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24.11.1995

Fuenf Reporting-Tools auf dem Pruefstand User wollen Reports ohne Hilfe der DV-Spezialisten erstellen

MUENCHEN (CW) - Von den verstaerkten Marketing-Aktivitaeten im Bereich Data-Warehouse profitieren auch die Anbieter von Reporting-Tools. Grund genug fuer die CW-Schwesterpublikation "Infoworld", fuenf wichtige Werkzeuge zu vergleichen, mit denen sich Daten aus komplexen Datenbanken relativ einfach zu Berichten verdichten lassen.

Das groesste Problem beim Einsatz von Reporting-Tools zur Berichterstattung war bislang ihre schwierige Bedienbarkeit. Das betraf vor allem den Zugriff auf die benoetigten Informationen, da es den meisten Managern nicht zuzumuten war, sich zum Beispiel in die Datenbankabfrage-Sprache SQL einzuarbeiten. Aus diesem Grund gehoerte die Erstellung von Reports in der Regel zu den Aufgaben der DV-Abteilung.

Diese Situation hat sich jedoch geaendert, seit sich Hilfsmittel durchgesetzt haben, die es erlauben, SQL-Abfragen durch grafische Funktionen oder in alltagssprachlichen Formulierungen zu erledigen. Durch das Vorhalten von redundanten Informationen wie beim MIS- und Data-Warehouse-Konzept wird ausserdem dafuer gesorgt, dass ungluecklich formulierte Datenrecherchen nicht den operativen Betrieb lahmlegen.

Diese Entwicklung hat dazu gefuehrt, dass das Geschaeft mit Reporting-Tools heute heiss umkaempft ist. "Endanwender und Administrationen verlangen aus demselben Grund nach diesen Werkzeugen", bestaetigt Michael Joseph, ein Analyst der International Data Corp. (IDC). Beide Gruppen wollen die Berichterstellung in die Verantwortung der zustaendigen Fachabteilungen uebergeben.

Auf dem Weg zur Benutzerfreundlichkeit beschreiten die Hersteller durchaus unterschiedliche Wege. Business Objects setzt zum Beispiel mit seinem gleichnamigen Produkt darauf, alle technischen Probleme soweit wie moeglich bei der DV-Abteilung zu belassen.

Vorkenntnisse sollten nicht vorausgesetzt werden

Das Einrichten der Software auf die Beduerfnisse der Anwender setzt daher gute technische Kenntnisse voraus, was bei dem Test zu schlechten Noten gefuehrt hat. Allerdings, so das Lob, entstehen dabei Benutzerumgebungen, deren Wert sich vor allem bei den ungewoehnlich einfachen Datenabfragen zeigt. Dass die Software des franzoesischen Anbieters dennoch das Schlusslicht bildet, liegt unter anderem an der wenig ueberzeugenden Geschwindigkeit. Der Hersteller fuehrt das schlechte Abschneiden seines Produkts aber auch auf den Umstand zurueck, dass die "Infoworld" mit ihren Bewertungskriterien dem "Ease of Use" zuwenig Bedeutung beigemessen habe.

Andere Anbieter wie Crystal und Borland halten ihr Produkt fuer so einfach, dass sie keine eigene Version fuer den DV-Administrator vorsehen. Tatsaechlich erhaelt "Crystal Reports" bei allen End-User- Anforderungen die Note "sehr gut", bei der Erstellung komplexer Reports wurde sogar das im gesamten Test nur dreimal vergebene "ausgezeichnet" verliehen.

Die einseitige Ausrichtung auf Anwender bezahlt das Tool, wie auch Borlands "Reportsmith", mit vernichtenden Bewertungen bei den Sicherheits-Features, die als unannehmbar bezeichnet werden. Bei dem Borland-Werkzeug kommt hinzu, dass die Bedienung mit steigender Komplexitaet der Aufgabe schwieriger wird. Crystal hat allerdings fuer Ende des Jahres ein Produkt mit der Bezeichnung "Crystal Info" angekuendigt, das die Schwaechen in der getesteten Version im administrativen Teil beheben soll.

Wie wichtig die administrativen Eigenschaften und hier insbesondere die Sicherheitsmechanismen sind, macht IDC-Analyst Joseph an einem besonders plastischen Beispiel deutlich: "Der Chef eines Unternehmens waere entsetzt, wenn er wuesste, dass es Reporting- Tools gibt, mit denen subalterne Angestellte die Hoehe seines Gehaltes herausfinden koennen." Daher legten die Tester grossen Wert darauf, dass sich bei den Produkten einstellen laesst, welche Informationen welchen Mitarbeitergruppen zugaengig sind.

Das "Esperant"-Werkzeug der Software AG hat "Infoworld" vor allem wegen seiner ungewoehnlichen Abfrage- und Reporting-Technik beeindruckt. Die Option, sich zu den gewuenschten Informationen "durchzuklicken" komme Profi-Anwendern ebenso entgegen wie Anfaengern. Die Schwaeche von Esperant liegt jedoch in der Performance.

