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08.03.1996 - 

Cray-Uebernahme durch Silicon Graphics problematisch

Fuenf CPU-Architekturen machen eine Angebotsbereinigung noetig

SGI setzt in allen seinen Rechnern von der Workstation bis zum geclusterten Mehrprozessor-Server "Power-Challenge"-Array ausschliesslich die RISC-Prozessoren des eigenen Tochterunternehmens Mips Technologies Inc. ein. Hierbei kommen zwar unterschiedliche CPU-Typen - vom R4400 bis zur R8000 - zum Einsatz. Diese sind jedoch binaerkompatibel zueinander.

Im Kontrast zu diesen geordneten Verhaeltnissen gleicht die Vielfalt an Prozessortechnologien in der Produktpalette des Supercomputer-Spezialisten Cray Research einem Gemischtwarenladen: In den Vektor-Parallelcomputern der "T90"-Linie rechnen proprietaere CPUs, die darueber hinaus in der sehr teuren ECL- Technologie gehalten sind. Erst mit den Vektor-Parallelmaschinen der "J-90"-Familie wechselte Cray auf das kostenguenstigere CMOS- Design - ein Schritt, den die Japaner NEC ("SX4") und Fujitsu ("VPP300") schon laenger vollzogen haben. Auch bei den CMOS-Chips handelt es sich um ein Cray-eigenes Design.

In den massiv-parallelen Rechnern der "T3D"- und "T3E"-Systeme machte sich der Supercomputer-Anbieter erstmals das Konzept zueigen, mit Prozessoren von der Stange die Entwicklungskosten einzudaemmen. Eine Idee, die auch Convex in seiner "Exemplar"- Maschine (HP-PA-RISC), ICL in den "Goldrush"-MPP-Rechnern (Sparc), IBM bei den "SP2"-Modellen (Power 2), Meiko in den "CS2"-Rechnern (Sparc) oder SNI/Pyramid in den "RM1000" (MIPS) verwirklichen. Allerdings sind die mit Alpha-Chips rechnenden T3E-MPP-Maschinen nicht Board- beziehungsweise Betriebssystem-kompatibel zu Alpha- Workstations. Eine solche Durchgaengigkeit ist etwa bei den jeweiligen Plattformen der IBM, von SGI oder von Convex gegeben.

Fuer den deutschen Supercomputer-Papst Hans Werner Meuer von der Universitaet Mannheim kommen zwar nicht die finanziellen Probleme von Cray ueberraschend, wohl aber der Zusammenschluss ausgerechnet mit SGI: "Das passt eigentlich nicht zusammen." "Da", so Meuer weiter, "muss es zu einer Produktbereinigung kommen." Er koenne sich nicht vorstellen, dass ein Nachfolgemodell zur Message-Passing- Maschine T3E anders als mit Mips-Prozessoren ausgestattet sein koenne.

Ueber die Kooperation mit Sun Microsystems lachte sich Cray zudem noch die Sparc-Prozessoren an. Mit der "CS6400"-Maschine wollte Cray vor allem im kommerziellen Anwendungsbereich erste Erfolge verbuchen. Doch diese Maschinen duerften in einer vereinigten Firma Silicon Graphics/Cray wohl den SGI-Rechnern der "Power-Challenge"- Familie zum Opfer fallen. Letztere nutzen bereits 64-Bit- Prozessoren. Ausserdem bietet SGI fuer diese Modellreihe seit kurzem das 64-Bit-Betriebssystem "Irix" in der Version 6.2 an - womit die Kalifornier abgesehen von Digital Equipment bislang ein Alleinstellungsmerkmal besitzen. Auch Meuer ist der Meinung, dass es keinen Sinn fuer SGI macht, das Sparc-Erbe von Cray weiter zu pflegen. Diese Ansicht teilt er mit SGI-Geschaeftsfuehrer Walter Fertl.

Meuer vermutet, dass Crays Vektorrechnerlinie T90 "mit Sicherheit" vom Markt verschwinden wird. Die J90 sei eine ausgesprochene Konkurrenz zu den Power-Challenge-Systemen von SGI und somit auch gefaehrdet.

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