiche zu ziehen?

Nein.

-Wenn man sieht, welche Einsparungen an Maschinenlaufzeit drin sind - hat der Preis dann eigentlich noch eine große Rolle gespielt?

Wir brauchten einen optimaleren Sort und der CA-Sort war bereits auf dem Markt. Wir benötigen heute, um den gleichen Bestand zu sortieren, nur noch rund 2000 Spuren.

-Haben Sie auch Sorts anderer Anbieter geprüft?

Ich habe sie nicht geprüft, ich habe mich aber bei anderen Anwendern ungehört. Ein Anwender, der vorher auch andere Sorts probiert hatte, sagte mir, der CA-Sort ist gut, er hält zumindest, was er verspricht. Er wird nicht "überlauft" angeboten, also nicht so, daß man sagt, der spart 80 Prozent ein und nachher spart er nur 40 Prozent ein.

-Wie war das bei Ihnen?

Er hat das eingespart, was uns von CA versprochen wurde.

-Ging das eigentlich so einfach: IBM-Sort raus, CA-Sort rein oder hatten Sie bei der Implementierung Schwierigkeiten?

Wir brauchten nicht einmal die Steuerkarten umzulochen. Wir haben einfach nur den CA-Sort eingespielt. Den hatte ich - um Vergleiche zu ziehen - unter einem anderen Namen eingespielt und dann haben wir unter gleichen Bedingungen echt durchgetestet: Einmal den Datenbestand mit dem alten IBM-Sort und zum anderen mit dem CA-Sort sortieren. Da stellten sich diese Resultate 'raus.

-Welche Laufzeitverbesserung haben Sie festgestellt?

Ich habe im Schnitt eine Laufzeitverbesserung von etwa 40 Prozent.

-Nur beim Sort?

Ja, und zwar so angewandt, wie ich den IBM-Sort anwende, ohne jetzt noch die Vorteile zu nutzen, die der CA-Sort zusätzlich bieten soll.

-Können Sie die Vorteile des CA-Sorts wertmäßig quantifizieren?

Wenn ich eine Computerstunde mit 350 Mark ansetze und ich spare bei einer dreiviertel Stunde Sortieren 20 Minuten ein, dann kann ich mir ausrechnen, wieviel das marktmäßig ausmacht. Wenn ich da noch gegenüberstelle, daß ich nur die halbe Plattenkapazität brauche und das wieder - von der Monatsmiete her - in Mark und Pfennig umrechne, dann würde sich noch mal ein ganz netter Betrag herauskristallisieren.

-Beziehen sich diese 40 Prozent Einsparung auf den Tageslauf oder auf ein Wochenarbeitsprogramm?

Diese 40 Prozent, die ich genannt habe, beziehen sich auf die monatlichen Einsparungen der Sortierprogramme.

-Wie groß ist der Anteil der Sortierprogramme am Workload?

Der Anteil der Sortierprogramme ist etwa 15 bis 20 Prozent der Arbeit.

-Machen sich diese Laufzeit-Einsparungen beim Gesamtdurchsatz der Anlage bemerkbar?

Die machen sich auf jeden Fall bemerkbar, zum Beispiel bei der Partitiongröße: Ich brauche beim CA-Sort nicht soviel virtuellen Speicher zuzuordnen wie ich es beim IBM-Sort machen müßte, um so einigermaßen akzeptable Laufzeit zu bekommen. Und dadurch spare ich für andere Partitions wieder Speicher.

-Nun setzen Sie darüber hinaus den Listgenerator CA-Earl ein, der - so steht's jedenfalls in der Produktspezifikation des Anbieters - "in die Hand des Sachbearbeiters gehört". Wurde auch in diesem Fall nicht zu viel versprochen?

Heute wird der CA-Earl zwar noch von den Programmierern benutzt, um Testdaten zu überprüfen oder um Testlisten zu schreiben, ich bin jedoch der Meinung, daß er viel zu simpel für einen Programmierer ist. Bei uns im Hause haben wir eine Koordinationsstelle zwischen EDV und Fachabteilungen, und ich habe an und für sich vor, diesen Leuten den CA-Earl in die Hand zu geben. Denn sie führen die Gespräche mit den Fachabteilungen und dabei ist es ohne weiteres möglich, sofort Stichpunkte aufzuschreiben, die der Listgenerator in ein Programm umsetzen kann.

-Eine abschließende Frage zum Sortprogramm: Sind diese Einsparungen von jedem DOS-Anwender mit vergleichbarer Konfiguration ohne Klimmzüge erreichbar?

Ich denke schon.

-Wie kommt es dann, daß es überhaupt noch IBM-Anwender gibt, die keine Fremdsoftware einsetzen?

Da kann ich nur über unseren IBM-Bezirk sprechen. In anderen Geschäftsstellenbereichen der IBM kann es wohl anders sein. Im ostwestfälischen Raum habe ich jedenfalls die Erfahrung gemacht, daß die Leute noch zu IBM-gläubig sind: Sie haben eine IBM-Anlage und fühlen sich verpflichtet, auch die IBM-Software-Produkte auf der Anlage zu fahren.