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12.04.2006

FSCs Schreib-Winzling besteht Alltagstest

Eric Tierling, Master in Information Systems Security Management (Professional), blickt auf über 25 Jahre Erfahrung im IT-Bereich zurück. Neben Hunderten an Fachbeiträgen hat er über 50 Bücher veröffentlicht. Er ist Spezialist für Themen rund um die Informationssicherheit sowie einer der bekanntesten Experten Deutschland für Windows Server und Microsoft-basierte Infrastrukturen.
Subnotebook und Tablet-PC in einem: Mit diesem Anspruch trat der "P1510" von Fujitsu-Siemens zum Test an.

Subnotebooks sind meist ein Kompromiss, dem zugunsten eines geringen Gewichts bestimmte Funktionen zum Opfer fallen. Der "P1510" von Fujitsu-Siemens hingegen hat etwas zu bieten, über das noch nicht einmal die meisten Notebooks verfügen: Er soll zusätzlich ein vollwertiger Tablet-PC sein.

Fazit

Mit dem P1510 hat Fujitsu-Siemens eine gelungene Symbiose aus Subnotebook und Tablet-PC geschaffen. Beeindruckend sind die Leichtigkeit, die kleinen Maße und die Funktionsvielfalt. Zudem erhält der Käufer ein Kombigerät zu einem Preis, für den es von vielen anderen Herstellern gerade mal einen tragbaren Computer in der Subnotebook-Liga gibt. Dagegen verfügt der Anwender des P1510 zusätzlich über einen vollwertigen Tablet-PC. Dank seines Gewichts von nur einem Kilo macht das Gerät nicht nur als ultraportabler Computer eine gute Figur, sondern kann auch als Schreibblock für die Handschrifteingabe überzeugen.

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Plus & Minus

-- Subnotebook und Tablet-PC in einem;

- sehr leicht;

- durchdachte Sicherheitsmerkmale;

- gutes Preis-Leistungs- Verhältnis.

- Bildschirmformat, Tastatur und Mausersatz sind gewöhnungsbedürftig;

- Geräteunterseite wird recht warm.

Technische Daten

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Die Grundausstattung des P1510 ist standesgemäß für ein Subnotebook: Den Ton gibt ein mit 1,2 Gigahertz getakteter Pentium-M-753-Prozessor in der ULV-Variante (Ultra Low Voltage) an, der nur einen bescheidenen Stromhunger entfaltet. Zur Seite steht der Mobil-CPU der Intel-915GMS-Chipsatz mit integrierter Grafikeinheit. Somit spielt der P1510 in puncto Leistung in der typischen Office-Liga und eignet sich weniger für 3D-intensive Software - was für die meisten Business-Anwender jedoch von untergeordneter Bedeutung sein dürfte. In unserem Testgerät waren 512 MB Arbeitsspeicher installiert. Maximal ist ein Ausbau auf 1 GB möglich. Insgesamt steht allerdings nur ein RAM-Steckplatz zur Verfügung, so dass der eingebaute Riegel bei einer späteren Aufrüstung dem neuen Speichermodul weichen muss.

Die von Toshiba stammende Festplatte fasst 60 GB und war beim Testgerät in zwei Partitionen unterteilt. Auf diese Weise kann die momentane Konfiguration des Laufwerks C: über das im Lieferumfang befindliche Imaging-Programm Norton Ghost leicht auf die zweite Partition gesichert werden.

Externes CD/DVD-Laufwerk

Anstatt eines Diskettenlaufwerks hat Fujitsu-Siemens seinem Subnotebook je einen Slot für Compact-Flash- und SD-Speicherkarten zum leichten Datenaustausch mit Digitalkameras, PDAs etc. spendiert. Da im winzigen Gehäuse des Mobil-PC kein optisches Laufwerk Platz findet, ist ein externes CD/DVD-Laufwerk über eine der beiden integrierten USB-2.0-Schnittstellen anzuschließen. Auch hier legt der Hersteller großen Wert auf eine portable Lösung: Wer das optische Laufwerk nicht über das zugehörige Netzteil - dem praktischerweise unterschiedliche Steckdosenadapter für mehrere Länder beiliegen - betreiben möchte, kann auf den mitgelieferten Akku ausweichen.