Performance-Verlust bei Datenbankabfragen

Bei den Benchmarks fuer Datenabfrage und Berichtsaufbau belegte das Werkzeug den vorletzten Platz, beim mehrfachen Aufruf des Reports, dem Workload-Test, sank die Leistung sogar gaenzlich in den Keller. "Infoworld" bezeichnet die Software daher als ein "Werkzeug fuer Geduldige".

Gewonnen hat beim Wettlauf der Reporting-Tools "Impromptu 3.0" von Cognos. Es fiel in keiner Bewertung unter "sehr gut" und hat bei der Konfiguration sowie bei den Power-User-Features sogar die Note "ausgezeichnet" erhalten. Neben der Reichhaltigkeit der Funktionen sowohl auf Anwender- als auch Administratorebene lobte die "Infoworld" vor allem den konsequenten Einsatz von Microsofts objektorientierter OLE-Technik. So sei Impromptu auch als Automations-Server fuer OLE-Funktionen geeignet. Auf diese Weise lasse sich das Reporting-Tool zu einer Inhouse-Loesung mit anderen OLE-Servern integrieren.

Reporting-Tools unter der Lupe

Untersucht wurden:

- "Business Objects 3.1" von der gleichnamigen Business Objects S.A., Paris,

- "Crystal Reports Professional 4.0" von der Seagate-Tochter Crystal Computer Services Inc., Vancouver, British Columbia,

- "Impromptu 3.0" von der ebenfalls kanadischen Cognos Inc., Ottawa,

- "Esperant 3.0" von der Darmstaedter Software AG und

- "Reportsmith 2.5 for Windows" von der Borland Inc., Scotts Valley, Kalifornien.

Die Hitliste

Impromptu: 743,75; Crystal Reports: 629,24; Esperant: 559,29; Reportsmith: 559,27; Business Objects: 500,12

Zur Methode: Die "Infoworld" hat bei der Bewertung ein Punkteverfahren verwendet, bei dem die getesteten Funktionen unterschiedlich gewichtet wurden. So waren bei den Endbenutzer- Features 500 Punkte zu erreichen, waehrend die Anforderungen der DV-Abteilung nur mit hoechstens 200 Punkten zu Buche schlugen. Bei der Kategorie "Preis" weicht die COMPUTERWOCHE von dem Verfahren der "Infoworld" ab und gibt anstatt einer Wertung den Preis fuer eine 50-User-Installation an. An der Rangfolge hat sich dadurch nur insofern etwas geaendert, als die dritt- und viertplazierten Produkte der Software AG und von Borland die Positionen getauscht haben, wobei der Abstand - wie auch bei der "Infoworld" - ohnehin nur hauchduenn ist.

Tabelle:

Funktionen: 1: Gewichtung, 2: Business Objects 3.1, 3: Crystal Reports Professional 4.0, 4: Esperant 3.0, 5: Impromptu 3.0, 6: Reportsmith 2.5

Anforderungen der DV-Abteilung

Konfiguration: 1: 125; 2: sehr gut (93,75); 3: gut (78,12); 4: sehr gut (93,75); 5: ausgezeichnet (125); 6: gut (78,12)

Sicherheit: 1: 75; 2: gut (46,8); 3: unannehmbar (0); 4: gut (46,87); 5: sehr gut (56,25); 6: unannehmbar (0)

Enduseranforderungen

Einfache Berichte in Spaltenform: 1: 125; 2: gut (78,12); 3: sehr gut (93,75); 4: sehr gut (93,75); 5: sehr gut (93,75); 6: sehr gut (93,75);

Komplexer Bericht mit mehreren Tabellen: 1: 150; 2: gut (93,75); 3: ausgezeichnet (150); 4: sehr gut (112,5); 5: sehr gut (112,5); 6: sehr gut (112,5);

Features fuer Power-User: 1: 75; 2: zufriedenstellend (37,5); 3: sehr gut (56,25); 4: gut (46,8); 5: ausgezeichnet (75); 6: sehr gut (93,75);

Geschwindigkeit: 1: 150; 2: schlecht (37,5); 3: sehr gut (112,5); 4: schlecht (37,5); 5: sehr gut (112,5); 6: gut (93,75);

Support

Dokumentation: 1: 125; 2: zufriedenstellend (62,5); 3: gut (78,12); 4: zufriedenstellend (78,12); 5: sehr gut (93,75); 6: zufriedenstellend (62,5);

Support: 1: 100; 2: zufriedenstellend (50); 3: gut (62,5); 4: zufriedenstellend (50); 5: sehr gut (75); 6: gut (62,5);

Preis fuer 50 User*: 1: - ; 2: 33245 Dollar; 3: 20145 Dollar; 4: 27545 Dollar; 5: 30445 Dollar; 6: 12800 Dollar;

* US-Preise, zum Teil geschuetzt

Das Testergebnis: Mit deutlichem Abstand konnte sich Impromptu 3.0 von der Konkurrenz abheben.

Quelle Infoworld