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16.12.1988 - 

Ward Howell untersucht Image von Unternehmenstypen:

Führungskräfte bevorzugen Mittelbetriebe

MÜNCHEN (CW) - Kleine bis mittelgroße familienunabhängige Unternehmen rangieren bei Führungskräften an oberster Stelle in der Beliebtheitsskala. Ihrem häufig weniger guten Ansehen könnten Familien- und Großunternehmen nach Auffassung der Unternehmensberatung Ward Howell durch verbesserte Imagepflege entgegentreten.

Auf der Suche nach Führungskräften befragte Ward Howell, das in der Bundesrepublik mit Niederlassungen in Düsseldorf und Frankfurt vertreten ist, im Zeitraum von März bis Juni dieses Jahres 140 Führungskräfte. Zielsetzung dieser qualitativen - nicht statistisch repräsentativen - Studie war es, die Attraktivität unterschiedlicher Unternehmenstypen für die Karriere-Entwicklung von Führungskräften transparent zu machen.

Man unterschied zwischen drei Unternehmenstypen:

þKleine und mittlere Familienunternehmen mit bis zu 2000 Beschäftigten und einem Umsatz bis zu 500 Millionen Mark, bei denen Kapital und Unternehmensleitung überwiegend in den Händen der Familie liegen,

þkleine bis mittlere familiengebundene Unternehmen in derselben Größenordnung, bei denen es keine Verknüpfung zwischen Kapital und Unternehmensleitung gibt,

þGroßunternehmen mit mehr als 2000 Beschäftigten und einem Umsatz größer als 500 Millionen.

Über die Hälfte der Befragten gaben mittelständischen, familienungebundenen Unternehmen den Vorzug. Rund ein Drittel würden sich für das Großunternehmen entscheiden und nur ein Fünftel für das kleinere oder mittlere Familienunternehmen. Die Berater von Ward Howell ziehen aus ihrer Studie den Schluß, daß Führungskräfte, die das mittelständische Familienunternehmen nicht aus eigener Erfahrung kennen, erhebliche Ressentiments gegenüber diesem Unternehmenstyp hegen. Stärker als die Gesamtheit tendieren Führungsnachwuchskräfte und Ingenieure zu Großunternehmen. Als auffallend bezeichnet das Beratungsunternehmen die hohe Attraktivität von kleinen bis mittleren Familienunternehmen für Top-Manager mit Spitzenverdienst.

Auch in der DV-Branche mit ihrer hohen Fluktuationsrate zeichnet sich ein ähnlicher Trend ab. DV-Profis, die auf Stellensuche bei Anwenderfirmen sind, bevorzugen überwiegend Mittelbetriebe. Eine leicht überdurchschnittliche Tendenz zu Großbetrieben besteht hingegen bei DV-Fachleuten, die bei Computerherstellern arbeiten wollen.

Die Beurteilungsprofile von Großunternehmen und mittelständischen Familienbetrieben zeigen eine deutliche Polarisierung zwischen diesen beiden Unternehmenstypen (siehe Grafik) Lediglich bei drei von 18 Kriterien kommt es zur Übereinstimmung: im Blick auf Verdienstmöglichkeiten, Aufstiegschancen zu Top-Positionen und unternehmerischem Spielraum für Führungskräfte.

Eine höhere Bewertung erfahren Großunternehmen unter anderem bei den Vorgaben des hohen Ansehens in der Öffentlichkeit, der breiten finanziellen Basis sowie des professionellen Managements. Ein positives Votum gewinnen mittlere Familienunternehmen hingegen bei den Beurteilungskriterien rascher Aufstieg, unbürokratische Entscheidung und hohe Identifikation mit dem Betrieb. Eine deutliche Tendenz zum Kompromiß zwischen diesen beiden Unternehmenstypen ist bei der Einschätzung mittelständischer familienungebundener Firmen ablesbar.

Nach Erfahrung von Ward Howell werden Großunternehmen und Familienbetriebe häufig aufgrund von Vorurteilen skeptisch beurteilt. So wird Großunternehmen häufig eine strenge Hierarchie nachgesagt sowie Anonymität, Bürokratismus und wenig Flexibilität. Gängige Vorurteile gegenüber kleinen und mittleren Familienunternehmen zielen auf geringe Investitionsmöglichkeit, dünne Kapitaldecke, Familieninteressen und Vetternwirtschaft. In vielen Fällen entsprechen diese Negativerwartungen nicht der Realität. Groß- und Familienunternehmen empfiehlt die Unternehmensberatung daher eine bessere Imagepflege durch mehr Öffentlichkeitsarbeit.