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06.02.2007

FSF: Novell droht Ärger wegen Microsoft-Pakt

Die Free Software Foundation (FSF) prüft derzeit, ob Novell noch neue Linux-Versionen verkaufen darf.

"Die Community will alles versuchen, diesen Deal und alle vergleichbaren zu durchkreuzen", erklärte Eben Moglen, Generaljustiziar der FSF. "Wir sind tief besorgt darüber, dass dies der Beginn einer signifikanten Patent-Aggression seitens Microsoft sein könnte." Die FSF kontrolliert die geistigen Eigentumsrechte an Schlüsselkomponenten des quelloffenen Betriebssystems Linux.

Novell hatte im November die Open-Source-Gemeinde durch einen weitreichenden Deal mit Microsoft verärgert. Die beiden Firmen wollen ihre Produkte gemeinsam vermarkten, an deren Interoperabilität arbeiten und gegenseitig ihr geistiges Eigentum lizenzieren. Novell unterminiere damit die Patentposition von Linux und helfe Microsoft dabei, Unternehmen von der Nutzung seiner Software anstelle von Linux und anderer Open Source zu überzeugen, so der Vorwurf.

Kritiker fordern daher, Novell solle der Zugriff auf neuere Linux-Versionen entzogen werden. Die FSF will dieses Ansinnen prüfen und binnen 14 Tagen darüber entscheiden. Ein mögliches Verbot würde Linux-Versionen betreffen, die unter einer neuen, ab März gültigen Lizenzvereinbarung erscheinen, berichtet der Branchendienst "Cnet". Novells Marketingchef John Draggon wollte die Angelegenheit noch nicht kommentieren. "Wir warten erstmal ab, was dabei herauskommt, und reagieren dann entsprechend", sagte der Senior Vice President und Chief Marketing Officer.

Von den 967 Millionen Dollar Umsatz, die Novell für das letzte Jahr ausgewiesen hatte, entfielen rund fünf Prozent auf Linux. Der Deal mit Microsoft war da deutlich lukrativer - er verpflichtete den Redmonder Konzern zu zwei Vorauszahlungen von 348 Millionen Dollar. (tc)