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01.10.2004 - 

Unternehmen einigt sich mit Justiz

Früherer CA-Chef Kumar angeklagt

MÜNCHEN (CW) - Gut zwei Jahre, nachdem die Ermittlungen wegen bilanzieller Unregelmäßigkeiten gegen Computer Associates (CA) begannen, haben die US-amerikanischen Justizbehörden Anklage gegen den früheren CEO Sanjay Kumar und den ehemaligen Vertriebschef Stephen Richards erhoben.

Die Topmanager wurden Ende vergangener Woche von einem New Yorker Bezirksgericht des Aktienbetrugs und der Justizbehinderung in insgesamt zehn Punkten beschuldigt. Bis zum Beginn der Anhörung am 23. November befinden sich die beiden Angeklagten, die sich für nicht schuldig erklärt haben, auf freiem Fuß. Sie mussten allerdings ihre Reisepässe hinterlegen und eine Kaution von je fünf Millionen Dollar zahlen.

Die Anklage von Kumar und Richards wurde möglich, nachdem der ehemalige Chefsyndikus von CA, Steven Woghin, kurz zuvor ein volles Geständnis abgelegt hatte. Gleichzeitig hatte sich das Unternehmen bereit erklärt, 225 Millionen Dollar in einen Entschädigungs-Fonds für die Aktionäre einzuzahlen und für etwa zwei Jahre einen unabhängigen Finanzprüfer zu ernennen. Im Gegenzug setzten das Justizministerium und die Börsenaufsicht SEC die strafrechtliche Verfolgung des Unternehmens für zunächst 18 Monate aus.

Das viertgrößte Softwarehaus der Welt hatte in den Geschäftsjahren 2000 und 2001 teilweise mit "35-Tage-Monaten" gearbeitet, mit einer künstlichen Verlängerung der Berichtszeiträume also, um nicht abgeschlossene Verträge noch im Quartal verbuchen zu können. Wie aus den im April vorgelegten revidierten Bilanzen hervorgeht, wurden dabei Umsätze in Höhe von 2,2 Milliarden Dollar falsch gebucht. Im Zuge des Bilanzfälschungsskandals hat CA inzwischen mehr als ein Dutzend Angestellte aus Buchhaltung, Rechts- und Vertriebsabteilung entlassen. Der frühere CEO Kumar hat Ende April 2004 seinen Chefsessel geräumt und Anfang Juni das Unternehmen verlassen. (mb)