Weil Notebooks nicht nur ein begehrtes Diebesgut sind, sondern hin und wieder vom Besitzer versehentlich liegen gelassen werden, erlangen Schutzvorrichtungen für Mobilrechner eine immer größere Bedeutung. Fujitsu-Siemens hat diesbezüglich seine Hausaufgaben gemacht: Links neben dem Bildschirm des P1510 befindet sich ein Fingerabdruck-Sensor. Zusammen mit der im Lieferumfang befindlichen Windows-Software erlaubt er dem Anwender, eine biometrische Anmeldung einzurichten. Oder der User verschlüsselt Dokumente mit sensiblen Inhalten, um die auf dem Computer befindlichen Daten vor den Einblicken von Dieben zu schützen. Noch mehr Sicherheit offeriert der Rechenzwerg mit einem TPM (Trusted Platform Module) von Infineon, das standardmäßig allerdings deaktiviert ist und zunächst über das BIOS des Subnotebooks eingeschaltet werden muss. Über die anschließend zu installierende TPM-Software können dann eindeutige Schlüssel erzeugt werden, die sich beispielsweise zur verschlüsselten Speicherung von Dateien mit der Microsoft-Betriebssystem-Funktion EFS (Encrypting File System) oder zum Signieren von E-Mails in Outlook verwenden lassen.

Klein, aber oho

Trotz der geringen Abmessungen von gerade einmal rund 3,5 mal 23 mal 17 Zentimetern (Höhe, Breite, Tiefe) und einem Gewicht von lediglich einem Kilo - und zwar inklusive Standardakku - hat es Fujitsu-Siemens geschafft, noch weitere Funktionen in dem Gehäuse unterzubringen. Über den eingebauten Intel-WLAN-Adapter 2915 findet das Subnotebook Anschluss an 802.11a/b/g-Funknetze. Praktischerweise ermöglicht es ein Schiebeschalter an der rechten Gehäuseseite, das stromzehrende WLAN-Modul ein- oder auszuschalten und so aktiv den Energiebedarf zu beeinflussen. Ebenfalls mit an Bord ist der Kurzstreckenfunk Bluetooth in der Version 1.2. Auf diese Weise ist der Anwender in der Lage, etwa Verbindungen zu einem kabellosen GPS-Receiver für die Navigation oder mit einem Handy zum schnellen Datenaustausch herzustellen, ohne dass er einen externen USB-Stick benötigt, der immer ein paar Zentimeter über das Gehäuse hinausragt. Gerade im Mobileinsatz sind diese einer hohen "Abknickgefahr" mit irreparablen Schäden ausgesetzt.

Weitere Anschlüsse hält die Rückseite des Geräts bereit. Dort runden RJ11- und RJ45-Buchsen für Analogmodem und Ethernet-LAN das kommunikative Repertoire ab, lediglich GPRS/UMTS fehlt. Mit einer schützenden Abdeckung ist aber nur der VGA-Ausgang versehen, der im stationären Betrieb den Anschluss eines externen Monitors erlaubt. Zwei zusätzliche USB-Anschlüsse, einen LAN- und einen VGA-Anschluss bietet dem Anwender der Port Replicator, falls der P1510 am Schreibtisch genutzt wird.

Fast etwas zu kompakt ist die Tastatur ausgefallen. Zwar vermittelt sie ein gutes Schreibgefühl, doch die Tasten sind sehr klein. Insbesondere mit größeren Fingern besteht die Gefahr häufiger Tippfehler. Schnellschreiben ist, wenn überhaupt, nur nach längerer Übung möglich - doch dafür wurde der P1510 ja auch nicht konzipiert. Als Mausersatz hat sich Fujitsu-Siemens für einen Trackpoint entschieden. Anwender, die Touchpads gewohnt sind, müssen sich somit erst umstellen. Zwischen der rechten und linken Maustaste, die unterhalb der Leertaste platziert sind, gibt es eine Zusatztaste, die in Verbindung mit dem Trackpoint zum Bildlauf dient. Auf Wunsch lassen sich Trackpoint und Maustasten per Tastenkombination komplett deaktivieren, um Fehlbedienungen zu vermeiden.

Der Bildschirm misst in der Diagonalen 8,9 Zoll und stellt 1024 mal 600 Bildpunkte dar. Im normalen Subnotebook-Alltag erweist sich diese Auflösung als gewöhnungsbedürftig: So verlangen längere Dokumente aufgrund der geringen vertikalen Pixelanzahl nach häufigem Blättern. Gleichzeitig reicht die Breite nicht dazu aus, Inhalte sinnvoll in zwei nebeneinander angeordneten Fenstern zu bearbeiten.

Verwandlungskünstler

Dafür wartet das P1510 mit einem anderen Trumpf auf: Über ein Drehgelenk lässt sich das aufgestellte Geräte-Display 180 Grad um die eigene Achse drehen und auf die Tastatur klappen - aus dem Subnotebook wird ein Tablet-PC in "Convertible"-Bauweise. Automatisch passt daraufhin das Betriebssystem Windows XP Tablet PC Edition 2005 die Bildschirmausrichtung an. Über den im Gehäuse untergebrachten Stift, der nach leichtem Druck hervorspringt, bedient der Anwender das Gerät nun wie einen Tablet-PC, indem er auf dem Bildschirm handschriftliche Eingaben vornimmt oder Skizzen zeichnet.

