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22.02.1980 - 

Netzwerkkonfigurationen mit dem AEG 80-20:

Front-End- oder Kommunikationssystem

MÜNCHEN (CW) - In Pilotprojekten hat die AEG-Telefunken zwei unterschiedliche Netzwerkkonfigurationen realisiert. Das Leibniz-Rechenzentrum in München arbeitet jetzt mit einem Front-End-System: Fünfzehn Knotenrechner bringen die Leistungen der beiden Zentralrechner an den Arbeitsplatz. "Aufgabe des Kommunikationssystems in Gießen ist es", so der Hersteller selbst in seiner Projektbeschreibung, "den verschiedenen Terminals der Hochschulregion Gießen einen wahlfreien und quasi gleichzeitigen Zugriff auf die unterschiedlichen Großrechneranlagen hessischer Hochschulen zu ermöglichen."

Das Leibniz-Rechenzentrum, dessen Aufgabe laut Satzung darin besteht, sowohl der Technischen Universität als auch den Fachhochschulen der Münchner Region Rechenleistung für Lehre und Forschung zur Verfügung zu stellen, installierte für den Rechenzeitbedarf der über 200 Institute und Forschungseinrichtungen ein Datenfernübertragungs (DFV)-Netz im Wert von rund 6,1 Millionen Mark, das den Benutzern die Leistungen des Doppelrechnersystems 2x Cyber 175 der Control Data zugänglich macht. Hauptaufgabe des DFV-Netzes ist, so beschreibt die AEG ihre "CDAEG"-lnstallation, dem Benutzer am Terminal die Leistungen des Zentralsystems zur Verfügung zu stellen. Weiter soll das Netz flächendeckend für den Großraum München ausgelegt sein. Damit die Leitungskosten bei den vielen installierten Terminals nicht ins Unermeßliche steigen, muß das Netz mit wenigen Postleitungen auskommen. Als Randbedingungen war die Datensicherung im Netz, beispielsweise durch Einsatz der genormten Übertragungsprozedur HDLC (High Level Data Link Control) zu beachten. Aus Kostengründen sollten die intelligenten Knoten im Netz möglichst ohne Bedienung arbeiten. Außerdem war die Bedingung gestellt, daß Netzerweiterungen sowie Umkonfigurationen ohne großen Aufwand vorgenommen werden können.

Über 200 interaktive Geräte

Das von der AEG installierte Netz besteht aus 14 AEG 80-20/4 Prozeßrechnern, die als intelligente Konzentratoren arbeiten. Angeschlossen sind als Peripherie über 200 interaktive sowie mehr als 60 stapelorientierte Geräte.

Im September 1978 nahm das Leibniz-Rechenzentrum die erste Netzstufe in Betrieb, im Marz 1979 waren fünf Knoten installiert, im Juni 1979 bereits 15 Knoten. Innerhalb des ersten Quartals dieses Jahres soll die letzte Lieferstufe erfolgen. Über die Software, die die AEG zusammen mit CDC erbrachte, äußerte sich der Benutzer zufrieden.

Nach den bisherigen Erfahrungen, so war aus dem Rechenzentrum zu hören, entsprechen die Leistungen des DFV-Netzes den vorgegebenen Spezifikationen.

Die Großrechner sämtlicher hessischer Universitäten sind über einen Knoten zusammengeschaltet, um damit einen wahlfreien Zugriff auf die unterschiedlichen Großanlagen zu erlauben. Der Terminalbenutzer an einer Hochschule holt sich über den Knoten, der quasi als Übersetzer fungiert, die Daten und Leistungen aus einem anderen Großrechner, die, wieder übersetzt, dem Benutzer an seinem Terminal zur Verfügung gestellt werden.

Für die Nachbildung eines Terminals im Knoten zum Anschluß eines Hosts an den Knoten gibt es nach den Ausführungen der Infodas GmbH, Köln, die von der AEG mit der Software-Entwicklung betraut wurde, die Funktionseinheit Emulator (EM). Die Funktionseinheit für die Nachbildung eines Großrechners im Knoten zum Anschluß eines Terminals an den Knoten wird zur Unterscheidung Stationsabwicklung (SA) genannt.

Die angeschlossenen Terminals sind ständig mit dem Knoten verbunden. Durch ein spezielles Kommando (Login) teilt ein Terminalbenutzer dem Knoten mit, mit welchem Großrechner er arbeiten will. Mit einem weiteren Kommando (Logout) wird eine hergestellte Verbindung aufgelöst.

Für die Durchschaltung von Daten zwischen Emulator und Stationsabwickler wurde im Knoten eine "allgemeine Schnittstelle" konzipiert. Diese Schnittstelle enthält einheitliche Regeln für die Übergabe von Daten zwischen SA und EM.

Die Anpassung von Terminals an Großrechner, die das Terminal nicht kennen, ist zum Teil aufgrund der Umsetzung in EM und SA auf eine einheitliche Schnittstelle gegeben. Außerdem findet eine verbindungsspezifische Anpassung statt, indem zwischen SA und EM Umsetzroutinen geschaltet werden.

Über den Knoten öffnen sich somit für die Gießener Anvender verschiedene geschlossene Netze. An Ort des Bedarfes kann der Benutzer seine Aufgaben mit dem Großrechner lösen, der die erforderliche Applikation optimal bereitstellt.