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31.01.2003 - 

Neue Systeme, Preismodelle und Softwarepakete

Frischzellenkur für IBMs I-Series

MÜNCHEN (CW) - IBM hat neue "I-Series"-Server angekündigt, die teilweise mit dem aus dem Unix-Highend bekannten "Power-4"-Prozessor bestückt sind. Darüber hinaus präsentierte der Konzern neue Softwarepakete und Preismodelle, die Big Blues integrierten Midrange-Systemen (ehemals AS/400) zu einem bis zu 80 Prozent besseren Preis-Leistungs-Verhältnis verhelfen sollen.

"Diese grundlegende Transformation der I-Series bringt die Produktlinie mit unserer ''E-Business-on-Demand''-Ausrichtung in Einklang", fasst Ian Jarman, Produkt-Manager für IBMs I-Series, die aktuellen Ankündigungen der Armonker zusammen. Die laut IBM umfassendsten Neuerungen im I-Series-Bereich seit zehn Jahren sind Teil einer 500 Millionen Dollar schweren Initiative mit dem Ziel, der betagten Midrange-Server-Reihe neues Leben einzuhauchen und sie somit besser auf die Bedürfnisse der weltweit gut 200000 I-Series-Kunden zuzuschneiden.

Zuwachs im Highend

Insgesamt fünf zusätzliche I-Series-Modelle werden ab dem 21. Februar erhältlich sein. Die beiden Neuzugänge "I-870" und "I-825" bilden zusammen mit einer aufpolierten Ausführung des seit Mitte letzten Jahres erhältlichen "I-890" jetzt das Highend von Big Blues Midrange-Server-Reihe. Der I-Series-Bolide, der 32 dynamische, logische Partitionen unter OS/400 und Linux unterstützt, ist demnächst in zwei Varianten mit 16 bis 24 beziehungsweise 24 bis 32 Power-4-Prozessoren verfügbar und lässt sich mit maximal 144 TB Plattenspeicher bestücken. Eine Nummer kleiner ist der I-870 mit acht bis 16 Power-4-CPUs und ebenfalls 144 TB Festplattenkapazität. Dritter im I-Series-Highend ist der I-825, der drei bis sechs Power-4-Chips und in der höchsten Ausbaustufe 58 TB Plattenspeicher bietet. Alle drei Maschinen unterstützen die Betriebssysteme OS/400, Windows, Linux und Unix. Nach unten wird die I-Series durch die beiden neuen Systeme "I-800" und "I-810" mit einem beziehungsweise zwei "S-Star"-Prozessoren ergänzt, die IBM als Einstiegsmodelle für kleine und mittelständische Firmen positioniert.

Zeitgleich mit den drei Highend-Neulingen feiert auch Big Blues "On/Off Capacity Upgrade on Demand" (CUOD) sein Marktdebüt. Neu am aktuellen, dem Mainframe-Bereich entlehnten CUOD-Angebot, das die Freischaltung zusätzlicher Prozessoren im laufenden Betrieb erlaubt, ist die Möglichkeit, diese anschließend wieder zu deaktivieren. Zu zahlen ist nur die tatsächlich genutzte CPU-Leistung. Permanente Erweiterungen der Rechenkapazität sind ebenfalls eine Option.

Rechenleistung nach Bedarf

So schlage - etwa auf einem I-825 - jeder auf Dauer freigeschaltete Prozessor unter OS/400 mit 50000 Dollar zu Buche (20000 für die CPU und 30000 Dollar für die OS/400-Lizenz), erläutert Jarman an einem Preisbeispiel. Wird die zusätzliche Rechenleistung nur temporär benötigt, kostet jede zusätzlich aktivierte CPU 1100 Dollar pro Tag. "Der Breakeven würde hier demnach bei 40 bis 50 Tagen liegen", wirbt der I-Series-Manager. Ein dauerhaft, jedoch ausschließlich für den Linux-Betrieb aktivierter Prozessor (eine ebenfalls neue Option) sei für 20000 Dollar zu haben.

Erklärtes Highlight der jüngsten I-Series-Ankündigungen sind zwei vorkonfigurierte Softwarepakete, die ein Verweilen auf IBMs proprietärer Server-Plattform preislich attraktiver machen sollen. Die "Standard Edition" unterstützt laut Hersteller alle gängigen Betriebssysteme, CUOD sowie dynamische logische Partitionierung. Lizenzen für OS/400 und die hauseigene Datenbank DB2 sind bereits enthalten. Die "Enterprise Edition" bietet zusätzlich diverse Middle- und Groupware: Dazu zählen IBMs Application-Server "Websphere", "Quickplace" und "Sametime" von Lotus, Tivolis "Storage Manager" sowie Schulungsprogramme. Zum Luxuspaket des I-870 und I-890 gehören außerdem die Prozessorfreischaltung für Linux mit bis zu zehn Partitionen pro CPU sowie ein integrierter X-Series-Server für das zentrale Windows-Management.

Neues Preismodell für 5250-Anwender

Von den jüngsten Software-Bundles und dem damit verbundenen neuen Preismodell sollten inbesondere I-Series-Kunden profitieren, die Anwendungen auf Basis des im Mainframe- und I-Series-Umfeld traditionellen Host-basierenden Modells mit "5250"-Terminals betreiben. Charakteristisch für diese etwas antiquierten, allerdings noch weit verbreiteten Applikationen ist die grüne, zeichenorientierte Bildschirmoberfläche anstelle eines grafischen Interface. Viele IBM-Kunden wollten der I-Series-Plattform treu bleiben, hätten allerdings die bisherigen Preise für die interaktiven Workloads beim Betrieb von 5250-Anwendungen kritisiert, erklärt Jarman den diesbezüglichen Handlungsbedarf. Nach IBMs bisherigem, von Seiten der I-Series-Anwender als eine Art "Strafsteuer für den Einsatz von Green-Screen-Applikationen" empfundenem Preismodell stiegen die zu entrichtenden Gebühren proportional zur interaktiven 5250-Workload der Nutzer.

Das soll sich jetzt ändern: Unter dem Schlagwort "Maximum Interactive" wird es mit der Einführung des neuen Enterprise-Pakets keine interaktiven Beschränkungen für OLTP-Anwendungen (OLTP = Online Transaction Processing) mit 5250-Terminalzugriff mehr geben. Dies - so verspricht Big Blue - erleichtere Erstellung, Implementierung und Verwaltung solcher Applikationen und ermögliche ein bis zu 80 Prozent besseres Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Enterprise-Edition kostet ab 78000 Dollar. IBMs Standard Edition (ab 12000 Dollar) wiederum soll den Betrieb von 5250-Applikationen ermöglichen, die mittels IBMs "Webfacing"-Tool in Java-basierende Anwendungen umgewandelt wurden. (kf)