An dieser Stelle zeigt sich der wohl wichtigste Unterschied zu anderen Mobilcomputern der Schreibblock-Klasse: Der P1510 ist mit einem berührungsempfindlichen, passiven Touchscreen ausgestattet, wohingegen andere Tablet-PCs meist einen elektromagnetischen Bildschirm besitzen. Daraus ergeben sich Vor- und Nachteile: So kann der Anwender den Bildschirm des P1510 mit einem beliebigen Stift (also auch dem Plastikstift eines PDA) nutzen oder mit dem Fingernagel Druck ausüben, um zum Beispiel ein Dialogfeld auszuwählen.

Finger am Bildschirm

Besitzer anderer Tablet-PCs hingegen benötigen für Bildschirmeingaben einen Spezialstift, der mit einer besonderen Spitze versehen ist. Genauso lässt sich beim P1510 - und zwar selbst dann, wenn das Gerät wie ein Notebook mit aufgeklapptem Keyboard verwendet wird - der Mauszeiger auch mit dem Finger über den Bildschirm bewegen, was bei anderen Tablet-PCs nicht funktioniert. Dies erkauft sich der Anwender mit dem Nachteil, dass der Fujitsu-Siemens-Rechner trotz Display-Kalibrierung bei Stiftberührungen in der Regel eine leichte Ungenauigkeit aufweist, während Besitzer anderer Tablet-PCs mit einer etwas höheren "Trefferquote" arbeiten können.

Leistung fürs Office okay

Angenehm ist, dass der Hersteller den Microsoft-Hotfix KB893056 aufgespielt hat. Dieser sorgt dafür, dass im "Computer ausschalten"-Dialogfeld alle vier Symbole auf einmal anzeigt werden und der Ruhezustands-Knopf nicht erst beim Drücken der Shift-Taste anstelle der Standby-Schaltfläche erscheint. Damit lässt sich der P1510 per Touchscreen in den Ruhezustand-Tiefschlaf versetzen, ohne vorher die Shift-Taste (per echtes Keyboard oder die virtuelle Tablet-PC-Bildschirmtastatur) zu betätigen.

Im Test glänzte der P1510 in fast allen Situationen. Für klassische Office-Aufgaben sowie zum Surfen im Internet reicht seine Performance vollkommen aus. Das Einbuchen in WLANs klappte reibungslos, wenn auch die Antenne ein wenig ungünstig angeordnet zu sein scheint, da Funkverbindungen bei größerer Entfernung zum Access Point früher abreißen als üblich. Im stationären Einsatz säuselt der Lüfter überwiegend leise vor sich hin und dreht nur ab und an hörbar auf, um Abwärme aus dem Gehäuse nach hinten hinaus zu befördern. Nach rund drei Stunden endet mit dem P1510 die mobile Freiheit. Dann hat der Standard-Akku mit seinen 2,6 Amperestunden (Ah) seine Energie ausgehaucht, und es ist eine Steckdose zum Nachladen aufzusuchen. Als Zubehör gibt es aber einen Hochleistungsakku mit 5,2 Ah, der laut Hersteller die Laufzeit verdoppeln soll. Dieses Power-Paket ragt aber etwas nach vorne aus dem Gerät heraus.

Schreibtafel und Zeichenbrett

Zusätzlich zum Microsoft-Tablet-PC-Betriebssystem, das bereits eine sehr gute Handschrifterkennung mitbringt - für die häufig noch nicht einmal ein Training erforderlich ist - , legt Fujitsu-Siemens seinem Tablet-PC das auf Stiftbedienung ausgelegte Zeichenprogramm "Corel Grafigo" bei. Dank seines federleichten Gewichts lässt sich der Kleine problemlos in der Hand halten und auch über einen längeren Zeitraum als Schreibtafel oder Zeichenbrett nutzen. Leider offenbart der P1510 hier seine größte Schwäche: Im Mobilbetrieb wird seine Unterseite mitunter fast schon unangenehm warm, wenn man ihn wie einen Tablet-PC in der Hand hält. Wird das Gerät per Netzteil mit Strom versorgt, verstärkt sich dieser Effekt sogar noch. Am speziellen ULV-Prozessor, der mit fünf Watt nur sehr wenig Abwärme produziert, kann es ebenso wenig liegen wie an der Festplatte (dem sonst üblichen Verdächtigen), denn die Hitze verteilt sich auf die gesamte untere Gehäusefläche. Hier sollte Fujitsu-Siemens noch nachbessern. (hi)