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Systems-Eröffnung: Redner fordern Überzeugungs- und Aufklärungsarbeit


28.10.1983 - 

Frommer Wunsch: "Computer - ja bitte!"

MÜNCHEN (bi) - "was ist das eigentlich für eine Generation geworden?" Mit diesem Ausruf erntete der bayerische Wirtschaftsminister Anton Jaumann spontanen Beifall während seiner Ansprache anläßlich der Eröffnung der Systems '83. Gemeint war die zögerliche, vielfach negative Einstellung der Jugend zum Computer. Von "Feinschmeckern der Angst" hatte vorher schon Heinz L. Müller-Lutz, Vorsitzender des Systems-Fachbeirates, gesprochen und davon, daß es heute chic sei, Angst zu verbreiten. Einen Nachholbedarf an ebenso sachlicher wie sachkundiger Berichterstattung in den Medien, "um die öffentliche Meinung computerfreundlich zu stimmen", registrierte deshalb Müller-Lutz mit dem Ziel, daß es bald überall heißen möge: "Computer - ja bitte!"

Über zu wenig Markt im Gegensatz zur mangelnden Akzeptanz konnten die Festredner hingegen nicht klagen. Jaumann skizzierte einen positiven Hintergrund für die Neugründung von Unternehmen speziell im Softwarebereich, dort sieht er besonders viele Chancen für kreative Menschen". Auch sei er davon überzeugt, daß der weitgehende Wegfall der kapitalbedingten Anwendungshemmungen im Bereich der Hardware einen Anwendungsboom im Informations- und Kommunikationssektor bringen wird. Um auch kleineren Unternehmen Einstiegsmöglichkeiten zu geben, versuche die bayerische Landesregierung derzeit das Modell einer bayerischen Technologie-Kapitalbeteiligungsgesellschaft zu entwickeln. Offenbar will man damit der "übertrieben restriktiven Wagnisbeurteilung von Entwicklungsprojekten durch unsere Banken", so Jaumann, eine Alternative gegenüberstellen.

Einen "Silicon-Valley-Effekt" für den Großraum München will der Staatsminister außerdem ausgemacht haben. Mit Stolz wies er auf die Standortentscheidung "Südbayern" hin, die kürzlich von den großen europäischen Herstellerunternehmen Siemens, Bull und ICL getroffen wurde für die Errichtung eines gemeinsamen Forschungszentrums: "Mikroelektronik kann nur in einem besonderen Umfeld vielseitiger Infrastrukturen und besonderer Know-how-Wechselbeziehungen gedeihen. Es gibt nur wenige Regionen auf der Welt, die diese Merkmale heute aufweisen. Bayern gehört dazu!"

Zum besonderer Konzept der Systems äußerte sich Friedrich A. Meyer, Vorsitzender des Ausstellerbeirates und Geschäftsführer der ADV/ Orga. Als idealen Mittler verstehe er die Messe, (nur) vermeintlich gingen die Erwartungshaltungen der Besucher und Aussteller auseinander. Besucherfreundlichkeit und Marktorientierung stünden nämlich im Vordergrund der Messebemühungen; der totalen Durchsetzung dieses theoretischen Konzepts seien jedoch physikalische Grenzen gesetzt.

Die Konrad-Zuse-Medaile, deren erster Preisträger Konrad Zuse selbst war, wurde zum zweiten Mal verliehen. Mit der Medaille sollen Persönlichkeiten geehrt werden, die sich auf dem Gebiet der Informatik und hier speziell im Bauwesen besonders ausgezeichnet haben. Träger der Auszeichnung wurde Professor Dr. Fridolin Hallauer, Ministerialdirigent im Ministerium für Landes- und Stadtentwicklung des Landes Nordrhein-Westfälen. Sein Verdienst sei es, mit dem "Standardleistungsbuch für das Bauwesen" erstmals eine gemeinsame Sprache aller am Bau Beteiligten geschaffen zu haben. Hallauer nahm den Preis entgegen: "stellvertretend für alle Idealisten und Utopisten".