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Integration von Web-Technologien in Server-Systeme


05.07.1996 - 

Führende NOS-Hersteller rüsten sich für das Intranet

Nachdem die in erster Linie PC-basierten Netzwerk-Betriebssysteme Novell Netware, Windows NT Server und OS/2 Warp Server im Internet gegenüber den Unix-Servern ins Hintertreffen geraten sind, versuchen deren Hersteller nun, ihre Bastionen in den Unternehmensnetzwerken zu verteidigen. Denn dort prophezeien Marktforscher wie Forrester Research oder die Burton Group das baldige Ende proprietärer Protokolle für Datei- und Druckdienste, E-Mail, Directory-Services sowie Netz-Management. Newcomer wie Netscape Communications entwickeln ihr Konzept für das "Full-Service-Intranet" in Einklang mit diesen Prognosen. Gerade Netscape kann mangels Altlasten in kurzer Zeit ein umfassendes Intranet-Angebot ausschließlich auf Basis von offenen Standards zusammenstellen. Die Internet-Company droht damit die alteingesessenen Netzwerk-Betriebssysteme zu einer Ansammlung von Hardwaretreibern zu machen, auf die Intranet-Dienste erst aufsetzen.

Vordringlich ist für die Anbieter von LAN-Server-Software, auf der Basis ihrer bestehenden Systeme gängige Internet-Services anzubieten. Ein Web-Server für das eigene Network Operating System (NOS) gehört für Novell, IBM und Microsoft inzwischen zum Pflichtprogramm. Novell als Marktführer bei File- und Print-Services rechnet sich aufgrund der traditionell guten Performance von Netware gute Chancen für seinen Web-Server aus. Microsoft bietet den "Internet Information Server" (IIS) gleich zusammen mit Windows NT Server an. Ebenfalls kostenlos ist IBMs "Internet Connection Server", den es nicht nur für OS/2 Warp, sondern auch für Windows NT und AIX gibt. Im Gegensatz zur Konkurrenz beinhaltet er einen Proxy-Server inklusive Cache-Funktion.

Bei diesem Basisangebot will es keiner der NOS-Hersteller belassen. Ziel ist vielmehr, Internet-Dienste mit der proprietären Technologie zusammenzuführen und so die Kunden an sich zu binden. Wenn sie damit schon nicht den Vormarsch von Internet-Standards aufhalten, so versuchen sie zumindest Zeit für den Umbau der alten Codebasis zu gewinnen.

Novell integrierte die Version 2.5 des Netware Web Servers mit den "Novell Directory Services" (NDS). Nun lassen sich Zugriffskontrollen für Web-Clients in Übereinstimmung mit der Netzwerkverwaltung realisieren.

Zudem können Anwender von Web-Browsern aus NDS-Verzeichnisse ansehen.

IBM und Microsoft versuchen, ihre Systeme als Intranet-Plattformen durchzusetzen, indem sie gegenüber Netware ihren Vorteil als Applikations-Server betonen. Diese Funktion wird vor allem dann interessant, wenn Intranet-Lösungen über das einfache Publizieren von HTML-Dokumenten hinausgehen und bestehende Anwendungen und Daten an das Web anbinden sollen.

Big Blue vertreibt den Internet Connection Server als einen der im Rahmen des Eagle-Projekts vorgestellten sieben Software-Server. Entsprechend ist dieses Produkt auf die Zusammenarbeit mit diesen Applikations-Servern abgestimmt. Ein Modul für den Zugriff auf DB2 gehört zu seinem Lieferumfang. IBM wirbt damit, daß der Anwender mit einem Web-Browser neben den Datei- und Druckdiensten des Warp-Servers auch die Datenbestände der SQL-Datenbank, die Dienste des Transaktions-Servers und die Funktionen von Lotus Notes nutzen kann. Für den Spätsommer ist der DCE-kompatible Directory- und Security-Server angekündigt. IBM wird dann wie Novell den Web-Server mit den eigenen Verzeichnisdiensten integrieren.

Microsoft will ebenfalls über die Verknüpfung mit vorhandenen Erfolgsprodukten seine Intranet-Position festigen. So soll der IIS zukünftig den direkten Zugriff auf die "Access"-Datenbank erlauben. Außerdem will die Gates-Company dessen Verwaltung durch Unterstützung für den "System Management Server" aus dem hauseigenen "Back Office" und SMNP vereinfachen. Zusätzlich wird das Softwarehaus auch in diesem Bereich eine Strategie anwenden, die sich schon am Desktop als erfolgreich erwies: mengenweise kostenlose Software ins Betriebssystem packen. Windows NT 4.0 wird neben dem IIS voraussichtlich das Autorenwerkzeug "Front Page 1.1" beinhalten, eine Suchmaschine, die unter dem Codenamen "Tripoli" entwickelt wird, und Verzeichnisdienste auf der Basis des Lightweight Directory Access Protocol (LDAP) beinhalten. Unklar freilich ist, ob und wie Microsoft die einzelnen Verzeichnisse integrieren kann: Schon jetzt werden Benutzernamen für die Verwaltung des NT Servers getrennt von den E-Mail-Adressen im "Exchange"-Server aufbewahrt. Mit LDAP käme eine weitere Datenbank für derartige Informationen hinzu.