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17.10.2006

FSC treibt mitten in die Krise

Die Vorsteuermarge sinkt auf ein Promille, und nennenswerte Belebung ist nicht in Sicht. Die eigenen Ziele sind Makulatur.

Von den Zielen der vergangenen Jahre, stärker zu wachsen als der Markt, hat sich Europas größter Computerbauer Fujitsu-Siemens Computers (FSC) klammheimlich verabschieden müssen. Hinzu kommt, dass der PC-Markt in Deutschland im ersten Halbjahr 2006 überhaupt nicht gewachsen ist. Die schlechte Entwicklung schlug voll auf den Profit von FSC durch. In den ersten sechs Monaten (April bis September) des laufenden Fiskaljahres erzielte das Unternehmen einen operativen Gewinn von 18 Millionen Euro. Abzüglich Restrukturierungskosten in Höhe von 14 Millionen Euro errechnet sich ein Vorsteuerergebnis von vier Millionen Euro. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum waren es noch 27 Millionen Euro gewesen.

Osteuropa kompensierte das schwache Deutschland-Geschäft

Im Vergleich dazu entwickelte sich der Umsatz relativ gut: Die Einnahmen stiegen von 2,9 Milliarden Euro im Vorjahr auf 3,1 Milliarden Euro. Der Zuwachs um sieben Prozent lässt allerdings auf ein schlechtes Geschäft im Heimatmarkt schließen, denn die Umsätze mit Produkten in der Region Central Eastern Europe kletterten gleichzeitig um stattliche 34 Prozent. FSC nannte sinkende Verkaufspreise und Margen, Überkapazitäten im Vertriebskanal durch volle Lager aus dem Weihnachtsgeschäft sowie die Einführung der EU-Richtlinie RoHS zum Verbot gefährlicher Substanzen als Gründe für die schwache Entwicklung. Summa summarum errechnet sich eine Vorsteuermarge für den Konzern im ersten Halbjahr von gerade einmal einem Promille.

Schwache Zahlen sind gute Argumente in Verhandlungen

Ein Einsparungs- und Restrukturierungsprogramm soll nun das "profitable Wachstum" sicherstellen. FSC plant eigenen Angaben zufolge bis März 2007 in seiner Vertriebsregion Europa, Naher Osten und Afrika weiterhin eine starke "Kostenkontrolle", die auch die Aufwendungen für das Personal betrifft. Zur Zeit verhandelt das Management mit Arbeitnehmervertretern, um die Wochenarbeitszeit der Belegschaft zu steigern. Gleichzeitig sollen 300 Stellen in der Produktion über die "natürliche Fluktuation" abgebaut werden. Für das zweite Fiskalhalbjahr rechnet das Unternehmen mit einer leicht anziehenden Nachfrage, was vor allem auf saisonalen Effekten beruht.

Beispiel BenQ Mobile - Gehaltsverzicht als Rettung

Angesichts der jüngsten Zahlen erscheint die Vorgabe von Konzernchef Bernd Bischoff, im Jahr 2008 eine Marge von 2,5 Prozent (bei zehn Milliarden Euro Umsatz) zu erwirtschaften, als unrealistisch. Ohne eine deutliche Belebung der Nachfrage in Deutschland und den anderen gesättigten Märkten Westeuropas wird es kaum ausreichen, nur 300 der insgesamt 6800 Stellen abzubauen. Der Konzernstandort München, ohnehin von der Pleite der Halbschwester BenQ Mobile betroffen, dürfte durch den Computerbauer zusätzlich belastet werden. Die FSC-Belegschaft hat bereits einem geringen Lohnverzicht zugestimmt, und es wird über tiefer gehende Einschnitte verhandelt. Auch hier war BenQ Mobile vorangegangen - mit schlechtem Beispiel. (ajf)