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19.09.2007

Frische Ideen für das Enterprise 2.0

Das "European ICT Forum" von IDC stand im Zeichen der Web-Collaboration.

Blogs, Wikis, Social Software unterschiedlicher Ausprägung die Collaboration-Werkzeuge des "Web 2.0" kommen in vielen Unternehmen bereits zum Einsatz, so hat das Marktforschungsunternehmen IDC festgestellt. Allerdings werden diese Tools und Services nur in jedem dritten Fall von der Unternehmens-IT überwacht. Für Frank Gens, Senior Vice President Research bei IDC, stellt sich damit die Frage: Werden die CIOs noch ihrer Rolle als positive Kraft für die Innovation im Unternehmen gerecht?

Das "Enterprise 2.0" war eines der beherrschenden Themen auf dem europäischen ICT-Forum der IDC. Einen interessanten Beitrag dazu lieferte der Trendforscher und Berater Don Tapscott (siehe auch das Interview auf Seite 6). "Nicholas Carr (Autor von "IT does not matter", Anm. d. Red.) hatte Unrecht", konstatierte er: "Die IT macht sehr wohl den Unterschied aus, und zwar auf eine Art und Weise, die wir uns niemals vorgestellt hätten."

Eine Definition des Begriffs

Andrew McAfee, Associate Professor an der Harvard Business School, gab eine brauchbare Definition des Enterprise 2.0. "Der Begriff bezeichnet den Einsatz sich selbst entwickelnder Social-Software-Plattformen im Unternehmen beziehungsweise zwischen dem Unternehmen und seinen Partnern oder Kunden."

Web-2.0-Anwendungen zeichnen sich laut McAfee durch folgende Eigenschaften aus:

- Plattform-basierend,

- gemeinschaftlich,

- komplementär zu existierenden Strukturen,

- kollektiv,

- konvergent sowie

- "emergent", sprich: sich selbst entwickelnd (dynamisch, navigierbar, erweiterbar, nicht elitär und Workflow-frei).

Fatale Tendenz zum Workflow

"Web-2.0-Anwendungen müssen sich so weit wie möglich von den ERP-Systemen unterscheiden", forderte McAfee, "es gibt in der IT eine Tendenz, überall einen Workflow draufzusetzen." Der Versuch, Social-Software-Plattformen in eine künstliche Struktur zu pressen, müsse scheitern. Die Strukturen ergäben sich dort von selbst durch Suchfunktionen, Links, Tags etc. Die Frage sei nur: "Werden die Unternehmens-Manager und Technologen diese Kehrtwendung mitmachen?"

Bislang sieht McAfee wenig Grund zum Optimismus. Nur zehn Prozent der bereits gestarteten Enterprise-2.0-Projekte werden ein Erfolg, prognostiziert der Hochschullehrer; 30 Prozent dümpelten so vor sich hin, und 60 Prozent endeten als Fehlschlag. Dafür sieht McAfee fünf Gründe:

- Eine neue Technik muss zehnmal leichter zu bedienen sein als die alte, um sie zu ersetzen.

- Es wird zu häufig versucht, den Plattformen fremde Strukturen überzustülpen.

- Die persönlichen Vorteile wiegen den Aufwand selten auf.

- Es fehlen Anreize, mit denen die Mitarbeiter zur Teilnahme bewogen werden können.

- Die Unternehmenskultur ist nicht weit genug entwickelt.

"Für die zehn Prozent, die es schaffen, sind das aber gute Nachrichten", so McAfee. (qua)