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11.01.1985 - 

Nicht nur durch Fachwissen wächst das Unternehmen:

Führungsethik als Motor des Managers

MÜNCHEN (lo) - Neue Tendenzen in der Personalpolitik möchte die Deutsche Gesellschaft für Personalführung (DGFP), Köln, in der Tagungsfolge Personal 85 für Führungskräfte diskutieren. Auswirkungen moderner Techniken markieren dabei einen Schwerpunkt: Steigende Bereitschaft zur Qualifizierung ist nötig wie auch eine gewandelte Mitbestimmung in der Personalverwaltung.

"Der Mensch ist der Engpaßfaktor der kommenden Jahre", skizzierte Dr. Artur Wollert von den Bayerischen Motoren Werken, München, den zentralen Ausgangspunkt der Überlegungen. Herkömmliche Strategien der personellen Gestaltung im Unternehmen bedürften deshalb neuer Momente. Qualitative Personalplanung, Weiterbildung, Auslesemodalitäten sowie Aufwärtsbeurteilung etwa seien dabei einige Stichworte für Führungskräfte. Hinzu käme die Betonung der Führungsethik. Mitarbeiter an der Spitze müßten gleichzeitig Werte setzen. Durch deren Konsens könne einer zunehmenden Orientierungslosigkeit mit "geistiger Führung" entgegengewirkt und die Unternehmenskultur unterstützt werden.

Dies sei besonders im Neuland moderner Technik erforderlich. Veränderte Arbeitsinhalte und gewandelte Gestaltung forderten die Mitarbeiter dringend zu höherer Qualifizierung auf. So dauere in hochspezialisierten Elektronikberufen die Lehrzeit bereits schon sechs Jahre. Durch ein gestiegenes Ausbildungsniveau werde die Arbeit attraktiver. Dieses "Life-long-learning" bedeute hohen Aufwand bei Aus- sowie Weiterbildung. Sie werde zunehmend in den Betrieben stattfinden. Zugleich bestehe die Möglichkeit, durch Automatisierung die Personalkosten eines Arbeitsplatzes zu senken. Zu beobachten sei in der Ablaufstruktur schwindender Taylorismus und zugleich eine Verstärkung des kommunikativen Aspekts.

Mit neuer Technik wächst der Ruf nach Mitbestimmung

Gezielte und rechtzeitige Information nannte Wollert als einen Leitgedanken moderner Personalpolitik, zielgerichtet sollten auch Personaleinsatz und -entwicklung sein. Bildung, Förderprogramme sowie die Betonung der Fach- gegenüber der Führungslaufbahn zählten gleichfalls dazu. Angepaßte Arbeitsabläufe mit einer ganzheitlichen Arbeitsauffassung seien weiterhin zu unterstützen. Die Führungskraft als Vorbild für Mitarbeiter sei Ergebnis einer praktizierten Führungsethik. Sie habe als Basis wenige, aber klare Ziele, betonte der Leiter Zentrales Personalwesen von BMW als Maxime.

Neue Techniken setzten Entwicklungen im Arbeitsrecht in Gang, die besonders Personalinformationssysteme (PIS) beträfen, referierte Dr. Reinhard Wieczorek vom Arbeitsgericht in München. Etwa werde "Paisy" als ein solches bereits installiertes System mit Sicherheit als mitbestimmungspflichtig erklärt. Ein enger Zusammenhang bei Entscheidungen des Bundesarbeitsgerichts über das Mitbestimmungsrecht sei mit dem Volkszählungsurteil des Verfassungsgerichts zu sehen.

Mitsprache und Mitbestimmung des Betriebsrates, so sei zu erwarten, werde der bedeutendste Tatbestand bei Fragen neuer Technik für den Personalsektor im Unternehmen. Dabei sei der Siegeszug von PIS nicht gefährdet - entweder man stimmt sich mit dem Betriebsrat ab oder geht im "Zweifel" zur übergeordneten Einigungsstelle.