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07.10.1977 - 

Prozeßrechner AEG 80-20 steuert Hochöfen:

Fünf Prozent Energie eingespart

KEHL - "Durch Automatisierung der Hochofen-Steuerung haben wir eine Energieeinsparung von fast fünf Prozent sowie eine Verkürzung der Einschmelzzeiten um nahezu den gleichen Betrag erzielt", berichtet stolz Dr. Leo Heinen, Vorstands-Vorsitzender der Badischen Stahlwerke AG, Kehl am Rhein.

War es bisher Sache der Meister, für eine reibungslose Funktion. der "Stahlkocher" zu sorgen, so übernimmt jetzt ein Prozeßrechner AEG 80-20 die "energetische" Steuerung der drei 70-Tonnen-Lichtbogenöfen. Dabei verhindert eine Lastausgleichsregelung, daß zu Hochtarifzeiten (wenn nämlich der Strom besonders teuer ist) bestimmte Energiemaxima überschritten werden: Eine Ofen-Prioritätsverfolgung ermöglicht unter genauer Berüeksidltigung der Prozeßphasen aller Öfen ein gezieltes Abschalten bei Überschreiten des mit dem Energie-Versorgungsunternehmen vertraglich vereinbarten Leistungslimits. Grundlage dafür ist die "Fahrdiagramm-Steuerung", die eine Vorausberechnung der Fahrdiagramme für die einzelnen Öfen durchführt (eine Art Arbeitsablaufplan) und sie ständig aktualisiert.

Arsi-Schmelze

Darüber hinaus steuert der Prozeßrechner auf Grund eingegebener Einsatz- und Zuschlagdaten den Einschmelzvorgang. Mit Hilfe des Anwender-Softwarepaketes "Arsi 80" (entwickelt von AEG-Telefunken in Zusammenarbeit mit der Korf-Stahl-AG, dem Mutterunternehmen des Kehler Stahlwerkes) werden kontinuierlich Meßwerte und Prozeßzustände für die Ermittlung der Stellgrößen und Sollwerte vom Rechner erfaßt und in Dateien abgespeichert. Die Verarbeitung dieser Meßwerte schließt Plausibilitätsprüfungen, Kontrollen auf Grenzwertüberschreitungen und gegebenenfalls das Auslösen von Alarmmeldungen ein.

Auswertung im IBM-Hostcomputer

Die verarbeiteten Daten werden schließlich zu einem zentralen IBM-Rechner übertragen, der sie auswertet und entsprechende Tages- und Monatsberichte schreibt.

In einer zweiten Automatisierungsstufe, die in zirka ein bis zwei Jahren realisiert werden soll, wollen die Kehler Stahlproduzenten die rechnergesteuerte energetische Steuerung um eine metallurgische Prozeßführung ergänzen: "Dadurch sollen zum Beispiel Legierungsstoffe wie Ferromangan eingespart werden", erklärt Dr. Leo Heinen.