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17.11.1978 - 

Bankhaus Delbrück & Co., Köln

Fünf MDS-21/40-Systeme entlasten Zentralrechner

KÖLN (pi) - Seit Anfang dieses Jahres setzt das Bankhaus Delbrück & Co. in seiner Kölner Zentrale sowie in den Niederlassungen in Berlin, Hamburg, Aachen und Frankfurt Processing Terminals des Typs MDS 21/40 ein. Mit ihnen soll vor allem das zentrale Rechenzentrum, in dem eine IBM 370 installiert ist, entlastet werden. Die MDS-Konfigurationen bestehen aus Zentraleinheit, Bildschirm-Arbeitsplätzen, Diskettenlaufwerken, Drucker und Datenübertragungseinrichtung. Für die individuelle Programmierung wird die erfassungsorientierte, höhere Programmiersprache Mobol (Mohawk Business Oriented Language) benutzt.

Über die MDS-Terminals werden die Daten aus dem Kontokorrent-, Geld-, Aval- und Wechselgeschäft, ferner aus der Wertpapierbuchhaltung (Depot- und Lagerstellenbuchhaltung), der Wertpapierabrechnung und dem Dateiänderungsdienst erfaßt und mit Plausibilitätsprüfungen vorverarbeitet. Der Datenaustausch zwischen den fünf Niederlassungen und dem zentralen Rechenzentrum in Köln wird ebenfalls mit den MDS-Systemen durchgeführt, und zwar im Remote-Job-Entry-Verfahren.

Das Kontokorrent-Programm enthält neben der Bedienerführung alle notwendigen Plausibilitätsprüfungen wie Prüfziffernrechnung, Valutengrenzwerte und Textschlüssel gemäß "Tabelle". Die in dieser Tabelle definierten Textschlüssel steuern zudem die Bedienerführung für zusätzliche wahlfreie Felder.

Während des gesamten Erfassungsvorganges werden die Primanotakopfdaten in den ersten Zeilen angezeigt. Der Bildschirm ist als "rollendes" Display ausgelegt. Die Kontokorrent-Erfassung selbst erfolgt in der letzten Zeile. Die zuvor erfaßten Umsätze werden nach Auslösung nach oben geschoben. Dadurch bleiben die zehn zuletzt erfaßten Umsätze sichtbar.

Durch Primanotenabstimmung ist eine Kontrolle der eingegebenen Beträge gegeben. Stimmt die Primanotensumme nicht, so ist die Datentypistin mit Hilfe der Funktion "Blättern" (Auf- und Abwärtsrollen der Zeilen am Bildschirm) in der Lage, den Fehler zu suchen. Dabei hat sie die Möglichkeit, Satz für Satz oder blockweise (neun Umsätze) vor- und rückwärtszublättern. Nach Auffinden des Fehlers kann der Betrag geändert werden. Dabei wird automatisch die Primanotensumme korrigiert. Sind alle Plausibilitäten für eine Primanota erfüllt, wird diese zur Buchungskontrolle weitergegeben. Die Buchungskontrollfunktion zeigt die Umsätze im Suchlauf an. Auch die Prüferin kann blättern und visuell prüfen ("Vier-Augen"-Prinzip). Korrekturen werden von ihr nicht durchgeführt. Im Fehlerfalle wird die Primanota mit einem Vermerk zur Änderung an die Datentypistin zurückgegeben. Anschließend erfolgt eine erneute Prüfung durch die Buchungskontrolle.

Die Erfassungsbelege der übrigen Bereiche weisen jeweils zwingende und wahlfreie Felder auf. Analog zum Kontokorrent werden auch hier alle dateiunabhängigen Plausibilitätsprüfungen mit dem System MDS 21 durchgeführt. Vom Zentralrechner sind lediglich noch die dateiabhängigen Prüfungen vorzunehmen. Die Erfassung erfolgt in Maskenform mit Bedienerführung, wobei je nach Anwendung wahlweise 12 Zeilen zu je 40 Zeichen oder 24 Zeilen zu je 80 Zeichen in Groß- oder Groß-/Kleinbuchstaben wiedergegeben werden können. Die Masken sind in den einzelnen Bereichen zusätzlich abhängig von der ausgewählten Geschäfteart; dabei wurde bei der Programmierung die sehr unterschiedliche Zusammensetzung der zwingenden und wahlfreien Felder berücksichtigt. Die Masken stimmen in ihrem Aufbau mit den Belegen überein, wodurch insbesondere die visuelle Prüfung erleichtert wird.

Der Dateiänderungsdienst mit Neuanlage, Änderung und Löschen von Stammsätzen dagegen wird nicht in starrer Maskenform, sondern mit einer simulierten Freiformaterfassung durchgeführt. Dabei werden - in Abhängigkeit von der jeweiligen Datei und miterfaßter Feldkennzeichen - Feldlänge und Aufbau festgestellt.

Sind die Daten erfaßt und geprüft, erfolgt von den Niederlassungen aus die Übertragung zum zentralen Rechner nach Köln im RJE-Betrieb über Standleitungen mit 4800 Bit/Sekunde mit "Splitting"-Modems (2400/2400 bit/s). Durch die Leitungsaufteilung steht zum Beispiel für die Verbindung zwischen Köln und Hamburg die eine Hälfte für das MDS-Terminal und die andere für die IBM-Bildschirmanwendung zur Verfügung.

Nach der Verarbeitung in Köln werden die vom Zentralrechner im Stapelbetrieb erstellten Druckausgaben wie Kundentagesauszüge, Depotbestandsblätter und Listen unter "Power Remote Job Entry" in die Niederlassungen übertragen und auf Terminal-Druckern MDS 2142 ausgedruckt. Unter Power RJE sind die in den einzelnen Niederlassungen installierten Drucker auch als zusätzliche Systemdrucker nutzbar. Die dezentrale Ausgabe von Druckdaten ist dadurch mit geringem Aufwand möglich. Bei Ausfall des Zentralrechners mit Datenfernverarbeitungs-Steuereinheit können die Erfassungsdaten der Niederlassungen Aachen, Berlin, Frankfurt und Hamburg durch interne Umschaltung an das Kölner MDS-System der Serie MDS 21 gesendet und dort auf Diskette gespeichert werden.