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09.07.1993

Fuenf Anbieter einigten sich auf Open Doc von Apple Die PC-Branche kontert OLE mit einer eigenen Architektur

MUENCHEN (CW) - Wenn es gegen Microsoft geht, reagieren die PC- Software-Anbieter oft erstaunlich flexibel. Der Microsoft-Technik Object Linking and Embedding (OLEwollen Apple, Borland, IBM, Novell und Wordperfect jetzt eine eigene Architektur entgegensetzen: "Open Doc" basiert auf "Amber" von Apple und soll neben Macos und Windows auch in kuenftigen OS/2-Umgebungen genutzt werden.

Im Gegensatz zu dem Softwareriesen aus Redmond,

Washington, bemuehen sich Apple und Co. um Uebereinstimmung mit der Common Object Request Broker Architecture (Corba), die sich bereits als Defacto-Standard etabliert hat. Bill Gates und seine Entwicklermannschaft stehen den Spezifikationen der Object Management Group (OMG) bislang reserviert gegenueber.

Einen weiteren Pluspunkt kann die Fuenfergruppe verbuchen: Waehrend OLE nur innerhalb der Windows-Welt funktioniert, soll Open Doc auf unterschiedlichen Betriebssystem-Plattformen laufen. So wird Apple die Architektur auf dem Macintosh implementieren. Die Windows- Version will Novell gemeinsam mit Wordperfect entwickeln. Daneben hat der Netzwerkspezialist und Unix-Eigner vor, diese Technik in seine gerade angekuendigten Cross-Plattform-Entwicklungsumgebung Appware zu integrieren.

IBM Personal Software Products (SPS) beabsichtigt, Open Doc in kuenftigen Versionen von OS/2 sowie fuer das in Arbeit befindliche Workplace OS zu nutzen. SPS-Praesident Lee Reiswig weist der Architektur noch eine weitere Aufgabe zu, naemlich die, eine Verbindung beziehungsweise einen Migrationspfad zu dem IBM-Apple- Projekt Taligent herzustellen.

Dem Vernehmen nach will Borland die Open-Doc-Funktionalitaet zunaechst in seine Cii-Compiler einbauen. Die Anwendungspakete sollen sich spaeter jedoch anschliessen.

Die technologische Basis fuer Open Doc bildet eine Plug-and-play- Architektur, die Apple bereits unter der Bezeichnung Amber vorgestellt hatte. Darin eingeschlossen ist das Objekt-File-Format "Bento". Bento laeuft oberhalb des "System Object Model" (SOM) der IBM. Seit Big Blue kuerzlich HP und Sun von dessen Vorteilen ueberzeugen konnte, mausert sich SOM allmaehlich zum Quasistandard.

Aehnlich wie Microsofts OLE ist auch Open Doc dazu bestimmt, die dynamische Verbindung von Daten und Anwendungen zu ermoeglichen. Mit Hilfe verbindlich definierter Interfaces sollen Entwickler und Anwender "zusammengesetzte Dokumente" (compound documents) erstellen koennen, die sowohl Text als auch Bilder und Video- Sequenzen umfassen. Wie die beteiligten Anbieter versichern, werden die Open-Doc-Objekte auch mit solchen Objekten interagieren koennen, die gegen die OLE-Schnittstelle geschrieben wurden.

Mit ersten Open-Doc-Spezifikationen ist Anfang 1994 zu rechnen. Eine Runtime-Version wird voraussichtlich im zweiten Quartal 1994 vorliegen.