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01.12.2000 - 

Kolumne

FSC: Strategie Hoffnung

Christoph Witte, Chefredakteur CW

Die Strategien mancher Firmen spiegeln nichts anderes wider als die gerade vorherrschende Branchenpropaganda. Wohl wegen dieses Mangels an eigener Vision und Konkretheit klingt das hohe Lied so dünn, das Fujitsu-Siemens jetzt auf Mobile Computing singt.

Ein halbes Jahr nach dem unrühmlichen Abgang von Winfried Hoffmann und Robert Hoog legte der jetzige Boss Paul Stodden seine Vorstellungen von der künftigen Ausrichtung seines Unternehmens dar. Fujitsu-Siemens soll die steigenden Anforderungen der Anwender an Mobilität befriedigen (siehe Seite 51), und zwar sowohl bezüglich der Endgeräte als auch der Infrastruktur. Dabei ist nicht nur an Laptops, PDAs und Server gedacht, sondern offenbar auch an Dienstleistungen.

Wer als FSC-Anwender, vielleicht sogar als BS2000-Nutzer jetzt etwas ratlos schaut, kann mit Sicherheit davon ausgehen, nicht allein zu sein. Viele haben nicht verstanden, wie das Unternehmen mit einer Me-too-Strategie, der obendrein noch wichtige Elemente fehlen, seine Zukunft sichern will. Bei Licht betrachtet, kann man es nämlich durchaus als Zumutung auffassen, wenn heute die Strategie verkündet, aber erst zum zweiten Quartal 2001 entschieden werden soll, mit welchen Produkten sie umgesetzt wird. Auch wenn verständlich ist, dass diese heute noch nicht existieren, sollte sich das Unternehmen zumindest klarmachen, mit welcher Art von Geräten es künftig den Markt beglücken will.

Da Stodden auch im Dienstleistungs- und im Infrastrukturbereich nicht sehr viel konkreter wurde, drängt sich der Verdacht auf, dass er versucht, mit der Ankündigung zum Thema Mobile Computing von dem Desaster im klassischen PC- und Server-Geschäft abzulenken, in denen FSC weiter Marktanteile verliert. Das Schweigen des Managers zur weiteren Entwicklung in diesen Produktbereichen lässt ebenfalls auf einen Ablenkungsversuch schließen.

Wenn FSC will, dass Kunden ihm die Mobile-Computing-Strategie abkaufen, dann sollte auch mitgeteilt werden, wie es mit dem BS2000-Geschäft, den Unix- und PC-Servern sowie den Desktops weitergeht.

Über allem aber steht die Frage, wieso Anwender ausgerechnet FSC-Produkte und -Services wählen sollten, wenn andere Player nicht nur mehr Erfahrungen in diesem Markt, sondern auch bereits funktionierende Produkte vorweisen können.