Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

Debis-Chef Mangold uebernimmt Vorsitz im Aufsichtsrat


19.01.1996 - 

Frischzellenkur bei Cap Gemini laesst die Debis AG wieder hoffen

Debis hatte bereits 1991 fuer mehr als eine Milliarde Mark 34 Prozent der Cap-Gemini-Mutter Sogeti SA erworben. Gleichzeitig investierten die Deutschen 400 Millionen Mark in die Option, bis Ende Januar dieses Jahres die zu einer Mehrheit von 51 Prozent fehlenden Anteile zu erwerben. Von dieser Moeglichkeit macht die Daimler-Tochter jedoch keinen Gebrauch.

Die urspruenglich geplante hoehere Beteiligung zog Debis nach offiziellen Angaben nicht in Erwaegung, weil man im US-Markt, in dem Cap Gemini aktiv ist, dem "Bank Holding Company Act" unterliege. Danach ist es Firmen, an denen Banken massgeblich beteiligt sind, verboten, mehr als 25 Prozent eines Unternehmens zu erwerben. Auf Debis trifft das zu, denn an der Muttergesellschaft Daimler-Benz haelt die Deutsche Bank AG 24,4 Prozent der Anteile.

Neben Debis werden die Compagnie Generale d'Industrie et de Participations (CGIP) mit ebenfalls 24,9 Prozent und der amtierende "President Directeur Generale", Serge Kampf, mit 20 Prozent das Gros der Anteile halten. Die verbleibenden 30 Prozent gehen an Kleinaktionaere, institutionelle Anleger und das Management.

Bisher hatte Kampf durch Beteiligungen an der Sogeti SA (7,4 Prozent) und der Skip (51 Prozent), die ihrerseits 45 Prozent der Sogeti SA besitzt, die Anteilsmehrheit inne. Kampf bleibt zwar Vorstandssprecher von Cap Gemini, verliert jedoch an Einfluss, da Debis und die CGIP jetzt mehr Anteile besitzen.

Alle drei Hauptgesellschafter sollen der Sogeti Holding noch vor der Fusion eine Kapitalerhoehung von rund 615 Millionen Mark gewaehren. Mit diesem Geld wollen die Franzosen Verbindlichkeiten abbauen und in neue Geschaefte investieren. Der Beitrag der Debis AG von gut 250 Millionen Mark ist bereits durch die 1991 gewaehrte Wandelschuldverschreibung abgeglichen, mit der Debis die Option auf eine mehrheitliche Uebernahme finanzierte.

Trotz seiner nach wie vor bestehenden Beteiligung hat Serge Kampf in dieser Konstellation an Macht eingebuesst. Zwar wird er bis Ende 1999 Vorstandsvorsitzender bleiben, doch muss er sich nun gegenueber den gesellschaftsrechtlichen Organen Vorstand und Aufsichtsrat verantworten. Als Vorsitzender des Aufsichtsrates soll pikanterweise Debis-Vorstandschef Klaus Mangold eingesetzt werden. Ausserdem wird Karl-Heinz Achinger, Chef des Debis Systemhauses, dem Cap-Gemini-Vorstand beitreten.

Das "Handelsblatt" interpretiert die Restrukturierung von Cap Gemini und den Machtgewinn der Debis AG als den Versuch Mangolds, bei Cap Gemini "die Zuegel anzuziehen". Jahrelang habe Debis lediglich die Rolle des Zahlmeisters gespielt und Verluste von mehr als 100 Millionen Mark wegstecken muessen. Goodwill- Abschreibungen bei Cap Gemini in Hoehe von zwei Milliarden Franc duerften die deutsche Daimler-Tochter noch einmal belasten.